Beiträge von JoeBar

    Ich weiß, ich weiß ...... ich bin wahrscheinlich wieder mal der „Aussatz“ .....

    aber ich persönlich liebe den Gestank von Sprit und Öl

    Keineswegs Aussatz - ganz im Gegenteil. Was du so wunderschön und eindrücklich beschreibst ist Teil meiner schönsten Erinnerungen. Jetzt nach 5 Jahren Auszeit merke ich, dass sich gerade vieles ändert...oder um es lyrisch auszudrücken: Die Welt ist im Wandel...

    Und Deine Lebensfreude wird Dir genommen, wenn Dein Töff nicht mindestens 96dB erzeugen darf? Dein Ernst? :S


    Nein, natürlich nicht. Es geht mir hier nicht um den Aspekt der Lautstärke sondern ausschließlich um das Argument der Spassfahrten.


    Allerdings hat der Spaß tatsächlich ein Loch wenn ich mit meinem Mopi, das ich übrigens legal besitze, das eine gültige Straßenzulassung hat und an keiner Stelle manipuliert ist, nicht mehr fahren darf. Ich behalte das Teil bestimmt nicht wegen der Lautstärke oder dem Sound.


    Wenn sich ein Anwohner dieses Jahr eine nagelneue Tuono für fast 20T€ gekauft hat, wird er ebenfalls wenig begeistert sein. Da tröstet es nur wenig, dass die tiroler Polizei mit ihren neuen Multistradas dort auch durchfällt :-)


    Wer hat denn bisher beim Kauf auf das eingetragene Standgeräusch geachtet? Das war bisher so wenig relevant, dass die Hersteller es noch nicht mal auf ihren Produkt-Websites angeben. Man muss schon beim Händler anrufen, um es zu erfahren.


    Ich habe den Eindruck, dass hier völlig willkürlich vorgegangen wird. Was heute noch ok ist kann schon morgen verboten sein. Und plötzlich sehen die heutigen Befürworter dieser Regel ganz alt aus, wenn es sie jetzt selbst trifft. Rechtssicherheit geht tatsächlich anders.


    Weil ich mir gerne ein neues (und auch leiseres) Mopi kaufen möchte und wirklich nicht weiß welche Regeln morgen aufgerufen werden, habe ich mal die Elektromotorräder angeschaut. Da gibt es derzeit eigentlich nur eines, das wirklich in Frage käme. Es hat aber leider keine vernünftige Reichweite und die Ladezeit ist viel zu lange. Für den halben Preis wäre es vielleicht gerade noch akzeptabel aber 26T€ sind einfach viel zu fett und einen Gebrauchtmarkt gibt es nicht. Soll das heute ernsthaft eine Alternative sein?

    Ja klar, natürlich ist das so. Aber die Straßen sind grundsätzlich dazu da den Verkehr der Fahrzeuge aufzunehmen, die eine Straßenzulassung haben. Aus welchem Grund der Fahrer unterwegs ist darf keine Rolle spielen, denn es ist rechtlich schlicht nicht relevant.


    Wenn es aber als Kriterium irgendwie herangezogen wird, dann sollten die Spassfahrten der PKWs ebenfalls unterbleiben. Und wo ist da die Grenze zu ziehen? Wenn ich mit dem Mopi meine Mutter im Schwarzwald besuche, ist das dann verwerflicher als wenn ich das mit dem Auto tue? Und was ist mit der Fahrt in den Urlaub? Ist das mit dem Motorrad Spass und mit dem Auto nicht?


    Vielleicht liegt hier irgendwo der Hund begraben und es geht am Ende dann doch einfach nur darum, dass man anderen den Spass oder die letzten Reste an Lebesfreude nicht gönnt.

    In einem Artikel der Autozeitung bin ich in diesem Zusammenhang über den folgdenen Satz gestolpert: "An bestimmten Tagen wurden auf der L 246 Hahntennjochstraße rund 3300 Motorräder gezählt, was gemessen am Gesamtverkehrsaufkommen einem Anteil von nahezu 70 Prozent entspricht."


