Sodele, hier nun mein kleiner Bericht zu meiner Tour am Gründen Band.
Meine ursprüngliche Idee war es ja, die Themen Motorrad fahren, Offroad und Geschichte mit einander zu verbinden. Ich wollte, wenn ich mich ständig am Grünen Band bewege, in den Spirit der dazu gehörigen Geschichte eintauchen.
Nach der Anfahrt von zu Hause habe ich am Dreiländereck „Bayern/Sachsen/Böhmen“ begonnen. Als Startpunkt optimal. Absolut ruhig dort, nur der kleine Bach plätschert unbeirrt der Ereignisse der vergangenen Jahrzehnte vor sich hin. Eine herrliche Stimmung, in der sich Gedanken frei entfalten können. Aber ich möchte euch nicht langweilen …
Das Grüne Band ist von hier aus nicht direkt, jedoch nach ein paar Kilometer theoretisch befahrbar. So war es nahezu die kompletten 280 km, die ich am oder auf dem Band gefahren bin. An sehr vielen Zufahrten zum Band findet man die schwarze Eule auf gelben Schild. Also darf man dort nicht rein. Sollte man doch reinfahren (und es hat vorher geregnet), findet man dort bestimmt 😉 einen Weg aus rutschigen Betonplatten vor. In den Betonplatten selbst sind tiefe Löcher, durch die das Gras wächst. Die seitlichen Kanten der Betonplatten sind oftmals nicht zu sehen, von der Kante ins Grün geht es jedoch locker 15 cm runter. Dazu oft echte Steigungen. Also mit einem bepackten schweren Motorrad, bei Nässe und allein nicht zu empfehlen. Es ist so unendlich rutschig …
Nach Mödlareuth darf man offiziell ein Stück Grünes Band fahren, dort sich die Platten auch erheblich besser. Das Dorf Mödlareuth kann ich derzeit als Ausflugziel nicht empfehlen. Ich war vor vielen Jahren schon mal dort, da war die Grenzanlage noch zu besichtigen und man … sorry … ich habe den Wahnsinn sehen und spüren können, der dort passierte. Heute ist die Grenzanlage eine große Baustelle …
Was über die gesamte Tour sehr interessant war: Ich habe mit sehr vielen Menschen gesprochen, die das, was damals passierte, selbst erlebt hatten. Vom ersten Zaun über den Ausbau des Grenzstreifens, der Verbreiterung der Sperrzone, wie es war mit den Passierscheinen und was sich für die einzelnen Menschen daraus ergeben hat. Von Hochzeiten, um einen geliebten Menschen sehen zu dürfen, von Feldern, die nicht mehr bestellt werden durften und auch von Zwangsumsiedlungen.
Jetzt fasse ich mich aber mal kurz, sonst wird es doch zu langweilig. In Summe bin ich das Grüne Band nur selten gefahren. Selbst wenn man es dürfte, würde ich es nicht empfehlen. Das ganze Motorrad wird dauerhaft durchgeschüttelt, man muss sich wahnsinnig konzentrieren, mehr als 25 km/h sind eigentlich nicht möglich und man sieht am Band selbst über weite Strecken gar nichts.
Ich bin dann dazu übergegangen, interessante Orte am Band direkt anzufahren. Zwischendurch habe ich das Grüne Band immer wieder gekreuzt.
Das es mit Ausnahme eines Tages ständig regnete, bin ich längst nicht so lange gefahren wie geplant. Aber das ist in Ordnung, denn ich hatte bis hierhin auch genug. Vielleicht packe ich das Mopped noch mal und fange im Norden an das Grüne Band zu fahren. Vielleicht ist es ja dort besser befahrbar und sehenswerter.
Ein großes DANKE noch einmal an Alle, die mir im Vorfeld wichtige und interessante Hinweise gegeben haben.
Grüßle aus dem Süden sendet euch
Jens
Tolles Navi 😊. Die Fragen kommt oft, wenn ich „kürzeste Route“ eingebe:
Fast jeden Tag so richtig nass geworden ☹:
Abfahrt nach Hause. Schön war es trotzdem 😊: