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Wikula : Telelever
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Die älteste bekannte Version dieser Seite wurde bearbeitet am 2008-11-14 17:11:42 von quan [ Import von altem Wiki ]
Die Telelever-Vorderradführung wurde 1994 von BMW mit der Einführung des 4-Ventil-Motors in der BMW R1100GS vorgestellt. Optisch ähnelt diese Art der Vorderradführung einer gewöhnlichen Telegabel, allerdings bringt es technisch einige Vorteile gegenüber dieser.
Neben einem geringeren Gewicht bei größerer Steifigkeit ist der größte Vorteil des Telelevers der Bremsnickausgleich, der ein Eintauchen der Gabel beim Bremsen verhindert.
Bei einer normalen Telegabel entspricht die Richtung des Federweges dem Lenkkopfwinkel. Da die Bremskraft ebenfalls eine Komponente in gleiche Richtung besitzt, federt die Gabel beim Bremsen zwangsläufig ein und verringert den Federweg. Dies wurde früher mit den Anti-Dive-Einrichtungen zu kompensieren versucht. Dabei wurde die Dampfüng der Gabel beim Betätigen der Bremse künstlich erhöht. (Erkennbar an den Bremsschläuchen von vorderem Bremssattel zur Gabel.) Damit konnte einem Eintauchen der Gabel beim Bremsen zwar entgegengewirkt werden, aber die Abstimmung der Gabel war dahin. (Und oftmals ebenso der saubere Druckpunkt der Bremsen.) Irgendwann verschwanden die Anti-Dive-Einrichtungen deshalb auch wieder von den Ausstattungslisten der aktuellen Modelle und man sieht viele Motorräder aus diesen Baujahren, bei denen das Anti-Dive stillgelegt wurde.
Beim Telelever (ebenso wie bei der Hossack-Gabel oder dem Duo-Lever der neuen K-Modelle) sieht die Kinematik etwas anderst aus. Der Aufbau unterscheidet sich zwar, das Prinzip ist aber immer das gleiche: Beim Einfedern des Vorderrades macht dieses gleichzeitig eine Bewegung nach _vorn_ (der Lenkkopfwinkel vergrößert sich). Damit ist die Bewegungsrichtung des Rades der angreifenden Kraft entgegengesetzt und Vorderradführung kann beim Bremsen nicht mehr einfedern.
Der Telelever besteht im Prinzip aus drei Teilen: Standrohr und Tauchrohr wie bei einer normalen Telegabel und zusätzlich dem Dreieckslenker. Im Gegensatz zur normalen Gabel gibt es nur noch eine (die obere) Gabelbrücke. Darin sind die Tauchrohre schwenkbar gelagert. Der Dreieckslenker ist auf einer Achse am Rahmen fixiert und ebenso schwenkbar mit den Tauchrohren. (Hierbei handelt es sich um ein Kugelgelenk, weil man mit dem Vorderrad ja auch noch lenken will.)
Beim Einfedern bewegen sich also die zwei interessanten Punkte Vorderradachse und Kugelgelenk jeweils auf einer Kreisbahn: Das Kugelgelenk auf einer Kreisbahn um die Lagerung des Dreieckslenkers am Rahmen, die Achse auf einer Kreisbahn um die Lagerung in der Gabelbrücke.
Da der Winkel zwischen Dreieckslenker und Standrohr kleiner als 90° beträgt, bewegt sich die Vorderradachse beim Einfedern also zunächst (d.h. innerhalb des Federwegs) nach vorne.
Federung und Dämpfung wird dabei nicht mehr durch Gabelöl und Gabel-Federn realisiert, sondern über ein Federbein, das sich zwischen Dreieckslenker und Rahmen abstützt. Tauch- und Standrohre übernehmen nur noch die Funktion einer Linearführung.
Hossack-Gabel und Duo-Lever funktionieren ähnlich. Allerdings werden dort im Prinzip zwei Dreieckslenker eingesetzt, so daß sie ohne Linearführungen (Stand- und Tauchrohr) auskommen, die schlechtere Gleiteigenschaften aufweisen, als die Gelenke des Duo-Levers.
Aufgrund der Grenzen in der Dimensionierung der Längslenker ist der Federweg sowohl bei Duo-Lever, wie auch beim Telelever begrenzt. (Beim Duo-Lever noch stärker, als beim Telelever.) Die K-Modelle mit Duo-Lever haben einen Federweg von 115mm, die Telelever GS 190mm. Aus diesem Grund wird bei der HP2 eine konventionelle Upside-Down Gabel eingesetzt, um einen ausreichend großen Federweg zu erreichen, der bei einer konventionellen Gabel prinzipiell beliebig groß sein kann.
