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Zum Biker Summit 2016

28. August 2016 in Sonstige Themen, Tourenberichte und -tipps, User-Blog

Nachdem auf die Ankündigung von Berlin zum Biker-Summit nach Ischgl zu fahren auf große Resonanz gestoßen ist, nämlich keine, der kurze Bericht – den langen erspare ich euch – zu dem was dennoch passierte.

Start Mittwoch 16:43, von Berlin ging es in einer ersten Etappe zum Geiseltalsee gehen mit einem neueren Campingplatz in Mücheln, einem gefluteten Tagebau. Wegen des warmen Wetters und dem relativem Zeitdruck möglichst noch zu Besuchszeiten dort anzukommen, wurde die Autobahn genommen allerdings nicht ganz zu der Zielausfahrt sondern ein, zwei Abfahrten früher, denn ein bisschen Spaß sollte dabei sein. Wo der See anfängt ist die Straße zu Ende. Klar, mit Zaun und Tor. Lediglich auf der linken Seite, die den unbefestigten Parkplatz darstellte, standen ein paar freundliche Verbotsschilder: Bergbaugebiet – Betreten verboten. Der See befand sich dahinter, also kein Zugang. Auf der rechten Seite eine große Schranke – verschlossen und sonst kein großer – auch kein kleiner – Verkehr. Herzlich willkommen oder eher deutsche Willkommenskultur.

Ein Pärchen kam von der Schranke und fragte mich nach einem Zugang. Davon wußte ich zu diesem Zeitpunkt noch nichts. Aber von der Unsitte von jedem Besucher auf einem Campingplatz Eintrittsgeld zu verlangen, konnte ich berichten. Das ist so als wenn mein Vermieter für jeden Besucher meiner Wohnungeinen Zusatzobolus zur Miete haben wollte. Die spinnen, und das sind keine Römer. Auf einer Tafel stand zu lesen kein Zugang zum Badestrand, wie ich das später verifizierte, war es gelogen. Wanderer kommst du nach Mücheln, laß jede Hoffnung fahren. Die akzeptieren nur Bootsbesitzer und Fahrradfahrer.

Zunächst war ein anderer Eingang zu dem Campingplatz zu finden und er war ja auch gleich da. Ein zweites riesiges Tor versperrte die Erkenntnis daneben als Fußgänger diese Sperre zu umgehen. Nee, nee, ganz so einfach auch wieder nicht. Da endete noch der Abgrenzungszaun zum Campingplatz an einigen Stahlcontainern, die anschließend in eine irgendwie geartete Industrieanlage überzugehen schien. Vor dem ersten Container war eine Tür eingelassen, die überraschende Weise nicht abgeschlossen war. Direkt neben der Zauntür war an dem Container „Rezeption“ zu lesen. Der heruntergelassene Rolladen versprach das dann nicht unerwartete Ergebnis „Tür verschlossen“.

Um die Ecke in der Mitte ist eine halboffene Tür. Mutig will ich den Raum betreten, doch ebenso neugierig kommt der Haus- und Hofhund zu der Tür. Er war nicht allein und das ersparte mir über Rassengrenzen zu kommunizieren. Ja, das war hier die Rezeption, und ein Zelt ginge. Zelt aufgebaut und die Luftmatratze „Louis – mit eingearbeiteter Fußluftpumpe“ hatte keine Funktion, prima.

In so eine Luftmatratze paßt ganz schön viel Luft rein. Meinen Kampf mit meiner Lungenleistung gewann ich schließlich.

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Minuten später kommt Nachbar von dem Afrikamobil vorbei und erkennt „die gute Louis-Matratze“, setzt mich in die Erkenntnis: die gab es vor ein paar Jahren überall, die war wenig brauchbar, die (Pumpe?) funktionierte nicht oder nicht richtig. Toll und kein Ersatz mit.

Mitternacht auf dem Campingplatz. Tür verschlossen, aber mit Schlüssel kein Problem. Beim Afrikamobil brannte noch die Feuerschale und Kollege kommt herüber und lädt mich auf ein Bier ein. Ein zweites schlage ich aus, denn jetzt bin ich unterwegs zum Biker Summit.

Die tolle Luftmatratze mit den kleinen Packmaßen, verlor in der Nacht Luft und daher verringerte sich der Komfort bis auf den Verlust desselbigen. Wen wundert es, wenn es früh wieder los ging.

