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Südnorwegen soll die beeindruckendste Landschaft Europas...geschrieben am 01.10.2009, 20:15:21. Kategorie(n): keine Kategorie
...oder gar der Welt sein, sagen einige. Stimmt das?
Um das herauszufinden, packte ich Mitte Juli mein Zelt, die Isomatte, den Schlafsack, warme Unterwäsche, Regenkleidung, eine gute Karte (freytag & berndt, Südnorwegen, 1:250 000) und noch ein paar Kleinigkeiten auf meine kleine BMW X Country und brach auf Richtung Norden...
Von Hamburg aus kann man gut an der Westküste Dänemarks entlang bummeln. Ein Abstecher nach Römö brachte mir erste bescheidene Erfahrungen im Sand, mit meiner kleinen leichten Maschine ganz gut machbar.
Bei meiner Ankunft in Hirtshals erfuhr ich, dass die Fähren für den nächsten Tag schon ausgebucht waren. Aber es wären noch Plätze auf der Nachtfähre frei, und die habe Verspätung, fahre also erst um 1:30 los und sei um 5:30 in Norwegen. Überleg, überleg, überleg, ok, einen ganzen Tag wollte ich nicht warten, da ich ja nur 12 Tage Zeit hatte, also gebucht.
Dann war ewig langes Warten angesagt (es war abends so gegen 20 Uhr). Aber, das trifft auf andere Motorradfahrer ja auch zu...und ich hatte einen netten Abend mit zwei etwas durchgeknallten MZ-Fahrern - der eine hatte sein Motorrad komplett mit Fell bezogen -. Sie wollten sich gleich in die Fjelle schlagen, nur Offroad fahren und wild zelten.
Ein Autofahrer gesellte sich zu unserer Runde dazu. Er war Deutscher, lebte in Norwegen und arbeitete auf einer Ölplattform vor Stavanger. 2 Wochen durchgehend Arbeit pro Monat, den Rest frei bei gutem Gehalt. Kein Wunder, dass er sich mit kleinen Geschäften nebenher und vielen Reisen die Zeit vertreibt. Er kannte sich mit den sich ständig ändernden Fährpreisen bestens aus.
Die Überfahrt verbrachte ich schlafend auf einem der weichen Ledersofas in der Bar. Mein Handy weckte mich aus einem kurzen Schlaf um 5 Uhr.
Ankommen in Südnorwegen
Morgens um 5:30 Uhr Einfahrt nach Kristiansand. Die anderen Motorradfahrer eilten auf der Straße nach Westen davon, aber ich wollte erst norwegisches Geld ziehen und dann einen starken Kaffee trinken. Warum die Eile, wo ich doch gerade erst das Land betreten (äh, befahren) hatte.
Die Stimmung in Kristiansand, wo ich in der hübschen Altstadt schnell einen Geldautomaten fand, war schön. Sommerlicher Sonnenaufgang und ein warmer Wind vom Meer. Einzelne Taxifahrer und Postboten unterwegs. Sonst war alles noch still und leer. Den ersten Kaffee und einen Tank voll bekam ich an der E39, wo der Tankwart gerade den Laden aufgeschlossen hatte.
Mein erstes Ziel war der Campingplatz am Lyndesnes fyr, eine echte Empfehlung, die ich von einer Kollegin erhalten hatte. Auf der Fahrt dahin schlängelt sich die Straße auf und ab, in sanften Kurven nach rechts und links durch hügeliges Land. Ein bisschen fühlt man sich in ein "Troll"land versetzt... Moose, gelbe Flechten auf den Steinen, große runde Felsbrocken, kleine Krüppelkiefern mit Birken dazwischen, zwischendurch Blicke auf das Meer, nette kleine Segel- und Fischerboothäfen mit klirrenden Masten und "falun"rot gestrichenen Holzhäusern mit weißen Tür- und Fensterrahmen...aber auch Nebenschwaden und, verdammt, Kälte, die in die müden Knochen kriecht, naja...
