Unsere Reise durch die Pyrenäen 2015

21. November 2015 in Tourenberichte und -tipps, User-Blog

Geplant war unsere Reise bereits für das Jahr 2013, doch der Autozug fuhr damals ohne uns. Ein berufliches Problem hatte uns wenige Tage vor der Abreise einen Strich durch die Rechnung gemacht. In diesem Jahr nun sollte es hoffentlich klappen und es klappte. Am 17.September brachte uns der Autozug nach Lörrach, so dass am nächsten Morgen unsere große Reise beginnen konnte. Drei Wochen lagen vor uns und wir waren entsprechend gespannt auf das, was da kommen würde.
Unsere Reise zum Atlantik und zurück ans Mittelmeer ist in 8 Filmen dokumentiert. Genau das richtige für trübe Tage in der motorradfreien Zeit.

Die Route war ja bereits 2013 geplant, sie musste also nur aktualisiert und auf das neue Navi  konvertiert werden. Gebucht war nix, wir konnten unsere Etappen also nach Lust, Wetter und Laune festlegen. Angesichts von Handy und Hotelportalen wurde die Hotelsuche am Mittag jeweils bei einem Kaffee erledigt und hat immer geklappt. Es hat also eindeutig Vorteile, wenn man sich zum Saisonende auf den Weg macht. Besonders überraschten uns die leeren Straßen um diese Jahreszeit. Kein Witz, wir hatten 20 – 30 km lange Passstrecken mehr oder weniger für uns alleine. Ebenso hatten wir ab dem Rhonetal (Valence) ein sattes Hochdruckgebiet über uns mit Sonne jeden Tag.
Beste Bedingungen also.

GesamtStrecke2840

Wie die Karte zeigt, sind wir auf der grünen Route quer durch die Pyrenäen zum Atlantik gefahren, um von dort aus zurück an das Mittelmehr zu reisen. Unser Reiseverlauf wird in acht Filmen dokumentiert. Die Videos entsprechen in etwa den Etappen, wobei jeweils am Beginn nochmal eine Landkarte gezeigt wird. Beim Schnitt des Filmmaterials ging es mir unter anderem darum, zu zeigen, wie unterschiedlich die Landschaften in und um die Pyrenäen sind. Die Unterschiede zwischen Frankreich und Spanien werden sicher auch deutlich. Es gibt ein deutliches Preisgefälle zwischen den beiden Ländern. Spanien ist preiswerter. Andorra ist eine Welt für sich. Das Tanken kann in Frankreich zum Problem werden, da vielfach nur noch gegen spezielle Karten Benzin abgegeben wird und die Tankstellen am Wochenende geschlossen sind. Zur Not hilft zu warten, bis ein Franzose mit geeigneter Karte an der Tankstelle erscheint, auf dessen Karte man dann gegen Euro tanken darf. In Supermärkten kann man an den Kassen Tankkarten erwerben, mit denen man dann ebenfalls an Sprit kommt, falls der Supermarkt kein Kassenhäuschen an der Tanke hat.
Man muss halt reden mit den Leuten und sei es mit Händen und Füßen. Diesbezüglich haben wir auf der ganzen Reise keine einzige negative Erfahrung gemacht.

Nun zu den Filmen. Die Videos sind so um die 15 Minuten lang und mit Musik die uns gefällt hinterlegt. Die Qualität ist HD 720p. Da sie jedoch bei Youtube gehostet sind, kann es je nach Leitung, Tageszeit und wer weiß was zu Einschränkungen kommen, da Youtube die Qualität drosselt, um möglichst unterbrechungsfrei  zu bleiben. Es hilft u.U., den jeweiligen Film zu einem anderen Zeitpunkt anzusehen.

Es würde uns freuen, wenn unsere Filme den einen oder anderen trüben Sonntag aufhellen oder Lust auf die Pyrenäen erzeugen. Das ganz große Fazit unserer Reise: die Pyrenäen sind nicht die Alpen wie wir sie bisher in Italien, Österreich, der Schweiz  und Frankreich kennengelernt haben. Schade ist, dass es keinen Autozug nach da unten mehr gibt, aber die Anfahrt lohnt sich, das können wir euch versichern.

Film 1: Le Tarn nach Carcasonne

Etappe-001Der 1. Film zeigt unsere Fahrt durch die Gorges du Tarn weiter nach  Millau mit seinem berühmten Viadukt. In Carcassonne endet diese Etappe. Mit einem Hotel nur ca. 100 Meter von der Burg entfernt, war die Besichtigung und das Abendessen inmitten der Festung ein toller Tagesausklang.

Etappe-002Film 2: Carcasonne nach Andorra

Der 2. Film führt uns durch das Land der Katharer zur Gorge de Galamus. Diese einzigartige Schlucht alleine war die weite Anreise wert. Wir hatten zudem das Glück, dass wir sie durchfahren konnten mit nur einem Auto als Gegenverkehr. Die Gorges de St-Georges war die zweite Schlucht an diesem Tag. Über den ersten 2000er-Pass, den Port de Pailheres, ging unsere Reise nach Andorra.

Andorra

Film 3: Tour con Andorra

Im 3. Film ist unsere Fahrt zu den 3000er von Andorra zu sehen. Wir hatten uns mitten in Andorra la Vella einquartiert und beschlossen, zwei Nächte zu bleiben. Am zweiten Tag blieb somit Zeit für eine Besichtigung der Stadt und eine Tour zum 3145 Meter hohen Pic d’Estats.