3Die Willkommenskultur hinterläßt auch am zweiten Tag ihren Eindruck. Rechts neben der Werkstraße ein Zaun mit wiederkehrenden Schildern „Bergbaugebiet – Betreten verboten“. Macht jedenfalls auf mich einen äußerst negativen Eindruck. Und diese Schilder haben die zu tausenden aufgehängt, das ist nicht einladend.

Der Himmel ist freundlich, so beherze ich die Empfehlung des Weimarer Schlossers und wies das Navi an Autobahnen zu meiden.

Später fing es an zu tröpfeln, der Blick zum Himmel wurde interpretiert mit: Fluchtversuch möglich. Die Bewölkung verfolgte mich, die sich in dieses versprechende bestimmte Grau entwickelte, dieses zuverlässige Versprechen.

Es war an der Zeit das Navi auf Leistungsmodus, sprich schnellsten Weg, umzuschalten und etwas zu schaffen. Wie befürchtet fängt es an zu regnen, runter von der Autobahn auf den nächst besten Rastplatz und Regenschutz überziehen.

Der Park-Camping Iller hatte noch nichts von Regen gehört. Der Rasen war saftig grün aber nicht gesättigt feucht, die Sonne schien und die Temperatur war sommerlich angenehm.

Das Zelt habe ich an einer Eingangsecke aufgestellt. Der Untergrund war weich und nicht kühl, so beschloß ich auf die Luftmatratze zu verzichten. Ich habe diesmal sehr gut geschlafen. Die einfachen Lösungen bringen es.

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Der nächste Morgen brachte hervorragendes Wetter. Es steht frühstücken und Pferd versorgen – sprich Tanken – an. Programmiert ist das Navi auf Ischgl mit Vermeidung von Autobahnen. Eine Tagesleistung unter 200 km hat ordentlich Luft für ad hoc Spaß und Erkundung. Als Zwischenstopp ist die nächst erreichbare Tankstelle vorgesehen. Rechts fettes grünes Gras, die glatte trockene Straße voll im Sonnenlicht, ein warmes Gefühl von der Einstrahlung.Das kann nur gut werden heute. Nach ein paar Einfamilienhäuschen mit Garten wird die Hauptstraße erreicht und rechts abgebogen. Da winkt doch schon eine Bäckerei zum Halt. Eine Käsestange und ein Brötchen hätte ich gerne. Eine Frage, ob es sich bei dem Käse auf dem Teig um Analogkäse handelt, erspare ich mir. Sagt die Verkäuferin dann: das ist Analogkäse, ist das Käse und was esse ich dann?

Einige Zeit später durch die Jejend kutschierens werden auch die fünfzig Pferde gefüttert und nun suchen mir a Plätzche wo’s Frühstück `genehm ist. Das Navi sagt geradeaus weiter, links geht zur Autobahn und rechts zu einem Dörfli. Nur geradeaus ist Wiese und Wald, nicht einmal ein landwirtschaftlicher Zugang. Drehen wir und nehmen Dörfli in‘s Visier. Vor der Einfahrt nach Aitrach ist ein Kreisverkehr und davor eine Haltebucht mit zwei Tafeln zur Orientierung. Auf dem Hügel im Kreisverkehr befindet sich Kunst, die dem ehrenden Andenken des Berufstandes der Flößer gedenkt.

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Völlig überraschend war ich an der Grenze.

Autobahnmaut, Vignettenpflicht. Vignette hatte ich nicht und Autobahn wollte ich ohnehin nicht. Ich war auf einer Straße nur für Autos. Also runter. An der Abfahrt stand auf der anderen Seite, einer Auffahrt, ein Schild B188 keine Vignette und mautfrei. Ach so, hätt‘ ja auch an der Grenze stehen können, aber so verkaufen sie ein paar Vignetten mehr. Na denn die Straße überquert und weiter.

