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Wikula : K1100RS
BikerWiki :: Kategorien :: Seitenliste :: letzte Änderungen :: Suchen :: Hilfe :: AnmeldenBMW K 1100 RS
Seit 1983 baut BMW die reisetaugliche K-Serie, die der Rubrik Tourer/Supertourer∞ zuzuordnen ist. Im September 1992 löste die K 1100 RS die Tausender (K100)ab und wurde nunmehr mit einer neuen Verkleidung ausgeliefert. Konsequent wurde bei der K1100 RS die noch verbleibende Lücke geschlossen und eine Vollverkleidung konstruiert. Schon bei der K100 RS machte die Motorwärme dem Fahrer im Sommer zu schaffen, so dass die geschlossene Verkleidung der K1100 RS die Kühlerabluft seitlich abführen mußte. Da der 1100er Motor im Grunde ein aufgebohrter 1000er Motor ist, also die Zwischenräume zwischen den einzelnen Brennräumen geschrumpft sind, leiten die 1100er immer noch eine sehr große Abwärme zu den Oberschenkeln und den Lenkerenden hin, was aber nur bei Hochsommerlichen Temperaturen und im Stadtverkehr wirklich störend ist.
Die Vibrationen der früheren K-Modelle hat man dem neuen Motor leider nicht nehmen können. Konstruktiv begegnete man dem Problem mit Lenkergewichten und schwingungsentkoppelten Fussrastenplatten. Dennoch ist das Kribbeln spürbar, aber nicht wirklich störend. Dabei gibt es große Fertigungsstreubreiten zwischen sehr ruhigen und sehr stark vibrierenden Exemplaren.
Der 1100er Motor zeichnet sich gegenüber seinem Vorgänger, vor allem durch einen harmonischen Drehmomentverlauf auf sehr hohem Niveau aus. Bereits ab ca. 3000 upm ist man mit mehr als 90 Nm, ab ca. 4.500 upm mit mehr als 100 Nm unterwegs, und so bleibt es auch, bis der Motor bei ca. 7.000 upm seine maximale Leistung erreicht. Das lästige Drehmomentloch, daß den K100-Motoren zu schaffen machte, ist verschwunden. Der 1100er Motor hängt somit über 2/3 des Drehzahlbereiches stets spontan und mit sanftem Ansatz am Gas. Die Kardantypischen Lastwechselreaktionen werden, wie schon bei den 4-Ventil-Modellen der K100 durch einen Paralever zuverlässig abgefangen.
Die K 1100 RS ist trotz eines fahrfertigen Gewichts von ca. 280 kg erstaunlich handlich und auch durch enges Geläuf ohne großen Kraftaufwand zu bewegen. Das Fahrwerk, daß mit sogut wie jeder Asphaltgüte gut zurechtkommt, läuft auf der Autobahn auch weit über 200 kmh stur geradeaus, und geht auch sehr willig in die Kurven. Für Schotter oder Geländefahrten ist es indessen völlig ungeeignet.
Ich persönlich schätze meine "Elfer", weil sie nicht nur sehr schnell, sondern auch sehr einfach zu fahren ist. Man kommt auf Anhieb mit dem Motorrad zurecht, und es gibt selten Situationen, die wirklich Stress auslösen. Dazu tragen übrigens auch die sehr guten Bremsen von Brembo bei, die bei der Mehrzahl alle Modelle bereits mit ABS ausgerüstet sind. Obendrein ist das Motorad auch sehr bequem und auch mit Sozius und Gepäck langstreckentauglich. Sein Verbrauch hält sich in sehr akzeptabelen Grenzen. Bei flotter, aber durchaus noch Füherscheinkompatibler Landstrassenfahrt sind selten mehr als 6 l zu erwarten, im Durchschnitt eher darunter. Ich komme meist knapp über 5 l bis 5,5 l aus. Das bei Tempo 200 auf der Autobahn 8-9 l durchrauschen, dürfte niemanden verwundern.
Das einzig wirklich negative Charakteristikum des Motors sei abschließend noch erwähnt: sein Ölverbrauch. Etwa 1 - 1,5 l auf 1000 km können durchaus nachzufüllen sein, und die regelmässige Ölstandskontrolle bei jedem Tanken ist Pflicht - durch das Schauglas an der Ölwanne indessen auch recht einfach. Aber es gibt schlimmeres.