Mendelpass (Passo della Mendola)
Eppan an der Weinstrasse - Cappella della Beata Vergine Maria- Ruffre-Mendola.gpx
Details zum Track
Der Mendelpass, auf Italienisch Passo della Mendola, liegt auf 1.363 Metern im Mendelkamm der Nonsberggruppe. Er verbindet das Überetsch oberhalb von Kaltern und Eppan in Südtirol mit dem oberen Nonstal im Trentino. Du bleibst während der gesamten Überquerung in Italien, wechselst auf der Passhöhe aber zwischen den autonomen Provinzen Bozen–Südtirol und Trient. Die Straße gehört zur SS 42 del Tonale e della Mendola.
Für Motorradfahrer ist vor allem die Ostrampe von Kaltern beziehungsweise Eppan interessant. Von der Kalterer Höhe aus zieht sich die Straße in 15 nummerierten Kehren durch den steilen Osthang des Mendelkamms. Dazwischen liegen längere Kurvenkombinationen, Felspassagen und Aussichtspunkte mit Blick über das Überetsch, den Kalterer See und den breiten Talboden der Etsch. Die Strecke überwindet auf dieser Seite rund 900 Höhenmeter. Die Westseite in Richtung Ruffré, Ronzone und Fondo verläuft dagegen deutlich ruhiger: Sie führt überwiegend durch Wald und über das Hochplateau des oberen Nonstals und besitzt wesentlich weniger ausgeprägten Hochgebirgscharakter.
Die heutige Passstraße entstand im Wesentlichen zwischen 1880 und 1885. Mit ihr wurden das Etschtal und das Nonstal sowie zugleich der überwiegend deutschsprachige und der italienischsprachige Raum besser miteinander verbunden. Wegen der steilen Felsflanken war der Bau anspruchsvoll, und bis heute sind an der Ostrampe Galerien, Stützmauern, Steinschlagnetze und regelmäßige Sicherungsarbeiten notwendig.
Ein besonderes Stück Verkehrsgeschichte ist die Mendelbahn, die seit 1903 von St. Anton bei Kaltern fast bis zur Passhöhe fährt. Bei ihrer Eröffnung galt sie als längste Standseilbahn der Welt, mit bis zu 64 Prozent Steigung als steilste Standseilbahn Europas und als erste elektrisch betriebene Seilbahn Österreichs. Zu ihren prominentesten Fahrgästen gehörte Kaiser Franz Joseph I., der die Bahn 1905 auf dem Weg zu Militärmanövern im Nonstal benutzte.
Auch der Motorsport hat am Mendelpass Spuren hinterlassen. Das historische Mendelrennen wurde erstmals 1930 ausgetragen und führte von Bozen über Eppan bis hinauf zum Pass. Ein kurioses Detail: Schlossen sich während des Rennens die Schranken am Bahnübergang in Sigmundskron, musste der Fahrer tatsächlich warten – die Standzeit wurde anschließend von seiner Rennzeit abgezogen.
Die Passstraße ist durchgehend asphaltiert. Auf der Südtiroler Ostrampe wurde der Belag wiederholt erneuert; bei jüngeren Sicherungsarbeiten wird ausdrücklich ein neuer bituminöser Fahrbahnbelag genannt. Der Zustand ist im Allgemeinen gut, allerdings können nach Wintern oder Bauarbeiten einzelne Flicken, Bitumenvergüsse und kleinere Unebenheiten auftreten. In den schattigen Wald- und Felspassagen solltest Du zudem mit feuchtem Asphalt, Laub oder kleineren Steinen auf der Fahrbahn rechnen.
Die Fahrbahn ist überwiegend etwa 5,5 bis 6,5 Meter breit und damit grundsätzlich für zweispurigen Begegnungsverkehr geeignet. Ausbaudokumente der Provinz nennen für Felspassagen und Galerien 5,5 Meter, während eine verbreiterte Kehre einschließlich Banketten eine asphaltierte Breite von bis zu 6,5 Metern erreicht. Einzelne enge Kehren waren früher nur etwa fünf Meter breit. Besonders im oberen Teil der Ostrampe wirkt die Straße durch Felswände, Galerien und enge Kurven deutlich schmaler; bei entgegenkommenden Bussen, Wohnmobilen oder weit ausholenden Fahrzeugen solltest Du deshalb ausreichend Reserve halten.
Der Mendelpass ist kein extrem schwieriger Alpenpass, bietet aber eine sehr gelungene Mischung aus flüssigen Kurven, engen Kehren, Felskulisse und weitem Talblick. Gerade die Auffahrt von Kaltern zählt zu den klassischen Motorradstrecken Südtirols, während die Weiterfahrt durch das Nonstal eine gute Verbindung zum Gampenpass, zum Tonalepass oder in Richtung Trient ermöglicht.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| StraßenbreiteWelche Straßenbreite herrscht auf der Strecke hauptsächlich vor? | breit |
| FahrbahnbeschaffenheitWelche Beschaffenheit hat die Fahrbahnoberfläche meist? | griffig |
| Offroad-AnteilAnteil nicht asphaltierter Strecke | 0 % |
| LandPrimäres Land der Route | Italien |
| SchwierigkeitWie schwer wird der Pass für einen durchschnittlichen Motorradfahrer eingeschätzt? | einfach |
| Mautpflichtige StraßeFällt zusätzliche Maut bei Benutzung der Strecke an? | Nein |
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