Da fängt Ischgl an, wo ist denn nun der Parkplatz auf dem das Event stattfindet. Da kommt etwas mit roten aufgeblasenem Torbogen, KTM steht drauf und ein paar vereinsamte Mopeds stehen auch da. Das wird es sein. Gut, gehen wir zur Pensionssuche über, war in Galtür vorgesehen, zwei Villages weiter. Alles in leichtem Regen, geht es doch voran. Zweimal die mainstreet abgefahren und das im Internet abgebildete Haus ist nicht zu sehen. Nicht so schlimm, gut das nicht vorher gebucht war, waren ja an fast jeder Ecke Schildchen mit Zimmer frei. Pragmatisch das nächste Haus mit so einer Einladung angelaufen und die Klingel betätigt. Ausgestorben, kein Mucks. Das nächste eben angefahren und der gleiche Erfolg. Also zurück zum Ort des Geschehens. Hinter dem Gelände stand eine Herberge, die jedoch nur ein paar Meter entfernt über eine Brücke des reißenden Trisanna zu erreichen war, ist das Ziel des nächsten Versuches geworden. Das Wasser wird so benannt und ist keine exotische Umschreibung. Alles belegt. Da wäre gegenüber in Ischgl etwas frei und auch die Pizzeria am Ortsausgang könnte etwas bieten. Das Gegenüber zeigt er mir auch vor der Tür. Die Hausbeschriftung konnte man von hier gut erkennen. Ob die Erkennbarkeit unten auf dem Straßengewirr auch gegeben war, probierte ich erst garnicht aus. Irgendwie habe ich Ischgl nach einem Film im Gedächtnis, in dem ein Urlaubspaar im Winter all das erlebte, was so im Skiurlaub schiefgehen kann. Nun hatte ich genug von dem Absteigen, Helm abnehmen, klingeln, warten, Helm aufsetzen, Aufsteigen, Motorrad starten, fahren, gucken, anhalten und auf ein neues. Das nächste Hotel mit Restaurantbetrieb und offener Tür war meines.

Pause, zwei Stunden auf’s Bett gelegt, dann war Aufbruch zum Freitagskonzert angesagt. Ich kam trocken nach Ischgl und der Bandleader erläuterte: “…habe ich schon gesagt, wir sind die milestone”. Bei mir jedenfalls nicht angekommen und macht erst einmal Musik, wenn das überzeugt, dann darft’s sagen. Ein junges Mädchen wurde als Chefin vorgestellt und die sagte: “Wenn ihr Spaß habt, haben wir Spaß” und hüpfte wie ein Gummiball. Das hat geholfen, zumindest wurde den Musikern der Takt vorgegeben und es kam nach einiger Zeit auch über den Bühnenrand. Irgendwie verlor die Musik an Mitnahmeeffekt und dann machten die noch eine Pause und so schwang ich mir auf’s Radl, gerade rechtzeitig, denn es tröpfelte schon wieder.

6Halb Neun Frühstücksbuffet, ein Tisch – irgendwie abgesondert, kein Sichtkontakt zu anderen Gästen – war mit einem Gedeck bestückt und den Tisch belegte ich. Mein T-Shirt hatte den richtigen Aufdruck “extramural”, diejenigen, die im Mittelalter in die Städte strömen wollten, weil Stadtluft frei macht, die Städter davon gar nicht begeistert waren, weil der König ihnen die “Sozialhilfe” der in der Stadt Lebenden auferlegte und als Folge die Bauernkinder vor der Stadtmauer sich ansiedeln mußten. Positiv hingegen war der Abstand zu dem Teil des Buffets, der aus den herzhaften Belägen und der Warmhalteplatte für Rührei mit Speck bestand.

7Samstag sollte um zwölf die Parade zur Idalp gehen. Auf der Idalp sah das angebotene Biker-Menue ganz nett aus, Rumpsteak mit an den Enden abgeschnittenen Maiskolben aufrechtstehend angerichtet. Edel, aber für 18 Euro nicht sättigend aussehend. Also im Vergleich zu Svenjas Pfannen in Schottland, das machen wir nicht.

Abends war fettes Konzert mit Opus angesagt, ja die mit dem life is life. Ob es da wirklich life gibt? Opus machte Musik, der Kollege neben mir fragte, ob ich einen der Titel, die sie zum Besten gaben kannte. Nee nie gehört, nichts von dem was da gespielt wurde. Es zog aber nicht vom Hocker, sondern den Kollegen von dannen. Ein Opa, der sich bewegt wie ein solcher macht eine Playback-Schau zu einer abgenudelten Schallplatte. Da half der Trick des Tonmeisters nicht, die Bässe, die gestern deutlich abgeriegelt waren, hier freizugeben. Ein Tonträger bleibt ein Tonträger und Studioatmosphäre bei einem Konzert ist alles andere als ein Vergnügen. Davon Aufnahmen und die nächsten Veranstalter reden nicht mehr mit Opus. Da kein Regen die Heimfahrt störte und das Highlight keines war, wurde aufgebrochen, was der Himmel mit Undichtigkeit quittierte.

