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Driften lernen leicht gemacht…

14. August 2017 in Rennstrecke, Sicherheitstraining, User-Blog

seitlBereits 2016 hatte mich Marco gefragt, ob ich mit ihm zusammen nicht ein Supermoto-Training mitmachen möchte.Einerseits hatte es damals zeitlich nicht gepasst, andrerseits konnte ich dem Thema ehrlichgesagt auch nicht so wirklich viel abgewinnen. Ein Supermoto-Training auf einer Kartbahn, insgesamt grade mal eine ganze Stunde Fahrzeit auf der Bahn und An- und Abfahrt “kosten” auch noch 3 Stunden… Nee, passt nicht.

Dieses Jahr im Trentino hatte ich aber dann auf dem Weg zum Idrosee zwei Supermoto-Fahrer vor mir und irgendwie fand ich es dann doch faszinierend, mit welcher Leichtigkeit und auch Geschwindigkeit die ihre Mopeds durch die Kurven geschoben hatten. Und bequem und nach viel Spaß sah’s auch noch aus ;-)

Daher dachte ich mir, dieses Jahr will ich das auch mal probieren um festzustellen, ob das ‘was für mich ist. Gesagt getan, zum 12.08. hatten wir uns dann nochmal in dieses Training eingebucht.

Das Training fand in einer Karthalle in Marktl am Inn statt. In der Ecke waren wir ja schon aus unserer Bayerwald-Tour Richtung Österreich unterwegs, von Regensburg aus sind es zwar um die 130 km aber eigentlich geht’s über große Bundesstraßen halbwegs schnell hin. Da unsere Autos zuerst von unseren besseren Hälften gebraucht worden wären, waren wir kurz davor, mit dem Moped hinzufahren. Gut, etwas Regen bringt einen nicht um und so anstrengend kann’s ja auch nicht sein… Aber da sich dann dank der Schwiegereltern doch noch eine Auto-Option aufgetan hat, haben wir dann doch die Dose gewählt und nach eineinhalb Stunden nettem Gequatsche sind wir dann um halb Zehn in Marktl an der Karthalle angekommen. Mopedklamotten hatten wir die eigenen dabei, lediglich Schuhe hatten wir uns für nen Zehner ausgeliehen, denn die eigenen waren logischerweise ohne Metallbeschläge unten dran…

Etwas über zwanzig Teilnehmer hatten sich dann schon dort versammelt und nach einer kurzen Begrüßung ging es los. Hans, Betreiber der Halle und Instruktur, hat uns dann eine Einführung in den Tag gegeben. Irgendwie kam dann doch etwas Respekt vor’m Thema auf und ein bisschen habe ich mich dann dafür verflucht, für so was nicht meine alte Mopedkombi und einen alten Helm aufgehoben und mitgenommen zu haben. Das Ziel des Tages war es, Driften zu lernen und am Schluss ein rutschendes Hinter- wie Vorderrad fahren und (halbwegs) beherschen zu können. Naja, 6 Turns à 10 Minuten – da bleibt nicht viel Zeit, viel zu lernen, dachte ich.

Dann wurden drei Gruppen gebildet: Eine für die, die das Training schon mal gemacht hatten (Marco war damit schon mal verteilt) und die, die Cross-Erfahrung o.ä. vorweisen könnten. Die letzte Gruppe für die eher vorsichtigen Fahrer und die mittlere für den Rest, also auch für mich.

Runde 1 – Warmfahren

Es war nun nur das Ziel, einfach unfallfrei die zehn Minuten zu überstehen und es nicht zu übertreiben und die so Bahn und Mopeds kennenzulernen.  Die Mopeds waren allesamt Yamaha WR250X.

Also ging die erste Gruppe an den Start. Schöner für den Anfang wäre es gewesen, nicht die voran zu schicken, die schon etwas Ahnung haben, denn vom Zuschauer- und Restaurantbereich aus sah es schon ziemlich flott aus, wie die Runden gedreht wurden. Prompt kam auch hier noch etwas “seelischer Beistand” vom Instruktur, dass wir uns da nicht verunsichern lassen sollen und er sich sicher ist, dass das mit dem Driften zum Abend hin auch klappen wird. Naja gut, probieren wir es mal.