Ankunft auf dem Campingplatz um 9:30 Uhr. Die nette Platzwartin kommt gerade mit einem Roller angedüst, grüßt mich ganz freundlich. Ich checke ein und kann mir irgendwo einen Zeltplatz aussuchen. Solche Campingplatze liebe ich. Nachdem ich mein Zelt unter den staunenden Augen der Familienväter und -mütter und begeisterten Blicken der kleinen Jungs und Mädchen aufgebaut hatte, - allein fahrende Motorradfahrerinnen im fortgeschrittenen Alter sind nicht gerade der Standard -, packte ich die Badesachen ein - es war nämlich mittlerweile richtig warm geworden - und suchte mir ein Sonnenplätzchen auf den Schären am Wasser. Den ganzen Tag verbrachte ich mehr oder weniger tief schlafend dort in der Sonne. Abends machte ich einen Ausflug zum Leuchtturm, der dem Campingplatz den Namen gegeben hat.
Der nächste Tag gehörte den kleinen gelben Straßen an der Südküste
. Skomrak, Espeland, Farsund, Vestbygd, Joelle,..noch ein kleiner Hafen mit Bootshäusern, noch eine kleine Brücke zur nächsten Halbinsel hinüber, noch ein kleines Dorf, das am Fjordufer hingestreut liegt wie im Spielzeug-Land und herrlicher Sonnensschein dazu...in Störfjellet wurde es dann noch ein bisschen abenteuerlich...die Straße war nicht mehr geteert, nur noch einspurig, Splitt, Lehm, Kiesel..in sanften Kurven .zwischen Schafweiden und einzelnen Häusern durch mit ständigem Blick aufs Meer...da es zwischendurch angefangen hatte zu nieseln, fuhr ich langsam und konzentriert und genoss es, die Straße für mich allein zu haben.
Hidra
Ich habe eine Schwäche für kleine Inseln. Deshalb lasse ich mir Hidra nicht entgehen und fahre von der E39 Richtung Flekkefjord vorher ab in Richtung Kvelland und nehme dann die Fähre nach Laufnes. Es gibt einen ganz kleinen Campingplatz, der zu einem Bauernhof gehört. Drei Leute bauen außer mir ihr Zelt auf. Als mein Zelt steht, fahre ich noch auf eine kleine Erkundungstour rund um die Insel. In Hidrasund gibt es eine Bank mit Tisch am kleinen Hafen. Dort setze ich mich hin, hole meinen Proviant fürs Abendessen raus und schreibe ein paar Postkarten. Es ist ganz ruhig und friedlich am Hafen. Die Segelboote schaukeln leise plätschernd und klirrend vor sich hin. Ein älteres Paar hat sich den Picknickkorb und Kerzen aufs Boot mitgenommen und genießt den Abend. Ein Jugendlicher kommt mit seinem Wasserscooter angebraust und lässt sich vom Vater per Auto mit seinem Gefährt an Land ziehen. Die Möven kreischen und die Sonne geht langsam unter.
Nordseestraße
In Flekkefjord kam dann der Einstieg in die Traumstraße Nr. 44, auch Nordseestraße genannt. Die Strecke über Hauge nach Egersund ist einfach wunderschön, geht auf und ab bis auf fast 400 m Höhe und fast wieder runter auf 0, an Wasserläufen entlang, Märchenwälder und Steinfelder rechts und links neben der Straße, gemäßigter Verkehr und hin und wieder ein Ausblick aufs Meer. Nördlich von Egersund suchte ich mir einen kleinen Campingplatz in Wassernähe. Rate mal, lieber Leser, was die besten Campingplätze der Welt sind? Das sind die, auf denen man das Zelt 10 m vom Meer entfernt aufstellen kann, wo man nachts noch die Wellen plätschern hört, wo der nächste Zeltnachbar nicht dichter als 3 m ist, und wo man morgens aus dem warmen Schlafsack krabbeln und ein Bad im sonnigen Meer nehmen kann, bevor man Kaffee trinkt.
Das letzte Drittel der "Route 44" ist dann schon stark vom Stadtgebiet Stavanger geprägt, industrialisierte Landwirtschaft, viel dichtere Bebauung und weniger Erhebungen. Der Campingplatz bei Stavanger war dann auch schon ein richtig "städtischer", aber für die Tour am nächsten Tag nahm ich diese Qualitätsminderung gern in Kauf.
Lysefjord
Am nächsten Morgen war das Zelt schnell abgebaut und eingepackt. Denn heute sollte das absolute Highlight kommen, der Lysefjord. Von einem netten alten Norweger auf einem der letzten Campingplätze hatte ich den Tipp erhalten. Man nimmt die ganz normale Transportfähre von Lauvik nach Lysebotn.
Am Fähranleger unterhalte ich mich mit einem Harley Davidson Fahrer, der auf der gegenüberliegenden Seite des Fjordes wohnt. Er macht mich auf eine kleine Fontäne im Wasser aufmerksam. "Ein kleiner Wal". Den hätte ich ohne seinen Hinweis nicht bemerkt.
Dann kommt die Fähre. Nachdem ich die Toiletten aufgesucht und mir einen Kaffee und etwas zu essen geholt habe, suche ich mir einen guten Platz auf dem Deck. Die Sonne scheint, das Wetter gibt sein Bestes. Wir fahren langsam durch den imposanten Fjort. Die Felswände steigen rechts und links bis zu 1.000 m steil auf. Über Lautsprecher werden touristische Informationen vom Tonband abgespielt. Wenn die Steilfelsen mal eine kleine Schräge enthalten, steht dort ein kleiner Bauernhof. Zum Teil gibt es keine Straßenverbindung dahin. Die Menschen mussten mehrere hundert Meter über Treppen zum Wasser hinunter steigen, um mit dem Boot zum Einkaufen, zur Kirche oder zum Arzt zu fahren und auf dem Rückweg alles zu Fuß hoch schleppen. Heute werden die Häuser zum Teil als Ferienhäuser genutzt.
An einer Stelle mit Geröllrinne wird eine wilde Geschichte über "Steuerhinterzieher" im 19. Jahrhundert erzählt, die sich angeblich in die Felswände geflüchtet und die Polizei mit Steinwürfen verjagt haben sollen. Na, die werden schon Gründe gehabt haben, warum sie ihre Steuern nicht bezahlt haben (oder bezahlen konnten).
Dann fahren wir unter dem berühmten Preikestolen durch, dem "Priesterstuhl", einer Felsformation, die wie eine Kanzel über die Felswand hinausragt. Sie ist ca 40 X 40 Meter groß. Man kann hinaufwandern und von oben, wohlgemerkt ungesichert, hinabschauen. Schon beim dem Gedanken spüre ich das Kribbeln in den Fusssohlen.
An einer anderen Stelle werden wir auf die braunen Seerobben aufmerksam gemacht, die auf den sonnenbeschienenen Steinen liegen und sich von dem Schiff nicht stören lassen. Nachdem wir eine weitere beeindruckende Stelle passiert haben, ein Felsblock, der wie ein riesiger Kiesel zwischen zwei Felsspalten eingeklemmt ist und den man ebenfalls besteigen kann, ist das Ende des Fjordes bald erreicht. Die beeindruckenden Formationen gehen auf das Gletschereis zurück, dass vor langer Zeit den Fjord ausgeschliffen hat.
Fjell
Und dann kommt ein Höhepunkt ganz anderer Art, eine wunderschöne kleine gelbe Straße. Später nenne ich diese Art von Straßen "Darmschlingenstraßen", weil die Kurven wie Darmschlingen aneinander liegen. Die Straße überwindet auf einer Länge von ca. 3 km 1.000 Höhenmeter. Ich konzentriere mich ganz aufs Kurvenfahren und muss mich vor lauter Begeisterung zwingen, zwischendurch an einer geeigneten Stelle mal anzuhalten, um einen Blick zurück auf den Fjord zu werfen. Auf dem Fjell angelangt, beeindruckt mich die Felslandschaft, von großen, kleinen und kleinsten Steinblöcken übersäät. Die Farben sind von einer beeindruckenden Leuchtkraft, intensive Grau-, Gelb-, Grün- und Blautöne, je nachdem, ob noch etwas Moos wächst, ein Wasserloch dazwischen liegt oder der Fels, mit Flechten überzogen, blank liegt. Man kann kilometerweit schauen. Die Häuser und Menschen sind winzig in der Ferne und die kleine, fast einspurige Straße schlängelt sich in sanften Kurven durch das Fjell. In Suleskard finde ich einen schönen Campingplatz und baue mein Zelt an einem kleinen Fluss (Wassergemurmel im Zelt
) auf.