Der Sonntag begann mit Sommerwetter Erster Programmpunkt war Weißwurstessen mit Brezel, bevor es zum wichtigsten vom Sonntag ging, die Heiligsprechung, na die Segung meiner Waffe, ähh, meines Motorrades und mir. Der Pfarrer ging mit einer Schüssel durch die angetretenen Reihen Motorräder und besprenkelte diese mit gesegneten Wasser.
Auf der Tour heimwärts nach der Suche einer Örtlichkeit zur Einkehr stand in einer der nächsten Kehren ein Reise-Motorrad mit Schweizer Kennzeichen vor dem Haus, da schienen die Aussichten gut zu sein. Die Wärmedämmung des Hauses sah auch schon interessant aus. In Anlehnung an vergangene Zeiten war Holz vor der Hauswand gestapelt, jedoch nicht als Wintervorrat sondern als Wärmedämmung und Insektenheim und -hotel.

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Nach dem Erklimmen von fast vierzig Stufen sah man aufgespannte Sonnenschirme, Tische die eine Decke hatten und die Tür zur Gastronomie stand offen. Ein großes Bier mußte her, ein Fahrenheit, gut es war ein Einhornbier mit Namen Fahrenburger. Nur Sonnenterasse traf nicht ganz zu, die verschwand hinter einem bedeckten Himmel. Das Pärchen, dessen Motorrad unten stand, wollte zahlen und da schloß ich mich an.

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Die technische Hilfe des Navis auf der Suche nach einem Zwischenhalt bei Claudia blieb ohne Erfolg, es kannte die Adresse schon einmal, doch offensichtlich ebenfalls die Gnade des Vergessens.
Ich komme zu einer mir bekannten Einmündung auf eine vorfahrtberechtigte Straße und muß anhalten, weil sich auf der ein Fahrzeug nähert. Die Fahrbahn hat an der Einmündung eine Ausbesserung mit leichtem Gefälle für den Abfluß von Regenwasser ins Grüne bekommen. Ich stehe und die Schwerkraft zwingt  langsam mein Fahrzeug und mich hernieder, da meine Muskelkraft im rechten Bein nicht auszureichen scheint. Sehr ärgerlich, aber warum passiert das? Ich liege auf dem Stahlroß und muß die Niederlage hinnehmen, kann jedoch alleine aufstehen. Da fließt Benzin aus oder neben dem Einfüllstutzen aus, da muss ich sofort eingreifen und das Radl anheben, was der erste Schritt zum Aufrichten ist. Doch Aufrichten kann ich nicht alleine. Ein PKW-Fahrer hat angehalten und kommt mir zu Hilfe, dem ich mein Problem mit dem Aufrichten sage. Er kennt das, er sei auch Motorradfahrer. Noch mit meinem Niederwurf belastet, frage ich nicht nach. Das Motorrad steht wieder und wird zwei Meter aus der Abbiegung geschoben, meine Helfer, es sind jetzt zwei, verabschieden sich nach dem Vergewissern, dass mir nicht passiert ist.

10Ich mache ein, zwei Fotos von der Stelle des Ereignisses und versuche die Ursache zu finden. Das ist natürlich einfach, die Erdanziehung der Masse des Motorrades war größer als die Muskelkraft in meinem rechten Bein. Das erklärt nicht, ob ich einen Fehler begangen habe und wie ich so etwas demnächst vermeiden kann. So langsam dämmert es mir, da ist ein Systemfehler.

Der Vorbesitzer sagte: er verkauft das Motorrad, weil er es nicht mehr halten könnte. Der Ersthelfer sagte, er kenne das.

Die Motorräder mit dem immer größer werdenden Hubraum haben einen höheren Schwerpunkt und damit wirkt die Erdanziehung bei immer kleineren Winkel der Seitenneigung kräftiger. Die 1600 BMW mit dem Packtaschenexcess gestern in Ischgl hätte hier auch jeden Fahrer in die Knie gezwungen. So kräftig kann kein Mensch sein. Da die Fahrbahndecke rechts zur Wiese hin mehrere Zentimeter abfiel, war an dem Haltepunkt der rechte Fuß erst auf dem Boden in der Stellung, wo der Winkel zum falling-down überschritten war. Ein Verkehrsschild mit der Warnung für Motorradfahrer das Rechtsfahrgebot ist hier sturzgefährdend, gibt es noch nicht und vor Ort schon garnicht.