Film 4: Von Andorra nach Fiscal

Etappe-003Im 4. Film setzen wir unsere Reise fort – wir überqueren wir erstmalig die Grenze nach Spanien. Es folgt Pass auf Pass, die Straßen sind ausgezeichnet, das Benzin deutlich preiswerter als in Frankreich und als Sahnehaube: wir haben die Pässe fast für uns alleine. Die Landschaft unterscheidet sich deutlich von der französischen Seite. In Fiscal endet die Etappe.

Film 5: Von Fiscal zum Atlantik

Etappe-004Im 5. Film geht es über die ältesten Pässe der Pyrenäen zurück nach Frankreich. Alte Pässe heißt in diesem Fall nicht alte Straßen, sondern das Gegenteil. In der Schweiz würden wir so was Altenautobahnen nennen. Tolle Straßen, aber eben nicht klein und verwinkelt. Aber anders geht es halt nicht über den Gebirgskamm. Am Abend erreichen wir den Atlantik bei Hendaye und haben damit die Ost-West-Querung geschafft.

 

Etappe-005

Film 6: In zwei Tagen vom Atlantik nach Argeles-Gazost

Nach einem motorradfreien Tag geht es im 6. Film über zwei Etappen zunächst bis Yasa. Wir queren den Camino und fahren zu den berühmten Mallos de Riglos. Über den Port du Pourtalet geht es zurück nach Frankreich; in Argeles-Gazost endet der zweite Tag fast in Sichtweite der nächsten 2000er Pässe.

Film 7: In zwei Tagen von Argeles-Gazost nach Figueres

Etappe-006Bevor wir im 7. Film den Tourmalet überfahren geht es auf einer Stichstraße zum 2322 m hohen Pic de Tentes. Hier wird es richtig alpin, obwohl die Skilifte bis nach ober reichen. Über  Col du Tourmalet, Aspin, Peyresourde ,und Port del Postillon fahren wir nach Vielha. Am nächsten Morgen befahren wir  den letzten Zweitausender, den Port de la Bonaigua. Das schöne Wetter braucht eine Pause, so dass wir am Abend in Figueres eine ordentliche Dusche erhalten. Die Maschinen parken zu diesem Zeitpunkt jedoch schon vor dem Hotel für die nächsten Tage.

Film 8: Von Figueres nach Sette

Etappe-008Mit dem 8. Film erreichen wir nun endgültig das Mittelmeer in Cadaques. In Portbou besuchen wir die Gedenkstätte für Walter Benjamin, um danach Spanien, nicht ohne vorher vollzutanken, zu verlassen. Spätestens in Sete ist unsere Pyrenäentour beendet. Der Film zeigt noch unseren Einstieg in die Camargue.

RegenAuf dem Weg nach Avignon bekommen wir das Unwetter, welches später am Tag im Raum Cannes Verwüstung und Tote hinterlassen hat, ab. Wenn in einer total flachen Landschaft ohne Unterstellmöglichkeiten die Blitze rechts und links der Straße in den Boden einschlagen und dazu heftiger Wind einen fast von der Straße weht wird einem doch ganz schön mulmig. Als wir am Ibis-Hotel in Avignon ankommen ist dort noch alles überschwemmt. Die Maschinen dürfen direkt vor dem Eingang parken. Nass wie wir sind setzen wir unser Zimmer unter Wasser, aber das Unwetter ist durch und tags darauf kommt sogar die Sonne zu unserer Besichtigungstour heraus.

6 Antworten zu Unsere Reise durch die Pyrenäen 2015

  1. Hey Herbert, Danke für den tollen Bericht, die schönen Videos und die Mühe, die hinter beidem gesteckt hat. Eine Ecke, in der ich es bisher mit dem Motorrad noch nicht hingeschafft habe… die mir aber glaube ich auch gefallen könnte :good:

  2. Hallo Herbert, danke für den schönen Bericht. :good:
    Ruft Erinnerungen an eine meiner erstem großen Touren 2007 wach. Ich bin damals jedoch nur bis Andorra gekommen >>> http://motorroller-info.de/html/swat_2007.html

    Gruß Ralf

  3. Hallo Herbert,

    danke für die dicke Portion Fernweh! :-)
    Da bekommt man echt Lust, die Tour direkt nachzufahren!
    Auch die Alben-Fotos sind traumhaft.

    LG
    Susy

  4. Hallo Herbert,

    Die Videos habe ich alle angeschaut und das nicht nur weil sich das”Winterloch” bereits breit gemacht, sondern weil ein gerade angesehenes Video Appetit auf das Nächste gemacht hat. Die Musik passt zum Kurvenswing, die Tour war wohl sehr detailliert geplant und das Fahren im Team hat sicherlich Spaß gemacht. Großer Beifall!

    Viele Grüße

    Manfred

  5. Hallo Herbert,
    sehr schöner und ausführlicher Bericht. Bei den Videos kann man nur hoffen, dass das Wetter bald wieder gut wird und man auf’s Bike kommt, denn nun hat man erst recht wieder Lust zu fahren. :yahoo:
    LG
    HH-Matze

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