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Pyrenäen-Tour Juni 2007
geschrieben am 05.12.2007, 14:51:52. Kategorie(n): keine Kategorie
Hier ein Bericht über eine Woche Pyrenäen, die wir (7 Jungs aus der Firma) im Juni 2007 angetreten haben.

Autoreisezug von Neu-Isenburg nach Narbonne, Abfahrt: 13.6.07, 20:15 Uhr
Ankunft 14.6.07, geplant: 10:10 Uhr in Narbonne, tatsächlich: 8:45 Uhr in Avignon.

Teilnehmer:
Jürgen (Honda CBF 1000), Harald (Honda CBF 1000), Mike (BMW R1200 GS),
Dieter (Yamaha FZS 1000 Fazer), Ralf (Yamaha FZS 1000 Fazer),
Tom (Kawasaki Z 750 S) und Michael (Yamaha XJ 900S)

1.Tag 14.06.2007 (ca. 508 km)

Nach einer einigermaßen geruhsamen Nacht im Zug kamen wir in Avignon, Südfrankreich am Mittelmeer an, geplant war Narbonne, doch wegen eines Bahnstreiks wurden wir kurzer Hand in Avignon, also rund 180 km vor unserem Reiseziel, aus dem Zug verfrachtet.
Als wir gegen 9:30 Uhr unsere Mopeds vom Zug holten, konnten wir unsere Reise Richtung Prades antreten.

Die Fahrt, klar, war wegen des nicht erreichten Anreiseziels relativ langatmig, da die Autobahnfahrt hinzukam. Wir hatten ja geplant, die schönste Mittelmeer-Küstenstrasse von Europa zu befahren…und liessen es uns auch letztendlich nicht nehmen, es zu tun.
Nachdem wir die Stadt Avignon, vorbei an Narbonne, Richtung Perpignan per Autobahn gemeistert hatten, ging unser Ritt schnurstracks an die Küste der oberen Costa Brava. Es war mittlerweile etwa 13.30 Uhr als wir die Ortschaft St. Cyprien erreichten um dort erstmal eine anständige Mittagspause zu machen.
Nach der Mittagspause sollten die zahlreichen Kurven entlang der Küste in Richtung Cadaques den Tag wieder in Laune bringen. Erfolgreich kamen wir in besagtem Städtchen an. Übrigens stammt der bekannte Künstler Dali von hier, man kann auch sein damals bewohntes Haus besichtigen.

Ab der Pause im Dali-Örtchen mussten wir uns sputen, um noch heute Prades, unserem Basislager für die nächsten Tage zu erreichen. Wieder folgten bis kurz nach Roses tolle Straßenabschnitte mit astreinem Belag, ab Figueres ging es dann kurz auf die Autobahn, hoch bis le Boulou, um dann auf der Nationalstrasse D115 recht zügig bis Prades zu kommen. Etwa gegen 19:30 Uhr hatten wir dann unser Feriendomizil erreicht.
Hier im „Bikers Paradise“ ist man gut aufgehoben: tolles Frühstück, genug Platz für die Mopeds und auch die Freizeitgestaltung (kleiner Pool im Garten, Grillmöglichkeiten, riesige Rasenfläche, Tischtennisplatte usw.) lässt keine Wünsche offen.
http://www.netbiker.de/pnUserPictures_datadir/0-1196864370_5078.jpg

2.Tag 15.06.2007 (ca. 225 km)

Gegen etwa 10:00 Uhr nach dem Frühstück machten wir uns in nördlicher Richtung auf den Weg.
Geführt durch Harald erreichten wir schon nach kurzer Zeit und bereits vielen Kurven den Eingang zu den ersten Pässen. Nach dem Col du Jau (1506m), dem Col de Pt.Paihenes (2081m) und dem Col du Pradel (1680m) war es schon fast erholsam mal ein kleines Stück in Richtung Quillan ohne Kurven zu fahren.

Der Asphalt ist in der Regel sehr griffig und rau, bestens geeignet für extreme Fahrten, doch es gibt auf den kleinen bis winzigen Sträßchen jede Menge Überraschungen. Eine Bodenwelle nach der anderen als auch Rollsplitt lassen den Adrenalinspiegel immer mal hochsteigen.

Im ersten Abschnitt bestand unsere Reise von der Überfahrt der Pässe. Nun ging es in die Tiefe. Die Schluchten und die daraus resultierende Fahrt durch den Gorges de St.Georges entlang unserer gewählten Route bis zurück nach Prades sollten nur noch ein lockeres Warmfahren für unsere Mopeds der kommenden Tage sein. Übrigens, die Schluchten hier heißen alle „Gorges“.

