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13.Mai 2008, Wetter optimal und einen Tag frei - beste Voraussetzungen zum Erfahren des Grenzbereiches
8:30, raus aus der Großstadt, zunächst A9 bis Bayreuth Nord, dort geht es dann richtig los, über Goldkronach auf die Fichtelgebirgshochstrasse, werktags ist da nicht allzuviel Verkehr im Gegensatz zu den Wochenenden.
Nachdem ich den Sattel zwischen Ochsenkopf und Schneeberg hinter mir habe verlasse ich die Hochstraße und schlage mich über Wunsiedel und Selb nach As in Tschechien durch. Mein Plan geht nicht auf, der Grenzübergang nach Bad Elster ist Radlern und Fußgängern vorbehalten, also zurück in Richtung Cheb. Bei Franzensbad biege ich ab und fahre auf einer bestens intakten gewundenen Landstraße nach Luby. Hier beginnt die Bergetappe, auf teilweise ruppigen Pisten in ständiger Steigung, meist den Windungen eines Wildbaches folgend erreiche ich über Kraslice, Prebuz und Nove Hamry die Bergstadt Platten (Horni Blatna). Von Weitem gesehen sieht das ehemalige Bergstädtchen recht nett aus, aus der Nähe betrachtet nicht mehr. Ziemlich entvölkert dämmert es dahin und verfällt dabei langsam - so wie viele andere Orte in der Gegend.
Das nächste Ziel ist Potucky, die Ortsmitte besteht aus einem riesigen Ramsch- und Trödelladen, fest in vietnamesischer Hand. Also nix wie weg, der Grenzübergang nach Johannstadt (jaaa, ich weiß, korrekt heißt es Johanngeorgenstadt) ist seit Januar auch für Kfz geöffnet. Über Breitenbrunn und Rittersgrün gelange ich ans nächste Ziel, den Fichtelberg. Wenig Betrieb auf dem Gipfel (1214m, befahrbar!), dafür gute Fernsicht bis ins Elbsandsteingebirge. Bei allerbester Fernsicht sieht man Kap Arkona auf Rügen und die Südküste von Schweden... (gelegentlich neige ich zu Übertreibungen).
Das nächste Ziel ist der Klinovec (Keilberg), mit 1244m der höchste Berg im Erzgebirge, ebenfalls befahrbar. Leider ist die Keilbergbaude auf dem Gipfel seit Jahren dem Verfall preisgegeben. Eigentlich hatte ich vor, den Berg anschließend komplett zu umrunden, aber oberhalb von Haj ist die Straße von "Asphaltmotten" völlig zerfressen, da kommt kein Fahrspass mit dem ohnehin brettharten Guzzifahrwerk auf! Also zurück, über Bozi Dar und Potucky wieder nach Johannstadt, weiter über den "Hefekloßpass" nach Carlsfeld und Wiltzschhaus. Bei Morgenröthe-Rautenkranz falle ich ins Vogtland ein, von dort über den Mühlleitenpass nach Klingenthal und wieder über die Grenze nach Kraslice. Da es schon ziemlich spät ist nehme ich den kürzesten Weg nach Cheb. Schon von Weitem kann ich sehen, daß sich über der Stadt ein Gewitter zusammenbraut, der Donner übertönt sogar das Bollern meiner Guzzi. Gerade noch rechtzeitig erreiche ich das rettende Vordach einer Tankstelle und schlüpfe in die quittegelbe Eimalregenkombi von LOUIS, die ich für alle Fälle unter der Sitzbank deponiert habe. Ob die wohl hält??? Sie hat gehalten - und ich habe sie sogar "zerstörungsfrei" wieder ausziehen können, also ist sie mindestens eine Zweimalregenkombi. Bei Schirnding passiere ich zum letzten Mal die Grenze, fahre diesmal südlich um den Ochsenkopf herum über Warmensteinach nach Bayreuth und erreiche meinen Heimathafen Nürnberg gegen 20:30 Uhr mit 680 km mehr auf dem Tacho. Kann man einen Tag schöner vertrödeln?
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