Beiträge von Rick

    Irgendwer frug nach Erfahrungen mit unterschiedlichen Moppedklamotten:

    Im November 1980 nahm ich einer Wildsau die Vorfahrt. Bei dem Unfall gab es ein Todesopfer. Das war nicht ich.

    DIe 3 Wochen Krankenhaus hätte ich mir sparen können, wenn ein Helm mein Gesicht und eine Lederjacke meinen Torso bekleidet gehabt hätten (schönes Deutsch ;-) )

    Die 3 nachfolgenden Ableger ( In den Jahren 2002, 2005 und 2015) wurden mit Leder- bzw Leder-Textilmix-Kombis absolviert. Ausser den Schäden am jeweiligen Mopped scheuerte sich ein Lederhandschuh durch und der Außenreißverschluß des rechten Daytonastiefels schmolz dank der Reibungshitze, die beim Asphaltrutschen entsteht. Körperliche Schäden entstanden, bis auf das ein oder andere geknickte Ego, nicht.

    Aufgrund dieser Erfahrungen ist eines meiner Lebensmotti: "lieber schwitzen, als bluten". Es geht nichts über Leder als Schutz zwischen Asphalt und Fleisch.

    Falls euch meine beiden anderen Lebensmotti interessieren: "Lieber Stoff im Gesicht,als einen Zettel am Zeh" sowie "Es ist nicht alles Unsinn, bloss weil ich es nicht verstehe" und last but not least: "Alle Menschen sind schlau; die einen vorher, ..."

    KLar soweit?

    Na na na,

    wollten wir hier nicht Abstand davon nehmen, von einem geschriebenen Satz Rückschlüsse auf die ganze Person zu ziehen?

    Auch ich lege Wert auf eine korrekte Sprach- und Schreibweise, was mich noch lange nicht zum Schulmeister macht. Auch wenn mich mancher dafür hält ;-)

    Unterstellen wir doch einfach, dass Frau BikerinLU sich hat hinreißen lassen ob ihrer Empörung über das falsch geschriebene Wort und darüber ganz vergessen hat, lobende Worte über den eigentlichen Inhalt der Nachricht fallen zu lassen. Man übersehe auch nicht den Smiley am Ende ihres Posts.

    Ich finde es selbstverständlich, zu meinen Fehlern zu stehen und ziehe den Hut vor jedem Menschen, der das auch tut. Also auch vor Dir, der Katze von Frau Schmitz ;-)

    Eine sehr schöne Vorlage, Frau Mehrheit.

    Auch der ein oder andere Bericht hier hat mich berührt.

    Klingenstaedters und vor allem Eifelcats Bericht voran.

    Meine kleine Geschichte:

    In meinem Geburtsjahr wurde die Mauer gebaut. Zu jung, um etwas dagegen zu unternehmen, wuchs ich und wuchs ich und ich wünsche mir, ich wüchse immer noch. Aber bei einer Schrittlänge von 80 cm hat das Wachsen aufgehört. Das hat Auswirkungen gehabt, auf die ich später noch komme.

    Wie die Jungfrau zum Kinde kam ich Ende der 70er Jahre zu einer ZD20 mit Drei-Gang-Handschaltung. Ab diesem Tag hatte das Voreifelnest, in dem ich aufgewachsen war, keine Grenzen mehr.

    Vorher kamen nur Schusters Rappen oder der ausgestreckte Daumen als Transportmittel zur Destille in Andernach in Frage.

    Mit Erwerb besagter ZD20 öffnete sich die Welt. Meine Welt.

    Ferne Metropolen wie Mayen oder Kaisersesch mit seiner Disko, in der Deep Purple und Pink Floyd die Serenaden spielten, lagen nun quasi vor der Haustür. Die 2-3 Stunden Weg ein Katzensprung.

    Der luxuriöse Regen- und Winterkombi bestand aus Alditüten, die mit Klebeband an den Beinen fixiert waren. Den Kopf schützte ein Römerhelm, der bei Regen nur mit offenen Visier gefahren werden konnte, wenn man etwas sehen wollte. Die Hände waren geschützt durch immens teure Fuchsfellhandschuhe mit langer Stulp. In der nicht regenwassergeschützten Jackentasche waren an guten Tagen 10 Mark. Die reichten für die Tankfüllung zurück und eine Cola in der besuchten Disko.