Weiter ging es Richtung Lapradelle/Salvezines, vorbei am Chateau de Puilaurens zurück über Montfort-sur-Boulzane.
Es folgten noch zahlreiche Kurven über Sournia bis Prades, so dass wir an diesem Tag nach einer tollen Tour geschafft aber glücklich in unserer Herberge gegen 18:30 Uhr ankamen.

3.Tag 16.06.2007 (ca. 223km)

Gestärkt traten wir ab 10:15 Uhr unsere nächste Etappe an. Heute sollte Dieter die Führung übernehmen. Er sollte uns durch die kleinsten Sträßchen führen - willkürlich gewählt - und somit eine geile Strecke finden.
Die Reise führte uns über Tarerach, vorbei an Trevillach nach Ansignan. Von dort aus durch den Gorges de Galamus, weiter bis an das Chateau de Queribus. Über Tuchan, Estagel, Latour-de-France, Casagnes, Lesquerde, Montalba-le-Chateau, fuhren wir wieder nach Trevillach zurück nach Prades.

Diese Tagesreise war vom Streckenverlauf her einfach genial, nicht zu lang und von der Aussicht wunderschön.

4.Tag 17.06.2007 (ca. 238km)

Diesmal war eine südliche Tour von Prades aus geplant. Man wollte den Hausberg Pic du Canigou (2784m) umfahren.
Auf der N116 Richtung Ille-sur-Tet, bogen wir bei Bouleternere rechts ab auf die D618 nach Amelie les Baines. Diese Strecke waren wir am ersten Tag bereits in Gegenrichtung gefahren. Hier kann ich nur wiederholen was ich bereits am zweiten Tag erwähnte: „Aufpassen !“
Die Überraschungen sind überall.

Von dort durch den Gorges de la Fou, das ganze Tal nennt sich „Haut Vale“.Bei le Tech ging’s dann nach Lamanere in eine Sackgasse, nach kurzer Pause wieder zurück Richtung Ceret. Hier mussten wir langsam nach einer Tankstelle Ausschau halten, da Dieter seine Reichweite nicht überstrapazieren wollte. Es kam allerdings etwas anders, jede Tankstelle die wir aufsuchten funktionierte nur mit Karte oder war sogar nur mit einer Zapfsäule belegt. Ausgerechnet war es an diesem Tag extrem heiß, so dass es langsam eine Tortour wurde eine vernünftige Tankstelle zu finden.

In Ceret fand man schließlich gegen 17:00 Uhr eine Tankstelle, nun blieben nicht mehr viele Möglichkeiten, da es schon recht spät war und wir fuhren auf dem direkten Weg wieder zurück.
Bedeutet wieder D618 hoch(erster Tag) bis Bouleternere und auf die N116 bis Prades. Gegen 19:00 Uhr waren wir in unserem Domizil. Abends hat unsere Wirtin dann für uns Pizza geordert, so dass wir keine Hetze mehr bezüglich des Essens hatten.

5.Tag 18.06.2007 (ca. 272 km)

Heute wollten wir die Strecke nach Andorra prüfen. Aus den örtlichen Nachrichten war uns nämlich eine Vollsperrung bei Olette gemeldet worden. Gegen 10:15 Uhr ging es dann in diese Richtung .Und wahrhaftig mussten wir den Abschnitt sehr großräumig umfahren, es gab auch gar keinen näheren Weg. Trotzdem sollten wir ein herrliches Panorama zu sehen bekommen.

Immer „an der Wand“ lang ging es durch eine riesige Schlucht, so wurden die Ortschaften Evol, Avguatebia und Talau auf dem ca. 50 km umfahrenden Weg gekreuzt, bis wir wieder auf der N116 in Richtung Andorra fuhren.
http://www.netbiker.de/pnUserPictures_datadir/0-1196864458_5078.jpg
Nachdem wir diese Schlucht gemeistert hatten ging es zuerst einmal ein paar Kilometer gerade aus.
Aber dann : Kurvenautobahn hoch nach Andorra, über den Col de Puymorens (1920m), Pass de la Casa (Grenze zu Andorra) und hoch zum Port dÈnvalira (2408m).
http://www.netbiker.de/pnUserPictures_datadir/0-1196864596_5078.jpg
Der Temperaturunterschied bei 1000 Höhenmetern ist doch gewaltig, hatten wir doch hier oben nur noch 8° Celsius. Hinab nach Andorra Encamp, ….Geschäfte zu, na gut, Essen wir was und wieder zurück auf der gleichen Strecke.