Fortsetzung folgt demnächst
, und irgendwann auch Fotos auf meiner Seite dazu
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Um das herauszufinden, packte ich Mitte Juli mein Zelt, die Isomatte, den Schlafsack, warme Unterwäsche, Regenkleidung, eine gute Karte (freytag & berndt, Südnorwegen, 1:250 000) und noch ein paar Kleinigkeiten auf meine kleine BMW X Country und brach auf Richtung Norden...
Von Hamburg aus kann man gut an der Westküste Dänemarks entlang bummeln. Ein Abstecher nach Römö brachte mir erste bescheidene Erfahrungen im Sand, mit meiner kleinen leichten Maschine ganz gut machbar.
Bei meiner Ankunft in Hirtshals erfuhr ich, dass die Fähren für den nächsten Tag schon ausgebucht waren. Aber es wären noch Plätze auf der Nachtfähre frei, und die habe Verspätung, fahre also erst um 1:30 los und sei um 5:30 in Norwegen. Überleg, überleg, überleg, ok, einen ganzen Tag wollte ich nicht warten, da ich ja nur 12 Tage Zeit hatte, also gebucht.
Dann war ewig langes Warten angesagt (es war abends so gegen 20 Uhr). Aber, das trifft auf andere Motorradfahrer ja auch zu...und ich hatte einen netten Abend mit zwei etwas durchgeknallten MZ-Fahrern - der eine hatte sein Motorrad komplett mit Fell bezogen -. Sie wollten sich gleich in die Fjelle schlagen, nur Offroad fahren und wild zelten.
Ein Autofahrer gesellte sich zu unserer Runde dazu. Er war Deutscher, lebte in Norwegen und arbeitete auf einer Ölplattform vor Stavanger. 2 Wochen durchgehend Arbeit pro Monat, den Rest frei bei gutem Gehalt. Kein Wunder, dass er sich mit kleinen Geschäften nebenher und vielen Reisen die Zeit vertreibt. Er kannte sich mit den sich ständig ändernden Fährpreisen bestens aus.
Die Überfahrt verbrachte ich schlafend auf einem der weichen Ledersofas in der Bar. Mein Handy weckte mich aus einem kurzen Schlaf um 5 Uhr.
Ankommen in Südnorwegen
Morgens um 5:30 Uhr Einfahrt nach Kristiansand. Die anderen Motorradfahrer eilten auf der Straße nach Westen davon, aber ich wollte erst norwegisches Geld ziehen und dann einen starken Kaffee trinken. Warum die Eile, wo ich doch gerade erst das Land betreten (äh, befahren) hatte.
Die Stimmung in Kristiansand, wo ich in der hübschen Altstadt schnell einen Geldautomaten fand, war schön. Sommerlicher Sonnenaufgang und ein warmer Wind vom Meer. Einzelne Taxifahrer und Postboten unterwegs. Sonst war alles noch still und leer. Den ersten Kaffee und einen Tank voll bekam ich an der E39, wo der Tankwart gerade den Laden aufgeschlossen hatte.
