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Urlaubsbericht: Malediven Tauchsafarigeschrieben am 03.11.2007, 19:35:23. Kategorie(n): ~privates~, Urlaub.
Die Anreise... 20h für ein Paradies
Los ging es in München... eine relativ kurze Fahrt von Regensburg aus. Dann einchecken und los gings. Der Flug ging zuerst nach Dubai (Vereinigte arabische Emirate), wo wir ca 3 Stunden Aufenthalt hatten. Auch wenn wir mitten in der Nacht dort angekommen sind - der Flughafen war richtig voll. Weiter ging es dann dann über Kolombo (Sri Lanka) nach Male (Malediven). Nach dieser doch recht anstrengenden Reise und der Tatsache, dass erstens immer der dickste Mensch im Flugzeug immer hinter mir saß und ich zweitens in Fahrzeugen eigentlich nicht schlafen kann, waren wir dann irgendwann nach ca 16 Stunden in Male - leicht gereizt, aber endlich am Ziel.
Dann ging es mit einem Inlandsflug weiter nach Hannimadhoo, welches der Flughafen für die nördlichen Atolle der Malediven ist. Es war nur ein sehr kleines Flugzeug (siehe Bild oben) und es waren auch kaum Touristen dabei. Dieser Flug war der erste in meinem Leben, bei dem nicht nur das Gepäck, sondern auch man selbst gewogen wurde. Ich staunte nicht schlecht, als mir der Mitarbeiter am Check-in klarmachen wollte, dass ich mich wirklich mit auf das Gepäckband stellen soll. Nach einer weiteren Flugstunde und einem kurzen Aufenthalt von ebenfalls ca. 1 Stunde in Male zuvor waren wir dann nach 18 Stunden fast am Ziel. Besonders schön sehen die Atolle von oben aus - wie man am Bildchen rechts auch erkennen kann... Der Flughafen in Hannimadhoo ist wie eine kleine Märchenwelt. Klein und richtig schön gepflegt und bunt gestaltet. Nichts von Hektik zu spüren.
Die M/Y AMBA lag schon vor der Insel am Anker und ein Tauch-Dhoni holte uns und das Gepäck dort ab. Dann waren wir endlich am Ziel.
Die M/Y Amba
Die AMBA ist das einzige Tauchsafariboot, welches im Norden der Malediven unterwegs ist. Dort tummeln sich kaum Touristen, lediglich eine Insel hat ein (sehr luxuriöses) Resort, der Rest ist von Einheimischen bewohnt. Das garantiert, dass man unberührte Tauchgebiete vorfindet und nicht von andren Tauchern o.ä. gestört wird. Der erste Eindruck von der AMBA war gleich ein Rochen, welcher um das Boot schwamm. Eine kurze Begrüßung unserer Gruppe erfolgte, wir bezogen die Kabinen und kaum waren die Tauchsachen ausgepackt, ging es nach einer kurzen Fahrt schon zum ersten Tauchgang ins Wasser. Die Kabinen waren recht geräumig und hatten alle Klimaanlage, eigenes WC und Dusche sowie einen Kühlschrank. Vor dem Tauchen gab es ein kurzes Breefing und rein ins Wasser. Ärgerlich für mich war, dass ich vergessen hatte meinen Computer aus dem Bergseemodus heraus umzustellen. Da war ich schon etwas überrascht, als er mir plötzlich anfing eine Dekophase einzuplanen... 30 Grad Wassertemperatur waren doch etwas mehr als die 4 Grad, die der Walchensee aufwesen kann.
Auf dem Boot waren insgesamt ca 16 Gäste. Daraus wurden zwei Halbgruppen gebildet, welche jeweils eine Tauchgruppe gebildet haben. Zwei Tauch-Dhonis beleiten die AMBA und so konnte man immer schön getrennte Tauchplätze anfahren. Je Gruppe war natürlich auch ein Guide vorhanden. Generell wurde auch zu dieser Zeit auf dem Boot noch "Nitrox for free" angeboten, was mich dazu bewogen hat, dann doch auf dem Boot direkt das Nitrox-Brevet zu erwerben um mehr vom Meer sehen zu können
Mit dem Boot waren wir dann eine Woche unterwegs. Jeden Tag - bis auf den letzten vor dem Rückflug - hatten wir drei Tauchgänge. Zwei davon waren Nachtauchgänge. Auch wenn ich mit nicht einmal 30 Tauchgängen Erfahrung auf das Boot gekommen bin hatte ich zum Glück keine Probleme, mit den anderen mithalten zu können, was anfänglich meine größte Sorge war. Da mein Luftverbrauch damals noch ein bisschen höher war als heute habe ich zuvor angefragt, ob auch 15l-Flaschen zur Verfügung stünden. Nachdem da ein "Ja" zurück kam habe ich eine davon gleich mal für mich reservieren lassen.
