Ich bin oft und immer wieder gerne in GB. War jeweils im Sommer 2006 und 2007 mit der California drüben und x-mal mit dem Auto.
Wenn man Land und Leute kennen lernen will, kann man das am besten per B&B. Dort lebt man quasi mit in der Familie. Dort bekommt man auch i.d.R. die besten Ausflugstipps. Ich habe mir jeweils im Internet ein B&B als Stützpunkt für eine Woche gesucht und von hier aus gebucht. Danch bin ich dann für jeweils eine weitere Woche weiter zum nächsten Stützpunkt gefahren. So ist man nicht ständig mit Gepäck unterwegs.Die Informationen sind meistens sehr ausführlich, so dass man recht genau vorher weiß, was einen erwartet. Details, wie sichere und trockene Unterbringung des Motorrades, klärt man am besten telefonisch ab.
Einfach bei Google (z.B.) Portsmouth B&B eingeben und schon hat man eine riesige Auswahl. Spezielle Motorradhotels, wie wir sie in D kennen, sind in GB unbekannt.
Besondere Papiere braucht man als EU-Bürger nicht.
Ich bevorzuge immer die Fähre. Das ist eine entspannende kleine Seereise und die White Cliffs of Dover im Dunst auftauchen zu sehen ist traumhaft schön. Ist die Zeit knapp tut es auch der Tunnel. Liegen An- und Abreisetermin vorher schon fest, kann man beides vorher Buchen. Beim ADAC-Reisebüro (nicht über das Internet) bekommt man sehr günstige Tarife. Ansonsten kommt man als Motorradfahrer auch ohne vorherige Buchung immer mit der nächsten Fähre bzw. dem nächsten Shuttle-Zug mit. Beim ADAC kann man auch online kostenlos (für Mitglieder) ein Reise-Set ordern, das alle aktuellen Hinweise und Bestimmungen enthält.
Die Autobahnen sollte man tunlichst vermeiden. Besonders im Süden sind die meistens überfüllt mit LKW und Staus sind häufig. Macht wirklich keinen Spaß. Dagegen gibt es nichts schöneres als die kleinen Sträßchen über Land und durch die malerischen Dörfer.
Der Linksverkehr ist für Motorradfahrer noch unproblematischer als für Autofahrer, weil man ja nicht auf der verkehrten Seite sitzt und so auch immer am Vordermann vorbei schauen kann.
Geschwindigkeitsbegrenzungen und Überholverbote sind stark verbreitet und werden scharf überwacht. Aber zumindest sind diese Beschränkungen vernünftig und nachvollziehbar. Wer das Schild 30 (Mph) nicht ernst nimmt, kriegt in der folgenden Kurve wirklich bei 40 schon ein Problem.
Parken: wir sind es gewohnt, unser Motorrad einfach irgendwo, wo es niemand behindert, zu parken. Das Parken ist in GB extrem teuer und es wird gnadenlos abkassiert - auch bei Motorradfahrern! Und wenn man einmal eine Kralle am Vorderrad hat, wird es wirklich haarsträubend. Deshalb in Bezug auf Parken besonders aufpassen.
Die Engländer sind (Ausnahme siehe oben) sehr kommunikativ, freundlich und hilfsbereit. Das gilt auch für die Polizei, wenn man Fragen hat oder Hilfe braucht.
Aktuelles Kartenmaterial bekommt man auf der Fähre oder im Fährterminal und im Tunnelbahnhof. Man braucht englische Karten, weil man hier nicht nach Orten, sondern nach Nummern fährt. Am besten geht es natürlich mit Navigator. Ohne Nummern ist man ganz schnell completely lost. Wegen der unglaublich vielen Kreisverkehre - manchmal gehen 2 oder drei ineinander über - sollte man schwindelfrei sein.
Schließlich gibt es für alle Interessengebiete jede Menge zu besichtigen. Jeder Ort hat sein Tourist Office, wo man jede Auskunft und jede Menge Prospekte bekommt.
England ist teuer. Über den Daumen kostet alles, was hier einen Euro kostet, dort ein Pfund (Stand 2007). Wesentlich teurer sind Eintrittsgelder aller Art.
Geld ziehen geht mit der EC-Karte am Automaten. Meistens bezahlt man jedoch mit Kreditkarte.
Ich will 2009 auch wieder rüber - weiß aber noch nicht wann.
Zwei Dinge sind für eine angenehme Reise unerlässlich: sichere Beherrschung der Sprache und ein nicht zu knappes Budget. Wenn man dann noch wenigsten zwei Wochen Zeit hat, ist eine äußerst angenehme Reise gesichert. Wer keine Vorstellung von GB hat, sollte sich mal im TV einen Film von Rosamunde Pilcher antun. Vorsicht: England macht süchtig.
editiert von: Alabama, 31.12.2008, 13:46 Uhr
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Lieber Spaghetti als Sushi