Mein erstes Ziel war der Campingplatz am Lyndesnes fyr, eine echte Empfehlung, die ich von einer Kollegin erhalten hatte. Auf der Fahrt dahin schlängelt sich die Straße auf und ab, in sanften Kurven nach rechts und links durch hügeliges Land. Ein bisschen fühlt man sich in ein "Troll"land versetzt... Moose, gelbe Flechten auf den Steinen, große runde Felsbrocken, kleine Krüppelkiefern mit Birken dazwischen, zwischendurch Blicke auf das Meer, nette kleine Segel- und Fischerboothäfen mit klirrenden Masten und "falun"rot gestrichenen Holzhäusern mit weißen Tür- und Fensterrahmen...aber auch Nebenschwaden und, verdammt, Kälte, die in die müden Knochen kriecht, naja...
Ankunft auf dem Campingplatz um 9:30 Uhr. Die nette Platzwartin kommt gerade mit einem Roller angedüst, grüßt mich ganz freundlich. Ich checke ein und kann mir irgendwo einen Zeltplatz aussuchen. Solche Campingplatze liebe ich. Nachdem ich mein Zelt unter den staunenden Augen der Familienväter und -mütter und begeisterten Blicken der kleinen Jungs und Mädchen aufgebaut hatte, - allein fahrende Motorradfahrerinnen im fortgeschrittenen Alter sind nicht gerade der Standard -, packte ich die Badesachen ein - es war nämlich mittlerweile richtig warm geworden - und suchte mir ein Sonnenplätzchen auf den Schären am Wasser. Den ganzen Tag verbrachte ich mehr oder weniger tief schlafend dort in der Sonne. Abends machte ich einen Ausflug zum Leuchtturm, der dem Campingplatz den Namen gegeben hat.
Der nächste Tag gehörte den kleinen gelben Straßen an der Südküste
Hidra
Ich habe eine Schwäche für kleine Inseln. Deshalb lasse ich mir Hidra nicht entgehen und fahre von der E39 Richtung Flekkefjord vorher ab in Richtung Kvelland und nehme dann die Fähre nach Laufnes. Es gibt einen ganz kleinen Campingplatz, der zu einem Bauernhof gehört. Drei Leute bauen außer mir ihr Zelt auf. Als mein Zelt steht, fahre ich noch auf eine kleine Erkundungstour rund um die Insel. In Hidrasund gibt es eine Bank mit Tisch am kleinen Hafen. Dort setze ich mich hin, hole meinen Proviant fürs Abendessen raus und schreibe ein paar Postkarten. Es ist ganz ruhig und friedlich am Hafen. Die Segelboote schaukeln leise plätschernd und klirrend vor sich hin. Ein älteres Paar hat sich den Picknickkorb und Kerzen aufs Boot mitgenommen und genießt den Abend. Ein Jugendlicher kommt mit seinem Wasserscooter angebraust und lässt sich vom Vater per Auto mit seinem Gefährt an Land ziehen. Die Möven kreischen und die Sonne geht langsam unter.
Nordseestraße
In Flekkefjord kam dann der Einstieg in die Traumstraße Nr. 44, auch Nordseestraße genannt. Die Strecke über Hauge nach Egersund ist einfach wunderschön, geht auf und ab bis auf fast 400 m Höhe und fast wieder runter auf 0, an Wasserläufen entlang, Märchenwälder und Steinfelder rechts und links neben der Straße, gemäßigter Verkehr und hin und wieder ein Ausblick aufs Meer. Nördlich von Egersund suchte ich mir einen kleinen Campingplatz in Wassernähe. Rate mal, lieber Leser, was die besten Campingplätze der Welt sind? Das sind die, auf denen man das Zelt 10 m vom Meer entfernt aufstellen kann, wo man nachts noch die Wellen plätschern hört, wo der nächste Zeltnachbar nicht dichter als 3 m ist, und wo man morgens aus dem warmen Schlafsack krabbeln und ein Bad im sonnigen Meer nehmen kann, bevor man Kaffee trinkt.
Das letzte Drittel der "Route 44" ist dann schon stark vom Stadtgebiet Stavanger geprägt, industrialisierte Landwirtschaft, viel dichtere Bebauung und weniger Erhebungen. Der Campingplatz bei Stavanger war dann auch schon ein richtig "städtischer", aber für die Tour am nächsten Tag nahm ich diese Qualitätsminderung gern in Kauf.