Die Telelever-Vorderradführung wurde 1994 von BMW mit der Einführung des 4-Ventil-Motors in der BMW R1100GS vorgestellt. Optisch ähnelt diese Art der Vorderradführung einer gewöhnlichen Telegabel, allerdings bringt es technisch einige Vorteile gegenüber dieser.
Neben einem geringeren Gewicht bei größerer Steifigkeit ist der größte Vorteil des Telelevers der Bremsnickausgleich, der ein Eintauchen der Gabel beim Bremsen verhindert.
Bei einer normalen Telegabel entspricht die Richtung des Federweges dem Lenkkopfwinkel. Da die Bremskraft ebenfalls eine Komponente in gleiche Richtung besitzt, federt die Gabel beim Bremsen zwangsläufig ein und verringert den Federweg. Dies wurde früher mit den Anti-Dive-Einrichtungen zu kompensieren versucht. Dabei wurde die Dampfüng der Gabel beim Betätigen der Bremse künstlich erhöht. (Erkennbar an den Bremsschläuchen von vorderem Bremssattel zur Gabel.) Damit konnte einem Eintauchen der Gabel beim Bremsen zwar entgegengewirkt werden, aber die Abstimmung der Gabel war dahin. (Und oftmals ebenso der saubere Druckpunkt der Bremsen.) Irgendwann verschwanden die Anti-Dive-Einrichtungen deshalb auch wieder von den Ausstattungslisten der aktuellen Modelle und man sieht viele Motorräder aus diesen Baujahren, bei denen das Anti-Dive stillgelegt wurde.
Beim Telelever (ebenso wie bei der Hossack-Gabel oder dem Duo-Lever der neuen K-Modelle) sieht die Kinematik etwas anderst aus. Der Aufbau unterscheidet sich zwar, das Prinzip ist aber immer das gleiche: Beim Einfedern des Vorderrades macht dieses gleichzeitig eine Bewegung nach _vorn_ (der Lenkkopfwinkel vergrößert sich). Damit ist die Bewegungsrichtung des Rades der angreifenden Kraft entgegengesetzt und Vorderradführung kann beim Bremsen nicht mehr einfedern.
Der Telelever besteht im Prinzip aus drei Teilen: Standrohr und Tauchrohr wie bei einer normalen Telegabel und zusätzlich dem Dreieckslenker. Im Gegensatz zur normalen Gabel gibt es nur noch eine (die obere) Gabelbrücke. Darin sind die Tauchrohre schwenkbar gelagert. Der Dreieckslenker ist auf einer Achse am Rahmen fixiert und ebenso schwenkbar mit den Tauchrohren. (Hierbei handelt es sich um ein Kugelgelenk, weil man mit dem Vorderrad ja auch noch lenken will.)
Beim Einfedern bewegen sich also die zwei interessanten Punkte Vorderradachse und Kugelgelenk jeweils auf einer Kreisbahn: Das Kugelgelenk auf einer Kreisbahn um die Lagerung des Dreieckslenkers am Rahmen, die Achse auf einer Kreisbahn um die Lagerung in der Gabelbrücke.
Da der Winkel zwischen Dreieckslenker und Standrohr kleiner als 90° beträgt, bewegt sich die Vorderradachse beim Einfedern also zunächst (d.h. innerhalb des Federwegs) nach vorne.
Federung und Dämpfung wird dabei nicht mehr durch Gabelöl und Gabel-Federn realisiert, sondern über ein Federbein, das sich zwischen Dreieckslenker und Rahmen abstützt. Tauch- und Standrohre übernehmen nur noch die Funktion einer Linearführung.
Hossack-Gabel und Duo-Lever funktionieren ähnlich. Allerdings werden dort im Prinzip zwei Dreieckslenker eingesetzt, so daß sie ohne Linearführungen (Stand- und Tauchrohr) auskommen, die schlechtere Gleiteigenschaften aufweisen, als die Gelenke des Duo-Levers.
Aufgrund der Grenzen in der Dimensionierung der Längslenker ist der Federweg sowohl bei Duo-Lever, wie auch beim Telelever begrenzt. (Beim Duo-Lever noch stärker, als beim Telelever.) Die K-Modelle mit Duo-Lever haben einen Federweg von 115mm, die Telelever GS 190mm. Aus diesem Grund wird bei der HP2 eine konventionelle Upside-Down Gabel eingesetzt, um einen ausreichend großen Federweg zu erreichen, der bei einer konventionellen Gabel prinzipiell beliebig groß sein kann.
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