    Wenn das hohe Verkehrsaufkommen durch Motorräder als ein Argument für die Sperrungen herangezogen wird, dann ist das in meinen Augen geradezu bizarr, denn nach dieser Logik müßten nahezu alle Straßen für PKWs gesperrt werden. Es ist schon seltsam, dass diese Analogie überhaupt nicht auffällt.

    ...seit Jahren gibt es seitens Anwohnern aus den unterschiedlichsten Gegenden Bitten, Drohungen und Bürgerinitiativen.

    Seitens der Motorradfahrer kommen nur Trotzreaktionen und Drohungen.

    Ich verstehe nicht was so schwer daran ist sich zusammenzureißen und Rücksicht zu nehmen.

    Ich nehme grundsätzlich Rücksicht auf Anwohner und andere Verkehrsteilnehmer - und das schon seit Langem. Ich denke Du tust das auch und fast alle hier im Forum ebenso. Das hat die Anwohner aber nicht von ihren Aktionen abgehalten und die Politik geht nun pauschal gegen uns alle vor. Ich fürchte, wir können uns noch so sehr anstrengen Leise und rücksichtsvoll zu sein, es wird nichts nützen, denn es wird eben immer welche geben, die das einfach nicht tun.

    Von daher ist dein Aufruf, sich zusammenzureißen, nicht zielführend und sogar wenig hilfreich, weil du damit die Position der Bürgerinitiativen und der Politik in ihrer Pauschalisierung unreflektiert übernimmst und damit am Ende die verhängten “Kollektivstrafen” legitimierst und sogar unterstützst.


    Ich denke es ist sinnvoller in dieser Frage zusammenzustehen und irgendwie gemeinsam dagegen vorzugehen.


    Oldie - ich freue mich schon auf dein :thumbdown: 8o

    Was mich aber richtig ärgert ist, dass das nur für Motorräder gilt und nicht allgemein für alle Fahrzeuge..

    Der Umstand, dass die Restriktionen und Verbote nur für Motorräder ausgesprochen werden und nicht für alle Fahrzeuge, beweist, dass es tatsächlich nicht um den Lärmschutz geht sondern darum, die vorhandenen Ressentiments gegen Motorräder und Motorradfahrer auszuleben. In meinen Augen handelt es sich um reine Willkür und damit um eine Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes. Ich empfinde es schlicht als diskriminierend.

    Noch vor nicht zu langer Zeit hatte ich wirklich gedacht, meine und die nachfolgende Generation schaffen endlich den Sprung weg vom muffigen Kleingeist, wie er bis Anfang der 80er Jahre durch alle Ritzen kroch, hin zu einer toleranten und aufgeklärten Gesellschaft. Jetzt sehe ich, dass das Gegenteil geschieht. Die Intoleranz nimmt in einem sich selbst beschleunigenden Prozess mehr und mehr zu und überbietet sich in immer absurderen Vorschriften und Verboten. Sie bringt nicht nur 30er-Zonen auf Bundesstraßen hervor, Fahrverbote und völlig übertriebene Sanktionen für zu schnelles Fahren, sie gebiert auch Figuren wie Trump und Erdogan. Es scheint, dass die Spießer nun endgültig wieder die Oberhand gewinnen. Das ist wirklich schade...

    Ich war 12 als mein Bruder, ein Freund und ich eine alte NSU LUX für 10 Mark von einem Bauern gekauft hatten. Das Teil war viele Jahre in der Scheune gestanden und total verstaubt gewesen. Wir haben die Reifen aufgepumpt und sie nach Hause geschoben. Als es ein Stück bergab ging, hat mein Bruder den Schlüssel eingesteckt und die Kupplung kommen lassen. Die alte NSU ist tatsächlich angesprungen und auf die Wiese rausgefahren bis sie umgefallen ist. Whow, wir hätten im Leben nicht damit gerechnet, dass sie noch läuft!