Lysefjord
Am nächsten Morgen war das Zelt schnell abgebaut und eingepackt. Denn heute sollte das absolute Highlight kommen, der Lysefjord. Von einem netten alten Norweger auf einem der letzten Campingplätze hatte ich den Tipp erhalten. Man nimmt die ganz normale Transportfähre von Lauvik nach Lysebotn.
Am Fähranleger unterhalte ich mich mit einem Harley Davidson Fahrer, der auf der gegenüberliegenden Seite des Fjordes wohnt. Er macht mich auf eine kleine Fontäne im Wasser aufmerksam. "Ein kleiner Wal". Den hätte ich ohne seinen Hinweis nicht bemerkt.
Dann kommt die Fähre. Nachdem ich die Toiletten aufgesucht und mir einen Kaffee und etwas zu essen geholt habe, suche ich mir einen guten Platz auf dem Deck. Die Sonne scheint, das Wetter gibt sein Bestes. Wir fahren langsam durch den imposanten Fjort. Die Felswände steigen rechts und links bis zu 1.000 m steil auf. Über Lautsprecher werden touristische Informationen vom Tonband abgespielt. Wenn die Steilfelsen mal eine kleine Schräge enthalten, steht dort ein kleiner Bauernhof. Zum Teil gibt es keine Straßenverbindung dahin. Die Menschen mussten mehrere hundert Meter über Treppen zum Wasser hinunter steigen, um mit dem Boot zum Einkaufen, zur Kirche oder zum Arzt zu fahren und auf dem Rückweg alles zu Fuß hoch schleppen. Heute werden die Häuser zum Teil als Ferienhäuser genutzt.
An einer Stelle mit Geröllrinne wird eine wilde Geschichte über "Steuerhinterzieher" im 19. Jahrhundert erzählt, die sich angeblich in die Felswände geflüchtet und die Polizei mit Steinwürfen verjagt haben sollen. Na, die werden schon Gründe gehabt haben, warum sie ihre Steuern nicht bezahlt haben (oder bezahlen konnten).
Dann fahren wir unter dem berühmten Preikestolen durch, dem "Priesterstuhl", einer Felsformation, die wie eine Kanzel über die Felswand hinausragt. Sie ist ca 40 X 40 Meter groß. Man kann hinaufwandern und von oben, wohlgemerkt ungesichert, hinabschauen. Schon beim dem Gedanken spüre ich das Kribbeln in den Fusssohlen.
An einer anderen Stelle werden wir auf die braunen Seerobben aufmerksam gemacht, die auf den sonnenbeschienenen Steinen liegen und sich von dem Schiff nicht stören lassen. Nachdem wir eine weitere beeindruckende Stelle passiert haben, ein Felsblock, der wie ein riesiger Kiesel zwischen zwei Felsspalten eingeklemmt ist und den man ebenfalls besteigen kann, ist das Ende des Fjordes bald erreicht. Die beeindruckenden Formationen gehen auf das Gletschereis zurück, dass vor langer Zeit den Fjord ausgeschliffen hat.
Fjell
Und dann kommt ein Höhepunkt ganz anderer Art, eine wunderschöne kleine gelbe Straße. Später nenne ich diese Art von Straßen "Darmschlingenstraßen", weil die Kurven wie Darmschlingen aneinander liegen. Die Straße überwindet auf einer Länge von ca. 3 km 1.000 Höhenmeter. Ich konzentriere mich ganz aufs Kurvenfahren und muss mich vor lauter Begeisterung zwingen, zwischendurch an einer geeigneten Stelle mal anzuhalten, um einen Blick zurück auf den Fjord zu werfen. Auf dem Fjell angelangt, beeindruckt mich die Felslandschaft, von großen, kleinen und kleinsten Steinblöcken übersäät. Die Farben sind von einer beeindruckenden Leuchtkraft, intensive Grau-, Gelb-, Grün- und Blautöne, je nachdem, ob noch etwas Moos wächst, ein Wasserloch dazwischen liegt oder der Fels, mit Flechten überzogen, blank liegt. Man kann kilometerweit schauen. Die Häuser und Menschen sind winzig in der Ferne und die kleine, fast einspurige Straße schlängelt sich in sanften Kurven durch das Fjell. In Suleskard finde ich einen schönen Campingplatz und baue mein Zelt an einem kleinen Fluss (Wassergemurmel im Zelt
Kommentare zu diesem Artikel
- Von Dolmant, geschrieben am 02.10.2009, 14:34:11:
(ID: 597)
Schön, wenn jemand sich die Mühe macht, seine Reiseerlebnisse aufzuschreiben. Aber wie wäre es denn mit ein paar Absätzen?