Kaum selbst auf der Bahn hatte ich schon erst mal mit dem Moped und der Bahn zu kämpfen aber nach 3-4 Runden ging es schon recht flüssig um die Kurven. Wohin aber mit dem kurveninneren Bein war mich auch noch nicht ganz klar, aber es war ja nur der erste Turn. @marco_rux76 hat natürlich gleich die erste Gelegenheit genutzt um zu testen, wie es ist, wenn man auf Asphalt fällt, wie zu erwarten war er eher hart :yes:

Runde 2 – Blickführung

Nachdem alle durch waren ging es zu Fuß auf die Bahn. Ideallinie und Blickführung stand an. Ich glaube es hat fast eine ganze Stunde gedauert, bis wir die Hälfte der Kurven durch waren, aber nun wussten wir, wo in der Halle in welchen Streckenbereichen wirklich die Blicke hin gehen sollten und wo die zu fahrende Linie daher liegt. Hierzu haben wir dann mit Rot-Weiß-Band entsprechende Korridore gespannt und plötzlich fehlte doch so einiges an Bahn, wo vorher auch viele rumgeeiert sind. Die Markierungen blieben und Runde zwei war sozusagen ein auf Blickführung ausgerichtetes Fahren mit markierten Korridoren und ich glaube jeder hat gemerkt, dass es nun flüssiger und schneller und vor allem viel schöner um die Kurven ging. Und auch hier, gell Marco,, war der Asphalt noch hart  :whistle:

Runde 3 – Wohin mit dem Bein?

Zu Runde drei wurde etwas zur Beinarbeit mit dem kurveninneren Bein erzählt. Wie das mitgleiten soll, was das für Auswirkungen auf das Fahren hat usw. Und so ging es dann in die dritte Runde mit dem Fokus am Bein auf der noch abgesteckten Bahn. Gefühlt wurde das Fahren dadurch schon viel sicherer

Runde 4 – 6: Beinarbeit, Drifttechnik und Instruktoren

Nun kamen die Markierungen wieder weg und es gab längere Theorie-Einheiten. Nebenbei gab’s die Gelegenheit, etwas zum Essen zu bestellen. Hier ging es viel um allgemeine Fahr-Grundlagen und ich habe hier auch das ein oder andere mItgenommen, was mir auf meinem Straßenmotorrad auch noch etwas bringen wird. Vor allem ging es nun um die Grundlagen, wie man am Supermoto-Bike die Räder in’s Rutschen bringt. Und natürlich auch, wie man es wieder aus dem Rutschen raus bring. Irgendwie kam dann doch wieder Respekt auf.

Nun waren auch mehrere Instruktoren dabei, die sich in einem Bereich der Bahn immer aufhielten und wer Lust hatte signalisierte einem, voraus zu fahren und man musste nur noch hinterher. Nun kamen wirklich so die Puzzleteilchen zusammen und grade mit der Vorausfahrt der Instruktoren ging es dann Stück für Stück sich an das Driften heranzutasten und es lief immer besser.

Mich hinpacken wollte ich eigentlich nicht, aber einer der vielen Tipps von Hans, wenn’s Moped komplett wegrutscht, dass man ja quasi den dritten Punkt, das Bein noch am Boden hat und auf dem einfach mit dem Moped wegrutschen kann und dann halt irgendwann notfalls in der Bande landet, hab ich dann mal in den Hinterkopf gerufen und selbst wenn ein paar Kratzer in die noch recht neue Moepdkombi kommen – eigentlich ist sie ja genau dafür da… Insgesamt war es dann auch ein paar Mal kurz vor Sturz, aber irgendwie hab ich es dann doch immer wieder auffangen können bzw. mit dem zuvor Gelernten retten können