Der Tagesablauf
Das Tauchen war wundervoll und gestaltete den Tagesablauf. 6 Uhr aufstehen. Schiffsglocke leutet, Aufruf zum ersten Tauchgang. Vorher Kaffee und Kuchen und ab auf den Tauchdhoni. War man zurück, gab's ausführliches Frühstück. Dann um elf gabs den zweiten Tauchgang. Danach Mittagessen, danach etwas Pause. Gegen 15 Uhr gings dann zum dritten Mal ins Wasser. War man dann zurück war eine kleine Pause angesagt, in der das Boot meist auch fuhr, danach gab es dann schon wieder das Abendessen. Die ganze Woche war jede Mahlzeit ein Traum. Immer etwas pikant und traumhaft gut und sehr abwechslungsreich. Den Koch hätte jeder gerne mit nach Hause genommen.
Einer der schönsten Tauchgänge war eine Manta-Putzerstation. Auf 10-15 Metern Tiefe mussten wir nur im Riff auf die Mantas warten - und die kamen auch. Bis zu 6 Mantas zogen direkt über unseren Köpfen ihre Kreise. Man hätte nur die Hände ausstrecken müssen, so nah waren sie. Nach eineinhalb Stunden unter Wasser wäre zwar noch Luft vorhanden gewesen (wenn auch nur noch etwas), aber irgendwann sind die Mantas leider wieder abgedreht. Weil der Tauchplatz allen so gut gefallen hatte, wurde er in der Safari auch nochmals betaucht. Und auch das zweite Mal hatte es sich richtig gelohnt.
Ein weiterer schöner Tauchgang, den ich so schnell nicht vergessen werde, war mein erster Nachttauchgang am Boot. Das war auch generell mein erster Nachttauchgang. Der Meeresgrund war auf 30 Meter und darüber war der Tauchplatz wie ein Pilz gestaltet (siehe Bild vom Breefing rechts). Man konnte also schön unten Anfangen, unter den Pilz tauchen und dann in Kreisen wieder nach oben gehen. "Magic Mushroom" war der Name und der Name hatte seine Berechtigung. Es war überwältigend, wie schön die Farben gewirkt haben unter Wasser, nur im Licht der Taucherlampe.
Ausflüge
Neben den Tauchgängen hatte die Crew sich auch so noch etwas einfallen lassen. Trotz des nur einwöchigen Aufenthalts am Boot war ein gutes Programm vorhanden.
Besuch einer Einheimischeninsel
Zum einen führten sie einen Besuch einer Einheimischeninsel durch. Hier wurden wir auf die Insel gebracht, von der auch ein Crew-Mitglied abstammt. Es war schon interessant zu sehen, wie die Leute dort leben, die Häuser aussehen etc. Dennoch kam ich mir als Tourist irgendwie schon sonderbar vor. Im Gegensatz zu den üblichen Inseln, die von Touristen besucht werden, kamen auf dieser Insel kaum welche zu Besuch. Keine großen Verkaufgeschäfte mit Andenken etc. Lediglich ein Haus baute schnell auf einem Tisch ein paar Souvenirs auf, die dann auch teils ihre Käufer fanden. Aber die Leute waren freundlich, nett und nicht aufdringlich. Auf einem "Sportplatz" auf der Insel haben einige Mädchen ein Ballspiel gespielt, so etwas wie Volleyball. Schon komisch, wenn die in der MIttagssonne, komplett verhüllt, in der Sonne herumspringen. Mir war es definitiv zu heiß
Grillabend auf einer unbewohnten Insel
Des Weiteren gab es an einem Abend noch ein
Barbecue.
Dazu fuhren wir mit dem Speedboat auf den Strand einer unbewohnten Insel. Die Crew hatte sich sehr viel Mühe gegeben. Im Sand war ein großer Manta gestaltet, der als Tisch und Sitzgelegenheit gedient hat und alles war mit Kerzen und Fackeln ausgesteckt. Abseits der Fackeln war der Boden voller kleiner Krebse.