    Wir sind dann über den Sommer immer mal wieder die kleine Straße hinter dem Dorf auf und ab gefahren. 2 mussten das Riesenteil festhalten damit einer aufsteigen konnte. Die LUX war mächtig schwer und mit ihren fast 10 PS unbändig stark. Sie fuhr fast 100 Km/h schnell. Das war schon der Hammer!


    Irgendwann kamen unsere Eltern dahinter, was wir da trieben und haben das Teil konfisziert. Ich weiss noch, dass mein Vater dabei gelächelt hat. Mein Freund hatte aber weniger Glück zuhause. Es war ein magischer Sommer und ein großes Abenteuer.

    Meinen Bruder und mich haben die Motorräder seitdem nicht mehr losgelassen. Ich wünschte, er wäre noch hier.

    Also nachdem hier so viel despektierliches über unsere Verschwörungstheoretiker und die Verschwörungstheorien geschrieben wurde, könnte der Eindruck entstehen, dass es Verschwörungen überhaupt nicht gibt und somit auch keine Verschwörer und auch keine Opfer von Verschwörungen. Damit würden wir aber beiden Gruppen tiefes Unrecht tun, denn Verschwörungen gibt es tatsächlich und es gab sie zu allen Zeiten - man denke nur an Richard Nixon und seine Watergate-Affäre. Hätten Bob Woodward und Carl Bernstein sich keine Gedanken oder Theorien darüber gemacht und das Thema nicht verfolgt, wäre vieles anders gelaufen. Vielleicht wäre uns Donald erspart geblieben, vielleicht wäre es aber auch noch schlechter gelaufen - wer kann das schon sagen?


    Einigermaßen sicher kann ich aber sagen, dass hinter Corona keine Verschwörung steckt. Es gab sicher vielerorts Fehleinschätzungen, egoistische Motive und vielleicht auch Vertuschungen, die zur Verbreitung der Krankheit beigetragen haben. Auch über die politischen Entscheidungen, die in Folge der Pandemie getroffen wurden, kann man streiten. In einer Demokratie sollte man das tatsächlich auch tun, denn die Demokratie lebt vom Diskurs. Minderheiten müssen nicht unbedingt unrecht haben, sie haben aber in jedem Fall das Recht sich zu äußern und auch zu demonstrieren. Und wenn einer für seine Grundrechte auf die Straße geht, ist das aller Ehren wert. Die individuellen Gründe und Motive spielen hier nur eine untergeordnete Rolle.


    Die Weltherrschaft der Reptiloiden zu verhindern wäre vielleicht gar nicht so falsch. Ich habe jedenfalls nichts dagegen :-)

    Radarfallen werden dort eingesetzt wo das Unfallrisiko oder die Lärmbelästigung besonders hoch ist. Jedenfalls wird das in der Regel so begründet. Indem ein Radarwarner auf diese Stellen aufmerksam macht, leistet er demnach faktisch einen wesentlichen Beitrag zur Verkehrssicherheit.


    Die Radarwarner zu verbieten ist in etwa so, als würde beispielsweise eine Corona-App verboten werden weil sie auf eine konkrete Infektionsgefahr hinweist. Das wäre doch absurd, oder habe ich was falsch verstanden?

    So viel Optimismus tut wirklich gut. Danke dafür.


    Aber ich fürchte dass Kontakte und Versammlungen noch sehr lange stark limitiert bleiben werden. Zudem werden wir eine weltweite sehr tiefe und lang anhaltende wirtschaftliche Depression erleben, deren Folgen wir uns im Augenblick noch nicht vorstellen möchten.


    Ich hoffe aber, ich täusche mich und du behältst recht.