In den letzten beiden Runden waren dann Schräglagen und ein Driften möglich, was ich zu Beginn des Tages nie für möglich gehalten hätte. Es war einfach unglaublich! Unglaublich war auch, wie platt man nach zehn Minuten Motorradfahren sein kann…. und am Ende war ich froh, nicht mit dem Moped angereist zu sein und nun wieder bequem im Auto bei angenehmen Gesprächen zurückfahren zu können…

Foto aus Runde 4. Leider gab's kein gutes aus der letzten Runde <img src='http://www.netbiker.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wink.gif' alt=';-)' width='20' height='20' class='wpml_ico' />

Foto aus Runde 4. Leider gab’s kein gutes aus der letzten Runde ;-)

Fazit

Gruppen-Abschlussfoto

Abschlussfoto

Es war ein wirklich gigantischer Tag. Wir hatten die ganze Bahn für unsere Gruppe, wir hatten keine Zeitnot, keinen Streß. Hans als Instruktor hat sich sehr viel Zeit genommen mit uns die Themen durchzugehen, er hat viel Wissen vermittelt und vor allem: Er war mit so einer Leidenschaft dabei, dass ich mich ernsthaft Frage, wie der das so 14 Jahre nun schon durchhält ;-) Der Ganze Tag kann so eigentlich als Sicherheitstraining der etwas anderen Art gesehen werden. Wir haben wirklich viel gelernt und viel Spaß dabei gehabt.

Insgesamt hatten wir glaube ich fast zwei Hände voll Umfälle. Ein Teilnehmer musste dann knieproblembedingt auch aufhören, aber ansonsten waren keine ernsteren Crashs dabei. Gut, Schmerzen habe ich jetzt auch, denn der Muskelkater der Oberschenkel ist echt nicht zu verachten, aber das geht ja wieder vorbei…

Vielleicht hat ja noch jemand aus der Region Lust, das einmal zu probieren und wir könnten es uns durchaus vorstellen, vor allem in Herbst bis Frühjahr ein paar Mal für einen Tag oder Abend dort hin zu fahren um ein paar Turns zu drehen. Preislich hat es auch gepasst: Training: 99€ (Sommer-Spezial-Preis, sonst wohl 139€), Stiefel: 10€, Getränkepreise (ja, man trinkt wirklich seeeehr viel) sind OK. Wenn man nur so zum Fahren kommt kostet ein Turn 13€ (dann 12 Minuten). Denke für ab und zu etwas Spaß haben ist das OK.

Vor allem eines noch: danke @marco_rux76 , dass Du die Idee eingebracht hast und nochmal mit zum Training bist. Alleine hätte ich das wohl nicht gestartet. Ich hoffe wir fahren da noch ein paar Mal hin und haben dort noch jede Menge Spaß! Und vielleicht wollen sich ja noch ein paar Netbiker mehr anschließen?

Mehr Infos / Link zum Veranstalter: http://www.kom-marktl.de/infos.html#preise-supermoto

Und ganz zum Schluss ein kleines PS: Nein, ich bekomme nichts für den Artikel ;-) Es war einfach zu geil um es euch vorzuenthalten ;-) :good:

11 Antworten zu Driften lernen leicht gemacht…

  1. Cooler Bericht…muss ich mal ausprobieren. Danke ! :good:

  2. Ist auch sehr zu empfehlen für die Überbrückung der Winterpause!

  3. War schön zu lesen,
    echt klasse.
    mal schauen ob sowas auch im Norden an geboten wird

    • Wird es, z.B. von Lothar Schauer. Ich war da mal zum zuschauen in Celle. Jetzt ist es in Sassenburg/Stüde. In Wesendorf kannst Du dann auch mit ihm Wheelies üben :yahoo: :yahoo:

  4. Am 15. August 2017 sagte susi:

    Sieht klasse aus! Kann das auch ‘ne Oma noch lernen? B-)

  5. aber die gleichen Erfahrungen gemacht. War echt super, kann es jedem empfehlen auch Omas und Opas

  6. Super, das du Dich getraut hast und Spaß hattest :good:

  7. Klingt super- da wär ich doch glatt auch dabei :yes:

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