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Vorstellung: Chasecam PDR100GFgeschrieben am 11.04.2009, 21:46:02. Kategorie(n): Videoequipment.
Chasecam PDR 100 GF
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Es gibt viele Geräte zur Aufname von Videos auf dem Markt. Wer mit seine Touren mit dem Motorrad filmen will, hat die Qual der Wahl zwischen vielen Geräten und Systemen. In diesem Artikel möchte ich das Chasecam System PDR 100 GF vorstellen. |
Nach langem hin und her habe ich mein "altes“ Gerät, den eXtreme III Solidstate Rekorder verkauft und mir einen PDR 100GF Rekorder von Chasecam gegönnt. Warum habe ich das gemacht?
Das eXtreme III war, was die Aufnahmequalität anging, sicher kein schlechtes Gerät. Von den Daten her (max. 8 Mbit/sec, DVD Auflösung) kann das Gerät das gleiche wie der PDR100GF. Was die Aufzeichnungsformate angeht, sogar noch ein wenig mehr, weil es auch im MPEG4 Format aufnehmen kann. Jedoch hatte ich in der Vergangenheit ein paar Probleme mit dem guten Stück. Der geräteseitige Stecker des Kamera-Anschlusskabels ist sehr empfindlich gegen knicken und störanfällig. Ich habe den Rekorder drei mal einschicken müssen, bis alles anstandslos funktionierte.
Zuletzt habe ich sogar ein nagelneues Gerät bekommen. Es war eine neuere Generation, mit internem (Mono) Mikrophon. Endlich funktionierte alles. Trotzdem habe ich die Gelegenheit genutzt es zu verkaufen und mir stattdessen einen Chasecam PDR100GF anzuschaffen. Dieses Gerät machte schlichtweg einen robusteren Eindruck. Dieser Eindruck hat mich auch nicht getäuscht. Die Verarbeitung ist einwandfrei, das Gehäuse stabil, die Steckerbuchsen ordentlich angebracht.
Weitere Vorteile gegenüber dem eXtreme III Gerät:
- Die Aufnahme erfolgt direkt im MPEG2 Format und nicht in einem proprietären Format, dass erst durch eine Software in MPEG konvertiert werden muss.
- Das interne Mikrophon ist in seiner Empfindlichkeit aussteuerbar. Außerdem nimmt es nicht nur Mono auf.
- Firmwareupdates sind frei zugänglich und von http://www.chasecam.com downloadbar.
- Anzeige der möglichen Restaufnahmezeit im Display.
- An das PDR100 kann ein Anzeigegerät über die AV/Out Buchse angeschlossen und die Aufnahmen gleich abspielt werden.
- Beim eXtreme III werden laut Gebrauchsanweisung max. "nur" 16 GB statt 32 GB Karten unterstützt.
- Das Gerät hat ein G-Forcemodul, wodurch der Start von Aufnahmen durch die Beschleunigung des Motorrades (G-Kraft) gesteuert werden kann.
- Es kann eine automatische Abschaltung des Gerätes programmiert werden, wenn über einen vorbestimmten Zeitraum keine Aufnahme erfolgt.
- Tonquellen von internem und externem Mikrofon können gemischt werden.
- Es können bestimmte Typen von Datarekordern angeschlossen werden, was aber eher für den professionellen Renneinsatz eine Rolle spielt.
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| Draufsicht eXtreme III |
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| Draufsicht Chasecam PDR 100 GF |
Die Maße der Gerätes betragen (B) 12,8 cm x (H) 4,6 cm x (T) 11 cm. Damit ist es klein genug, dass es zumindest bei einem Tourensportler wie dem meinen, locker unter der Sitzbank verbaut werden kann. Das Gerät nimmt Filme im MPEG2 Format wahlweise mit einer Bitrate von 1,5 bis 8 Mbit/s auf. Die möglichen Auflösungen sind:
FULL VIDEO (740x480 NTSC or 720x576 PAL) –default DVD -
2/3 HORIZONTAL VIDEO (480x480 NTSC or 480x576 PAL) SVCD
1/4 SCREEN VIDEO (352x240 NTSC or 352x288 PAL) VCD - MPEG1
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| Draufsicht Chasecam PDR 100 GF (eingeschaltet) |
Die Aufnahme erfolgt auf einer Compact Flash (CF) Karte, welche max. 32 GB groß sein darf. Damit ist eine Aufnahmedauer von ca. acht Stunden in der höchsten Aufnahmerate von 8 Mbit/s möglich. Die Filme liegen im sog. "interlaced" Format vor. Das hat den Vorteil, dass auf einem Fernseher die Aufnahmen besser aussehen, als die vom eXtreme Rekorder. Ein kleiner Nachteil ist, dass man für Computer und Internetfilme deinterlacen (Progressive Mode) muss. Alles in allem finde ich die Aufnahmequalität sehr gut (sogar besser als die des eXtreme III) und sie reicht fast an die eines Consumer-Camcorders heran.