Das Essen war wieder einmal traumhaft. Danach gab es noch etwas "Landeskunde", d.h. die Crew hat noch etwas im Stil der Einheimischen dort musiziert und zum Tanz "eingeladen"
Zum Glück betraf die Einladung nur die Damen... Als wir im Dunkeln später dann auf die AMBA mit dem Speedboat zurückgefahren wurden, sah man im Wasser richtig schön das Plankton leuchten - es war alles in allem ein unvergesslicher Abend.
Nachtfischen
Ein weiteres Erlebnis war das Nachtfischen, was angeboten wurde. Hier sind wir in der Dämerung mit dem Dhoni hinausgefahren. Als dann die Sonne im wolkenlosen Himmel im Meer verschwand hatte ich einen definitiv schönsten Sonnenuntergang erlebt...
Dann wurden die Leinen ausgeworfen. Es wurde allerhand herausgeholt. Leider auch ein kleiner Hai, den wir aber dann wieder ins Meer zurückgeworfen hatten. Ich selbst hab auch zwei kleine Fische herausgezogen und insgesamt eine Handvoll Haken im Meer verloren. Da hatten zu große Fische daran gerupft, das hatte die Schnur am Haken nicht ausgehalten
Viele meiner Unterwasserfotos findet ihr übrigens in meiner Bildergalerie.
Abreise
Irgendwann - und zwar schneller als gedacht - war die Woche dann rum. Da man vor einem Flug 24 h nicht Tauchen darf waren die letzten 24 Stunden am Boot auch die langweiligsten... Muss man ganz ehrlich sagen. Aber da die ersten 6 Tage so schön waren, war das auch auszuhalten
Weiterreise ins Rhasdoo-Atoll
Wenn man schon einmal so weit weg fliegt, dann sollte man die Zeit dort nicht nur genießen sondern auch ausnutzen. Deswegen haben wir uns entschlossen gehabt, nach dem Aufenthalt auf dem Safari-Boot, vor allem da Christa zu dem Zeitpunkt noch kein Taucher war, noch eine Insel zu besuchen.

Unsere Auswahl fiel auf Veligandu Island. Auf dieser Insel hatten wir noch einen Strandbungalow gebucht. Dazu ging es erst mit dem Inlandsflug von Hannimadhoo nach Male und von Male weiter mit dem Wasserflugzeug diret auf das Inselresort. Am Resort angekommen begrüßten uns schon die ersten Baby-Haie, welche am Steg im nicht zu tiefen Wasser ständig um die Insel schwammen. Wir hatten in der darauf folgenden Woche auch zwei "Haus-Haie", die andauernd vor unserem Bungalow geschwommen sind. Leider sind sie, wenn man sich denen mit Schnorchel genähert hat, immer gleich verschwunden
Auf der Insel war erst einmal Entspannung angesagt. Getaucht bin ich lediglich drei mal - das hatte aber einfach nur den Hintergrund, dass für einen einzelnen Tauchgang eine Flasche mit Luft oder Nitrox und das Blei 40 USD gekostet hatten. Das war mir einfach zu teuer und so lag ich lieber etwas mehr am Strand oder auf der Liege
Dafür hatte - zu meinem größten Erstaunen - Christa es gewagt und sich zum Schnuppertauchen angemeldet. Eigentlich hatte sie auch Lust auf einen Tauchkurs (was ich noch weniger glauben konnte
) aber der war mit 650 USD einfach zu überteuert. Nach dem ersten Schnuppertauchgang folge dann noch ein zweiter und das war dann wohl ihr Einstieg in die Unterwasserwelt
Auf die Woche ging schnell herum und bei der zum Glück recht dezenten Animation haben wir dann auch im Krebsrennen gewonnen
Danach gings wieder zurück. Erst mit dem Wasserflugzeug nach Male. In Male wurde uns dann mitgeteilt, dass der Rückflug umgeplant werden muss, da in Colombo wohl gerade Unruhen waren. Aber das kam der Flugzeit zugute, denn dafür gings direkt nach Dubai und nach einem 4h-Aufenthalt weiter nach München. Dann war das alles auch schon wieder vorbei und es wäre nur zu schön gewesen, noch ein paar Tage dranhängen zu können.
Aber man hat ja noch so einige Urlaube vor sich und ich bin mir sicher, nicht das letzte mal auf den Malediven gewesen zu sein.
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