Kettenspray - naß oder trocken?

  • Ich muss mich ja outen und zugeben, dass ich mir darüber noch nie so richtig Gedanken gemacht habe, welches Spray ich für meine Kette verwende. Als mir dann letztes Jahr bei der Kaunertal-Tour Trockenes Kettenspray angeboten wurde, hatte ich das erste mal drüber nachgedacht, wo da eigentlich konkret die Unterschiede liegen könnten. Bisher hatte ich eben immer "zufällig" im Laden zum naßen Spray gegriffen - mit "trocken" habe ich also keine Erfahrung. Wo liegen die Unterschiede? Nur ne Glaubensfrage und es kommt eh aufs gleiche raus? Oder hält das trockene besser oder lässt sich besser wegputzen? (Das wären schon mal Argumente, umzusteigen.. :-) ) Was nutzt ihr und wozu ratet ihr? Gruß vom Flo

  • Wenn Du keine Lust zum Putzen hast, nimm trockenes. Wirst aber spätestens zwischen 20-35 tsd km die Kette wechseln müssen. Wenn Du keine Lust auf Kette wechseln hast (wie ich z.B.) dann nimm das klebrige. Wenn Du regelmäßig sprühst (nach jeder Tagestour) dann hält die Kette 50-60 tsd km und Du brauchst die Kette nur noch beim Reifenwechseln spannen. Kleiner Tip, Kettenfett läßt sich leicht mit Lappen u. Petroleum von den Felgen wischen.

  • Ich kann das HKS empfehlen, das gibt es auch in einer kleinen Ölflasche, die man leicht unterm Heck verstauen kann. Dies ist auf Reisen auch leichter anzuweden wen man alleine ist und die Maschine nicht auf den Seitenständer kippen kann zum Fetten. Was die normalen Öle betrifft ist es ganz einfach, man muss die Kette schmieren, wenn sie noch schön warm von der Fahrt ist und dann zieht das Öl auch richtig gut ein und fliegt dann nicht so weg und macht somit auch weniger Dreck. Wenn man es so anwendet ist es aber egal welches Kettenfett man nimmt, den dann sind eigentlich keine merklichen Unterschiede zu spüren. Ich verwende schon immer Kettenspray und meine Ketten haben immer zwischen 26000 - 32000 km gehalten. Ausgerechnet mit dem HKS bin ich auch auf eine 530 ZVMX Kette umgestiegen und die zeigt jetzt bei 22000 km noch keine Längungseffekte und daher kann ich nicht bestimmt sagen ob es am Öl liegt oder an der Kette. Subjektiv gesehen habe ich aber den Eindruck das HKS hält bei Regen länger durch und auch sonst bleibt es länger an der Kette. Von dem Trockenzeug halte ich aber eigentlich nichts, weil man ganz schwer einschätzen kann ob die Kette noch genügend geschmiert ist. bei Öl sieht man einfach wann die Kette blank ist.

  • Hallo Nettis, eine Motorradkette ist im inneren mit Fett/Schmierstoff befüllt! Der gekapselte innere Bereich wird über O-/, X-/, oder W-Gummiringe abgedichtet. Es ist nicht möglich Fett egal auf welcher Art und Weise, von außen nachträglich wieder in den gekapselten inneren Bereich der Kette zu bekommen. Im Gegenteil, übertriebene Pflegeversuche und das permanente Putzen mit Oel-/, Fettverdünnern verkürzt die Kettenstandzeit deutlich, ...weil die Putzmittel (WD40 etc.) über ihre Kriechfähigkeit in den inneren Bereich der Kette vordringen und den Schmierstoff verdünnen bzw. verflüssigen. Es reicht absolut aus, permanent einen feinen Paraffinfilm (ca. alle 500km, ...hält selbst bei einer Regenfahrt) auf die Kette aufzutragen, der gegen die Korrosionsbildung und die Reibung zwischen Kette und Kettenrad bzw. dem Ritzel hilft. Tota... PS. ...Höhepunkt meiner Schmierstoffwahrnehmung, war ein Tankstopp in Südtirol, wo ein biker eine komplette Sprühdose auf seine Kette verteilte :wacko: -Respekt-

  • Übrigens, WD 40 verträgt sich absolut nicht mit den O-X Ringen der Ketten. WD 40 greift die Ringe an und zerbröselt sie nach und nach. Diese Aussage stammt vom Hersteller von WD 40. Also Petroleum oder Kettenreiniger benutzen und alles wird gut. v.G. Rolf

  • Ich darf noch mitreden, ich habe ja noch die 1200er Bandit, außer der BMW. ;-) Und deshalb sage ich mal, es gibt nichts besseres als einen Kettenöler, :good: :yes: :yes: wenn man keinen Kardan hat.... LOL :yahoo: :yahoo: :yahoo: Und wenn man denn doch unbedingt fetten will, dann nur DryLube. :scratch: Damit habe ich vor meiner Kettenölerzeit sehr gute Erfahrungen gemacht. :-)

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    Ich würde niemals behaupten, dass ich perfekt bin.

    Denn um ehrlich zu sein, bin ich sogar ganz weit weg davon.

    Ich bin einfach ich selbst und das ist auch gut so.