Das PDR100 kann direkt an eine externe 12V Stromversorgung angeschlossen werden. Es fasst jedoch auch vier Batterien im AA Format. Das Gerät verträgt eine Betriebsspannung von 9-18 V. Laut Gebrauchsanweisung, ist mit NiMH Akkus (Leistung min. 2500maH) eine Aufnahmedauer von ca. zwei Stunden möglich. Lithium-Ionen Akkus sollen sogar etwa drei Stunden halten. Alkaline oder NiCAD Batterien sollten nicht verwendet werden, denn sie reichen max. für 3 bis 10 Minuten. Wie bei dem eXtreme III, wird die Fingerkamera auch durch den Rekorder mit Strom versorgt und es ist für sie keine gesonderte Stromversorgung notwendig. Beim eXtreme III Gerät ist der Akku fest eingebaut und hält im Betrieb mit Kamera max. 30 Minuten. Das habe ich schon ausprobiert.
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| Rueckansicht eXtreme III |
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| Rueckansicht (geschlossen) |
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| Rueckansicht (offen) |
Beim PDR habe ich die Angaben jedoch noch nicht überprüft, weil ich das Gerät immer an die Stromversorgung des Motorrades anschließe. Ein Satz NiMH Akkus befindet sich jedoch als Puffer in dem Gerät. Sollte, aus welchen Gründen auch immer, die Stromversorgung von der Motorradbatterie unterbrochen werden, werden wenigstens die MPEG Dateien durch den unerwarteten Stromverlust nicht beschädigt. Es kann schon mal passieren, dass sich ein Stecker aus der Steckdose „vibriert“.
Genau wie an dem eXtreme III, läßt sich eine LANC-Steuerung anschließen. Jedoch kann das Gerät, wie schon in der „Vorteileliste“ angedeutet, über ein sogenanntes G-Forcemodul gesteuert werden. Das bedeutet, dass die Aufnahme startet, wenn die, durch die Beschleunigung auftretenden Kräfte, einen bestimmten Grenzwert überschreiten. Nimmt das Gerät für eine programmierbare Zeitspanne keine Bewegung mehr wahr, wird die Aufnahme automatisch gestoppt. Genaueres in Englisch hier.
Zusammengefasst kann man sagen, die "Auto-Record-Funktion" funktioniert wie folgt:
- Wird das Fahrzeug gestartet (Zündung an), so bootet das Gerät.
- Aufnahmestart, sobald eine Bewegung erfolgt (z.B. >= 0,25 G wurden gemessen).
- Sobald keine Bewegung mehr registriert wird, startet ein Timer (z.B. 60 sek.).
- Eine Bewegung (>0,25 G) erfolgt innerhalb von 60 sek., der Timer wird zurückgesetzt.
- Der Timer läuft ab. Innerhalb 60 sek., keine Bewegung (>= 0,25 G) = Aufnahmestopp.
- Erfolgt wieder eine Bewegung (> 0,25 G), startet die Aufnahme erneut.
- Wird das Fahrzeug ausgeschaltet (Zündung aus), wird die Videodatei geschlossen und der Rekorder ausgeschaltet.
Ist die "Bordsteckdose" an die Zündung gekoppelt, kann das Gerät so programmiert werden, dass die Aufnahmen automatisch erfolgen und nicht einmal ein Knopf gedrückt werden muss.