    Kategorischer Imperativ von Kant? „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“


    Hier gut erklärt:

    https://www.youtube.com/watch?v=Lf0xUydteHM

    SixtyOne - es freut mich sehr, dass du hier den kategorischen Imperativ einführst. Die Diskussion darüber fand ich in der Psychologie-Vorlesung damals sehr interessant. Es ist lange her, aber nach meiner Erinnerung gibt es dabei nicht nur eine die Absichten betreffende sondern auch eine selbstreflexive Dimension welche die Bewertung des eigenen Handelns nach einem universell gültigen ethischen Maßstab einschliesst.


    Das beinhaltet in jedem Fall Werte wie Toleranz und Respekt und verbietet es, anderen Vorhaltungen zu machen solange keine valide Legitimation dafür vorliegt. Wer möchte schon, dass sich jeder Beliebige in dieser Weise ins eigene Leben einmischt? Und was ganz bestimmt nicht geht, sind verbale Angriffe die unter die Gürtellinie gehen, ebenso wie unbewiesene Unterstellungen.


    Ich habe am Wochenende meine kleine Honda aus dem Winterschlaf erweckt, bin aber nicht gefahren weil mir das in der augenblicklichen Situation einfach unpassend erscheint. Aber ich bin absolut dafür, wenn du oder jeder andere soviel fahrt, wie ihr eben möchtet.

    Es ist ganz einfach. Im Kern geht es darum, dass durch den Verzicht auf das Fahren die Gefahr eines Fahrverbots abgewendet werden soll. Das ist natürlich absurd, denn das Ergebnis ist identisch: Das Mopi bleibt in der Garage stehen, egal ob ich nicht fahren darf oder ob ich freiwillig verzichte. Um das zu erreichen wird nun der einzelne Fahrende als unsolidarisch und egoistisch qualifiziert. Dies geschieht seitens derjenigen, die ca. 4 Mio Motorradfahrer auffordern, zuhause zu bleiben, damit sie selbst fahren können, was sie aber freiwillig gar nicht tun. ;)

    Naja, wenn die Zahl der Infizierten mit schwerem Krankheitsverlauf dauerhaft unterhalb der Kapazität des Gesundheitssystems verlaufen soll, dann werden die Beschränkungen noch viele Monate notwendig bleiben. Das ist blöd, weil ich mich nach dem Winter total aufs Frühjahr und auf den Sommer gefreut habe. Nach 5 Jahren Pause wollte ich wieder Touren fahren und dazu sogar wieder ein taugliches Mopi beschaffen.


    Zuhause bleiben und das Homeoffice mit den ständigen Telkos und Videkonferenzen ist gar nicht übel. Aber mir fehlen die Besuche meiner Tochter, die Grillabende mit Freunden, Konzertbesuche, Biergärten, unsere Wochenenden im Schwarzwald... Aber am meisten fehlt mir im Augenblick etwas, worauf ich mich freuen kann. Vielleicht klappt’s ja schon wieder mit Skiurlaub im nächsten Jahr?

    Sehr viele haben gerade ganz andere Sorgen...

    Der Thread ist offenbar ein wenig entglitten, deshalb back to the roots. Ich bin @falo’s Aufruf konsequent gefolgt und habe alle meine primitiven egoistischen Neigungen und meine für die Allgemeinheit schädlichen Verhaltensweisen augenblicklich eingestellt, denn wie könnte ich mich gegen so viel moralische Kompetenz stellen und wie sollte ich den Shitstorm aushalten, der meinem Fehlverhalten völlig gerechtfertigterweise auf den Fuß folgen würde?


    Ich bin weit davon entfernt mich selbst zu heroisieren, deshalb gebe ich gerne zu, dass mir das alles sehr schwer gefallen ist. Damit meine ich nicht nur den Verzicht aufs Motorradfahren sondern auch den Augenblick, als mir das Bier ausgegangen war, kein Klopapier mehr vorhanden war und ich beginnen musste zu improvisieren, als ich nichts mehr zu essen hatte und auch die Dosen meines Zwergpudels längst vertilgt waren.


    Das war alles schwer jedoch schlicht notwendig. Erschrocken bin ich aber schon ein wenig, als ich heute morgen in den Spiegel geschaut habe


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