    Irgendwann, spät in einer Nacht, beendete eine Wildsau das Leben der ZD20. Die Sau an sich beendete ihr Leben in der selben Nacht. Nach drei Wochen und mit einer unfreiwillig erworbenen Zahnlücke im Oberkiefer verließ ich das Krankenhaus und bekam Kinnwasser, wenn Frank mit seiner XT 500 bei mir vorbei kam. Das Geld fehlte, um selbst Moppedfahrer zu sein.

    Dann kam die erste Ehefrau. Nach ein paar Jahren die Zweite, und mit ihr mein erster Sohn.

    Für die nächsten Jahre war jeglicher Gedanke an das motorisierte Einspurfahrzeug abgesagt. Zu groß war das Gesundheitsrisiko, das gemeinhin den Moppedfahrern nachgesagt wird.

    Im Jahr 2001 elektrisierte mich eine Annonce in der Annonce mit einer angebotenen XT 600, 3 TB.

    Schwarz-rot mit 34 PS.

    Mein Sohn konnte mittlerweile laufen und nichts hinderte mich mehr am Kauf besagter XT.

    Einwände meiner damaligen Lebensabschnittsgefährtin hinsichtlich des immanenten Risikos von Motorradfahrern ließ ich nicht gelten. Eine üppige Lebensversicherung garantierte den finanziellen Unterhalt meiner Nachfahren im Falle eines Unfalles, und ich ließ mich nach Köln chauffieren um SIE nach Hause zu führen.

    SIE, meine XT.

    Windig war es an dem Tag und ich traute mich kaum aus dem Windschatten der LKWs auf der A 4 und der A 555 auf dem Weg nach Hause. Bei 90 KM/H. Ich kam mir vor wie ein Anfänger, der ich auch war, nach 20 Jahren Moppedabstinenz.

    In den nächsten Wochen war es hin und wieder meine Aufgabe, zur Erheiterung der hinter mir anhaltenden Autofahrer zu sorgen. Warum?

    Die XT hat eine Sitzhöhe von 87 Centimetern. Meine Schrittlänge betrug, und beträgt immer noch maximal 80 Centimeter. Diese Problematik erläutert sich wie folgt:

    Vor roten Ampeln finden sich gemeinerweise sogenannte Spurrillen.

    Der nicht routinierte Einspurfahrer, mit kürzerer Schrittlänge als Sitzhöhe, erfährt, dass wenn sich beim Halten die Reifen auf dem Hügel befinden, plötzlich viel mehr Luft unter den Füßen ist als sonst.

    Bis dann die Sohle des Stiefels greift, ist das Mopped in einer Schräglage, die ein Halten des selben physisch unmöglich macht. Das Ablegen des Gefährts in Zeitlupe sorgte anschließend für die Erheiterung der nachfolgenden Autofahrer, die auf Grün warteten.

    Peinlich war es. Für mich.

    Aber ich habe Menschen zum Lachen gebracht. Und das gilt als gute Tat. Nicht wahr?

    Mittlerweile, fast 20 Jahre und 2 oder 3 Unfälle später, die meiner Selbstüberschätzung zu verdanken sind, bewegt mich im Sommer die Tracer und im Winter die XT, eine andere, eine XT 660 R auf täglichen Wegen. So dass ich im Sommer die Batterie des Autos hin und wieder ans Ladegerät hängen muß.

    Ich finde den Klapphelm sehr praktisch. Nicht nur, dass man im Stau oder vor der roten Ampel mehr Frischluft bei geöffnetem Klapphelm bekommt; nein, auch die Fluppe kann ich während der Fahrt genießen und muss dafür nicht anhalten. ;-)8):saint:

    Mein Lieblingsmopped ist seit fast 40 Jahren die XT und seit 5 Jahren macht mir die Tracer im Sommer Spaß.

    Ich freu mich hier bei den Netbikern auf alte Freunde und neue, die es vielleicht werden.


    Guuten Abend wünscht

    Rick