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| Frontansicht eXtreme III |
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| Frontansicht |
Als Schmankerl, kann man diese G-Kräftemimik auch als Overlay (mit schwarzem oder transparenten Hintergrund) einblenden. Ein Koordinatensystem wird über die Aufnahme gelegt. Auf der Ordinate (Y), werden die auftretenden Kräfte durch einen grünen (Beschleunigen) und einen roten (Verzögern) Balken angezeigt. Auf der Abzisse (X) die Seitenführungskräfte (weiß). Die korrekte Anzeige ist jedoch von der Einbaurichtung des Rekorders abhängig. Soll er Rekorder anders eingebaut werden, als die "Voreinstellung" vorsieht, muss er kalibriert werden. Das ist aber über das Menü ebenso leicht möglich, wie die Einstellung der Messempfindlichkeit. Das Einblenden des Overlays ist im allgemeinen nicht besonders sinnvoll, aber mal ganz nett anzuschauen
.
Etwas nützlicher ist vielleicht die Möglichkeit, sich die Zeit im Film einblenden zu lassen. Dabei kann man wählen, ob man Datum + Zeit oder nur die Zeit angezeigt bekommen möchte. Bei der Zeit kann man wiederum zwischen der aktuellen Tages- oder der Aufnahmezeit wählen. Letzteres ist für Zeitmessungen auf der Rennstrecke interessant. Zu guter Letzt, ist auch noch die Anzeige der Aufnahmeframerate möglich. Die Overlays sind priorisiert. G-Force- und Zeitoverlay können demnach nicht gleichzeitig angezeigt werden.
| Video mit sehr geringer Datenrate (400 Kbit/s) |
| Erste Testaufnahme mit eingeblendetem G-Force Overlay (schwarzer Hintergrund) |
Wie man an der Testaufaufnahme hören kann, funktioniert das interne Mikrophon sehr gut. Jedoch kommt es bei höherer Lautstärke doch zu Übersteuerungen. Der Vorteil ist, dass man keine Windgeräusche hört. Allerdings hört man jedes Geklapper. Wenn man über Split fährt, sogar das Klackern der Steinchen am Heck. Wer also den "Sound" auf das Auspuff/Motorengeräusch reduzieren will, hat es immer noch schwer.
| Video mit etwas besserer Datenrate (1024 Kbit/s) |
| Col du Donon (Vogesen) |
Falls ein paar Begriffe zu "technisch" waren, im Glossar werden die Begriffe wie MPEG2, Auflösung, Interlace, Progressive und vieles mehr erklärt. Weitere Infos zu Rekordern und Aufnahmetechnik gibt es hier.
Seitenaufrufe: 1267
Kommentare zu diesem Artikel
- Von tattoomoko, geschrieben am 14.04.2009, 22:10:27:
(ID: 464)
Hallo
Das hast Du mal wieder super erklärt!
War auch mal auf deren seite leider alles komplett in englisch, sonst hätte ich mir das teil auch gekauft... murgs grad mit der Oregon rum
falls du weist wo man das Gerät von deutschem Händler bekommt schreibs bitte mal rein...
mfg tattoomoko
- Von Dolmant, geschrieben am 15.04.2009, 08:21:01:
(ID: 469)
Von folgenden deutschen Anbietern weiß ich, das sie den PDR100 auch im Programm haben:
http://www.kamera-onboard.de/ (HeKaSys)
http://www.helmkamera.at/ (2M-CAM)
http://www.blickvang.de/
Allerdings muss ich sagen, dass dieses Gerät über 600 Euro kostet. Die Anschaffung einer Fingerkamera kommt auch noch dazu. So ist man mit Zubehör (CF Karte/Akkus/Anchlusskabel/Kamerahalter) ruck zuck bei um die 1000 Euro!
Von daher muss man als Hobbynutzer, schon einen gehörigen Spleen für diese Sache haben. Das Ergebnis ist natürlich um Klassen besser als das, was eine Oregon liefert. Allerdings sollte man sich gut überlegen, ob einem das wirklich soviel Wert ist. Es sei denn, Geld spielt keine Rolle
.
Wenn man die Filme nachbearbeiten will, kommt man auch nicht um die Investition für ein Video-Schnittprogramm herum. Wenn es nicht die neueste Version eines Programms sein soll, geht es so bei 30-50 Euro los. Aktuelle Versionen kosten etwa 70 bis 150 Euro. Programme dieser Preisklasse, sollten für den Heimgebrauch dicke ausreichen. Mit dem Windows Moviemaker, der ja bei Windows XP/Vista "serienmäßig" mit dabei ist, wird man auf Dauer jedenfalls nicht glücklich.
- Von Frapan, geschrieben am 03.06.2009, 13:28:37:
(ID: 488)
Super Beitrag, toll gemacht, vielen Dank