Da es heute unsere letzte Übernachtung in Prades sein sollte, hatten wir vereinbart mit den anderen Gästen und unseren Gastgebern zu grillen. Dadurch war etwas Eile geboten, jedoch erreichten wir unsere Bleibe dann etwa gegen 18:30 Uhr, so dass dem gemütlichen Abend nichts mehr im Wege stand.

6.Tag 19.06.2007 (ca. 448 km)

Ab heute ging es wieder Richtung Heimat. Gestärkt traten wir ab 10:30 Uhr unseren Rückweg aus den Pyrenäen an. Heute sollten wir über ein paar Col’s und die Autobahn fahren um dann in St. Disdier unsere Zwischenstation, das Haus „La Neyrette“ zu finden.

Zuerst die N116 bis zur Autobahn und diese dann etwa 180 km bis Orange. Über Nyons führte uns die Strecke durch den Gorges St.May - hier wurde mal wieder eine kleine Erfrischung im Flüsschen genommen - über Serres bis nach Veynes.

Ca. 3 km hinter Veynes ging es links hoch nach la Cluse, über den Col du Festre (1441m) bis an unsere nächste Bleibe in St. Disdier. Zwar recht spät (ca. 19:30Uhr) erreichten wir dann das „La Neyrette“, wo wir den Abend bei einem tollen Essen ausklingen liessen.

7.Tag 20.06.2007 (ca. 393 km)

Wieder gestärkt durch ein beachtliches Frühstück konnten wir etwa gegen 9:30 Uhr unsere nächste Heimreise-Etappe in Angriff nehmen. Heute sollten nochmals viele Kurven und super Strecken auf uns warten. Von St. Disdier ging es Richtung Gap. Von dort über den Stausee Lac de Serre-Poncon bis nach Briancon.

Nun links halten über le Monetier, hier haben wir freie Fahrt gegeben um uns am Galibier wieder zu treffen. Und ab über den Col du Lautaret (2058m) bis hoch zum Col du Galibier (2645m).
http://www.netbiker.de/pnUserPictures_datadir/0-1187215874_5078.jpg
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Die Abfahrt ging nach Valloire über den Col du Telegraphe (1566m) bis ins durch die 16. Olympischen Winterspiele 1992 bekannte Ort Albertville.

Von hier aus über la Clusaz und Bonneville bis an den Genfer See. Nun fuhren wir noch eine „kleine Ewigkeit“ am Genfer See entlang um unseren nächsten Reiseort Le Bouveret (Süd-Ostseite des Lac Leman, am Rhonezufluss) zu erreichen. Glücklich gegen 20:30 Uhr landeten wir im Hotel „Bellevue“, um dort dann nur noch die Aussicht auf den See zu geniessen und nach einem guten Essen und ein paar Gläschen „Saft“ in die Federn zu fallen.

8.Tag 21.06.2007 (ca. 528 km)

Ja das war es dann für dieses Jahr ! Rückreise. Eine wunderschöne Tour neigte sich dem Ende zu. Heute hieß es nur noch Kilometer fressen. Vorgesehen hatten wir zwar noch ein paar Kilometer durch die Berge, doch bedingt durch den Regen kauften wir kurzer Hand noch jeder eine Schweizer Vignette (pro St. 25,-¤) und nahmen gleich die Autobahn.
Ralf und Tom verließen uns in Richtung Schweiz um sich dort noch die letzten beiden Tage mit den Bremer Kollegen zu treffen.

Noch ein paar Mal Rast und wir kamen alle glücklich und gesund wieder bei unseren Familien zwischen 19:00 - 19:30 Uhr an.

Fazit:

Nach ca. 2835 km und zig Kurven, wirklich tollen Strecken in den Pyrenäen, die Abstecher an die obere Costa Brava des Mittelmeers und nach Andorra, danach noch ein kleines Stück der See- und Rhonealpen, eine beeindruckende Tour, die sehr toll war.
Einzig die Autobahnabschnitte hätten bei mehr Zeit und eventuell besserem Wetter am letzten Rückreisetag wegfallen dürfen.

Aber man kann ja bekanntlich nicht alles haben…


(Vollanzeige des Beitrags)