Diese "Bleiwüste" zu lesen macht so nicht wirklich Spaß.
- Von mimalster, geschrieben am 02.10.2009, 20:19:20:
(ID: 598)
Recht hast Du und das kommt auch noch. Am liebsten hätte ich ein paar Bilder dazwischen, aber ich weiß nicht, ob und wie das geht
- Von mimalster, geschrieben am 02.10.2009, 20:20:15:
(ID: 599)
ps @Dolmant
im Originaltext sind Absätze drin, aber die verschwinden beim Veröffentlichen
- Von Dolmant, geschrieben am 03.10.2009, 10:03:16:
(ID: 600)
Dann hast du wohl nicht den wysiwg-editor angeschaltet. Dann musst du HTML-Tags setzen um einen Absattz zu erzeugen. Die Zeichenfolge < BR > erzeugt (ohne Leerzeichen) einen Zeilenumbruch.
- Von geesee, geschrieben am 04.10.2009, 15:14:46:
(ID: 601)
Ach Südnorwegen ... wie schön
- Von mimalster, geschrieben am 04.10.2009, 21:43:43:
(ID: 603)
Hei Dolmant,
stimmt, das mit dem br hab ich vor langer Zeit schon mal gewußt, ist mir aber wieder entfallen. Wird gleich ausprobiert
Mimalster
- Von Silvia, geschrieben am 06.10.2009, 08:11:21:
(ID: 604)
supertoller bericht.... klasse geschrieben
freu mich schon auf die fortsetzung
gruss
silvia
- Von , geschrieben am 06.10.2009, 19:03:40:
(ID: 605)
das macht Lust auf me(e)hr! Ich habe einen Bekannten in Norwegen, ich sollte ihn mal besuchen...
Gruß und schöne Reiseerlebnisse weiterhin
Lupus X
- Von Karsten64, geschrieben am 07.10.2009, 10:19:15:
(ID: 607)
super Bericht........wann kommt die Fortsetzung.......
Gruss Karsten
- Von Buerste, geschrieben am 07.10.2009, 20:12:57:
(ID: 609)
Feiner Bericht, danke dafuer !
Aber der Beweis fuer die "beeindruckendste Landschaft Europas... " ist erst mit entsprechenden Bildern erbracht
Ciao
Joerg
- Von mimalster, geschrieben am 11.10.2009, 14:05:35:
(ID: 610)
Hallo Dolmant jetzt ist mir auch wieder eingefallen, wie man "fett" schreibt, < B> und dann < /B>
- Von little_cbf, geschrieben am 13.10.2009, 19:44:43:
(ID: 611)
Schöner Bericht. Aber Norwegen ist mindestens bis Höhe Alesund super schön. Ob es auch weiter nördlich so toll ist, werde ich nächstes Jahr feststellen. Wir wollen auf die Lofoten
- Von jeronimo, geschrieben am 03.05.2010, 20:09:41:
(ID: 668)
Guter ausfühlicher Reisebericht,Toll.
- Von kletroll, geschrieben am 03.04.2011, 10:50:29:
(ID: 829)
... heute regenet es, doch ein solcher Bericht lässt wieder Erinnerungen wach werden, die einen ganz warm um's Herz werden lassen.
Vielen Dank für die Steigerung meiner Vorfreude, denn Südnorwegen steht diese Jahr wieder auf meinem Plan
Gruß
Wolfgang