Ich nahm diese Unterbrechung als Zeichen des Himmels und beschloß nach Hause zu fahren. Allerdings war es schon Nachmittag und der Weg noch weit, zu weit. Das Navi wurde jetzt angewiesen: nach Hause und zwar schnellster Weg auch wenn es über Autobahn geht.
Da ist eine Abfahrt von der Autobahn zum Suchen einer Übernachtungsgelegenheit mit der Erwartung eines neuen Regenschauers nicht so freudeauslösend. Der Platz war nicht geeignet. Einfach nicht gut zum Schlafen. Der andere Platz einige Meter weiter auch nicht, jedoch stand dort ein LKW mit Kühlaggregat, welches regelmäßig ansprang. Auf das Wetter war kein Verlaß und es war dringenst angesagt das Zelt aufzustellen. Vor Sonnenaufgang packte ich dann auch zusammen und es ging weiter. Zunächst recht lustlos.

Wenige Minuten später ein Bild, was die Stimmung aufhellte und neues schönes Erleben versprach. Das Trike mit dem Bierfaß aus Brösels Werner Comic und Filmen steht da rechts am Straßenrand. Das muß ich fotografieren, das glaubt mir doch keiner. Ich kehre um, halte an und mache meine Fotos.

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Ein Supermarkt an der Straße erinnerte an Futtersuche und so wurde gegen Bares Brötchen, Buttermilch und Käse erstanden. Es fand sich ein schönes Plätzchen mit dem alten Problem, Sitzbänke gab es, nur irgendetwas was sich als Tisch benutzen ließe halt nicht. Nach dem Frühstück ging es kurzweilig weiter, schon wieder etwas zu sehen. Ein senkrecht zur Hälfte eingegrabener VW-Käfer am Ortseingang signalisierte: nicht so schnell, hier könnte mehr zu entdecken sein. Ein (ehemaliges) Kloster, eine kleine Brauerei und ein Torhaus, alles in kürzesten Abständen. Da kommt man nicht gerade flott vorwärts.

Der Himmel bezog sich mit grauen Wolken, drohte mit Windboen und den daraus folgenden Ereignissen. Da auch mit Hilfe der Karte ich mich nicht orientieren konnte, wurde der Heimweg per schnellster Route beschlossen, was das Navi auch mit 20 Uhr anvisierte. Wie versprochen bekam ich noch vor dem Tankstopp ein paar Tropfen ab, allerdings nur ganz dezent, eben ohne Regenzeugs anziehen zu müssen. Nach mehr als hundertfünfzig Kilometern war ich wieder in der Tropenwärme. Das war doch angenehmer als vor einer guten Stunde und so blieb es bis zum Schluß. Um zwanzig Uhr dreissig wurde das Pferd abgesattelt und ein warmer Weißwein auf das Heimkommen vor Einbruch der Dunkelheit genossen, weil vorher nicht kaltgestellt.

5 Antworten zu Zum Biker Summit 2016

  1. Am 28. August 2016 sagte quan:

    So richtig Stimmung schien bei Dir beim Events wohl nicht aufgekommen zu sein? Aber wenn man etwas nicht ausprobiert, weiß man es oft nicht, ob es sich lohnt.
    Weiter gute Fahrt und beim Stehenbleiben immer genug nahe Straße unterm Fuß. Ich glaub das ist auch jedem schon einmal passiert…

  2. Schön geschrieben, aber ich hatte auch den Eindruck, daß Du nicht wirklich gefunden hast, was Du suchtest…….
    Aber was soll’s, wer nicht sucht, findet erst recht nix !

    Gruß Thomas

    • Das täuscht, die gesamte Geschichte umfaßt 27 Seiten und wie es am Anfang aussah wurde es ein Abenteuer. Auch ohne komplettes Durchweichen oder schweren Beeinträchtigungen.
      :yahoo:

  3. Tja, manche Fahrten waren im nachhinein richtig gut. Oder auch nicht. Das negative vergessen, das positive im biologischen Langzeitspeicher archivieren! So arbeitet übrigens unser Denkapparat schon von Natur aus. Schönes bleibt, fieses verblaßt.

    Ich wünsche noch viele schöne Fahrten die dann haften bleiben!

    Gruß vom Grufti :good:

  4. vielleicht hilft einfach eine “optimistischere grundeinstellung” ? ;-}}}

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