  • Da ich das dauernde Einsprühen leid war habe ich mir den Scottoiler montiert. Funktioniert prima, und oh Wunder, ohne jede Elektronik. Alles rein mechanisch. Bei Regen wird einfach das Dosierventil von Hand etwas weiter aufgedreht. Die Kette ist nun immer leicht ölig und der Rest (Felge, Schwinge) nicht versaut. Jedenfalls nichts was man mit einem Lappen und ein paar Tropfen Kettenreiniger nicht wegbekäme. Das spezielle Kettenöl klebt etwa so wie der Schmierstoff von Kettensägen. Jedenfalls wird das Zeugs nicht gleich abgeschleudert. Das Öl in der Spraydose dürfte ähnlich beschaffen sein. Also, ich bin sehr zufrieden damit. Die Füllung des Dosierbehälters langt für etwa 3000 Km. :good:Peter

  • Na da hab ich mal wieder bisschen was dazugelernt. Danke für die Antworten. Dass in der Kette nochmal Schmierstoff ist, wusste ich z.B. gar nicht. Aber irgendwie auch logisch, wenn man mal drüber nachdenkt, ist ja doch ein bisschen Belastung und Reibung was das gute Ding aushalten muss. Ich hab bisher auch das S100 genutzt und werd's dann wohl wahrscheinlich weiter nutzen. Da meine jährliche Laufleistung nicht gerade mehr so viel ist könnte ich so was wie Laufleistung der Kette usw. gar nicht wirklich beurteilen. Aber grundsätzlich glaube ich sollte ich das Schmieren ein bisschen ernster nehmen glaube ich ;-) Scotoiler klingt grundsätzlich immer interessant, aber da müsste man schon ein bisschen mehr Laufleistung zusammen bringen, dass sich das lohnt. Bei einem Versuch der andren (trockenen) Variante müsste man wahrscheinlich die Kette erst mal komplett vom alten Öl befreien oder? Das würde mich dann schon mal dran hindern, putzen ist nicht ganz so meins ;-) Gruß Flo

  • nach etlichen Sprays bin ich irgendwann mal auf HKS gekommen, und zwar das aus dem Aufträufler, wie Kaslkhaxe schon schrieb, sehr praktisch für unterwegs, weils auch in kleine Heckfächer unterm Sozuissitz passt, und auch sehr ergiebig, nen paar tropfen reichen.

  • Ich selber nutze bisher nur Kettenspray, da fast nur das Weiße. Ich sprühe die Kette meist abends ein, etwas (!) dicker, und vor Tourbeginn sprühe ich in einen fusselfreien Lappen, mit dem ich dann mit ganz wenig Auflagedruck die Kette einmal "abwische", sie ist danach immer noch gut "feucht", tropft aber nicht mehr so viel beim Fahren. An das Teflon-Spray hatte ich auch mal gedacht, aber die Erfahrungen in einem anderem Forum bestätigen eine bereits hier erfolgte Aussage, trotz allem reduziert sich dadurch die Lebensspanne einer Kette. Und von dort habe ich dann auch das einstimmige Statement, dass mit einem richtig eingestellten Oiler die Kette leichtgängiger als mit Spray bleibt, und der Verschmutzungsfaktor deutlich kleiner wird. Vielleicht steige ich beim nächsten Ketten-Ritzelwechsel auf einen Oiler um... P.S.: Meine Kette und die Ritzel waren schon drauf (damals knapp 6 Monate) als ich die Maschine Mai 2010 kaufte. Bisher immer noch beides einwandfrei, bei ca 9-12t km im Jahr

  • Grüß' Euch. Mit der Kettenpflege befasse ich mich privat und beruflich... Kette säubern (kommt ja zuerst): Kein Dampfstrahler aus unmittelbarer Nähe, besser Kettenreiniger und scharfer Gartenschlauchstrahl plus Bürste/Lappen/Schwamm. Dann trocknen lassen. Kette abends einsprühen, dann verdunsten die Lösungsmittel, die das Spray kriechfähig machen, über Nacht. 1x rundherum reicht, hauptsächlich die Röllchen in der Mitte und bissl was außen. Ich habe mir vom Mechaniker erklären lassen: Wenn die Kette warm ist, sind die Materialien weiter ausgedehnt und das Spray kommt nicht so weit in die Schlitze/Fugen rein, wie bei einer kalten Kette. Wie groß der Unterschied ist? Sicher ist ein Auftragen auf eine total zugeschmodderte Kette wesentlich weniger optimal, als wenn die Kette nun warm oder kalt ist... Nasses Kettenspray ist für Allwetterfahrer geeigneter, weil es im Regen doch besser haftet, als DryLube (das trockene Spray). Als es während der Alpenchallenge des motorrad Action-Teams mal einen Tag komplett geregnet hatte, war am Abend die Kette meiner Baghira bereits am Rosten. Umstieg von "nass" auf "trocken": Kette komplett vom alten (klebrigen) Kettenfett reinigen und das trockene Pflegemittel erst dann auf die abgetrocknete Kette auftragen. Für Schönwetterfahrer mit pflegeintensiven (Chrom &Co.) Zweirädern ist das DryLube oder Profi DryLube zu empfehlen. HKS ist tatsächlich eines der besten nassen Sprays! Ich habe weisses S100 (hochpreisig) oder unsere Hausmarke (super Preis-/Leistungsverhältnis) im Einsatz und bin als "Jeden-Tag-außer-Salz-Fahrer" recht zufrieden: 20.000km mit der nicht allzu üppig dimensionierten Originalkette der KTM Duke 690 und nur einmal nachgestellt - danach wieder fast in den Ori-Zustand zurückgebaut, weil zu straff gespannt... Also kein Verschleiß auf dieser Distanz. Servus aus Salzweg Stefan

  • Wenn man das HKS nicht als Spray, sondern eben mit dem Aufträufler und Nachfülldose nimmt,is das Ergebnis noch besser, und reicht auch ewig...http://www.ebay.de/itm/like/330819862604?lpid=106&chn=ps

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