Tremalzo
Ledro - Passo di Tremalzo- Ledro.gpx
Details zum Track
Der Tremalzopass, auf Italienisch Passo di Tremalzo, liegt in den Gardaseebergen westlich des nördlichen Gardasees. Seine rund 1.665 Meter hohe Passhöhe befindet sich an der Grenze zwischen der Autonomen Provinz Trient im Trentino und der Provinz Brescia in der Lombardei. Der Pass betrifft damit nur Italien, verbindet landschaftlich aber zwei deutlich unterschiedliche Gebiete: auf der Nordseite das Valle di Ledro mit dem Lago d’Ampola, auf der Südseite das zum Gardasee abfallende Bergland von Tremosine. Eingebettet ist der Übergang zwischen dem 1.974 Meter hohen Monte Tremalzo und der Cima del Dil.
Mit dem Motorrad erreichst du den Tremalzo regulär ausschließlich von der Trentiner Seite. Die Auffahrt beginnt an der SS 240 im Bereich des Lago d’Ampola und folgt der etwa 13 Kilometer langen SP 127 di Tremalzo. Nach den ersten Kehren steigt die Straße überwiegend durch Wald und später über offene Almflächen an. Die Steigung bleibt auf dieser Seite meist gut beherrschbar und erreicht ungefähr neun Prozent. Oben führt der Asphalt bis in den Bereich des Passes und des Rifugio Garda. Eine Weiterfahrt über die historische Tremalzostraße nach Passo Nota ist für Motorräder jedoch nicht zulässig – du musst deshalb auf derselben Strecke wieder ins Valle d’Ampola zurückfahren.
Die Nordauffahrt besitzt durchgehend Asphalt, der grundsätzlich in einem für eine reguläre Provinzstraße ordentlichen Zustand gehalten wird. Die Strecke ist allerdings deutlich schmaler als viele bekannte Alpenpässe. Eine amtlich veröffentlichte, durchgängige Breitenangabe gibt es nicht; nach Ausbauzustand und Bildmaterial kannst du überwiegend mit etwa vier bis fünf Metern Fahrbahnbreite rechnen. In den oberen Kehren und an einzelnen Engstellen bleiben teilweise nur ungefähr drei bis vier Meter. Eine Mittelmarkierung fehlt über weite Strecken, zahlreiche Kurven sind nicht vollständig einsehbar und Begegnungen mit Autos, Radfahrern oder Wanderern verlangen eine angepasste Geschwindigkeit.
Ganz anders sieht die historische Südseite aus. Hinter dem Rifugio Garda beginnt die alte Militärstraße in Richtung Bocca di Val Marza und Passo Nota. Der Belag besteht dort aus festgefahrenem Schotter, grobem Geröll und teilweise offenem Fels. Die Fahrbahn ist meist nur einspurig breit, an den ausgesetzten Passagen fehlen größere Ausweichmöglichkeiten. Besonders bekannt sind die eng übereinanderliegenden Schotterkehren und die in den Fels geschlagene Scheitelgalerie am Corno della Marogna. Diese liegt mit ungefähr 1.850 Metern deutlich höher als der eigentliche Passo di Tremalzo – viele Fotos, die angeblich die Passhöhe zeigen, stammen deshalb in Wirklichkeit von diesem Tunnel.
Angelegt wurde die Straße während des Ersten Weltkriegs durch das italienische Militär. Der Tremalzo lag damals in unmittelbarer Nähe der Front zwischen Italien und Österreich-Ungarn und diente als wichtiger Knotenpunkt für Versorgung, Truppenbewegungen und die Verbindung der Stellungen zwischen Valle di Ledro, Passo Nota und Tremosine. Obwohl die Trasse unter schwierigen Bedingungen mit Tunneln, Stützmauern und zahlreichen Kehren in den Fels gebaut wurde, kam es in diesem Abschnitt später nicht zu den großen Kampfhandlungen, für die andere Bereiche der Gebirgsfront bekannt sind.
Eine weitere Besonderheit des Tremalzo ist seine Pflanzenwelt. Bereits im 19. Jahrhundert wurde das Gebiet unter europäischen Botanikern bekannt. Rund um den Berg kommen nach Angaben der regionalen Tourismusorganisation 21 endemische Pflanzenarten vor, also Arten, deren natürliches Verbreitungsgebiet auf diese oder wenige benachbarte Berggruppen begrenzt ist. Zusammen mit den Resten der Militäranlagen und der spektakulären Tunnelstraße macht diese außergewöhnliche Natur den Tremalzo heute vor allem zu einem Ziel für Mountainbiker und Wanderer.
Für Motorradfahrer ist der Tremalzo daher kein durchgehend befahrbarer Pass, sondern eine eindrucksvolle Stichstraße. Auf der alten Verbindung Passo Tremalzo–Passo Nota gilt ein kommunales Fahrverbot für touristischen motorisierten Verkehr. Die entsprechende Verordnung erfasst ausdrücklich auch Motorräder und Kleinkrafträder. Veraltete Reiseberichte und ältere GPX-Tracks zeigen häufig noch eine komplette Überquerung; diese darf heute nicht als legal befahrbare Motorradroute verstanden werden.
Ich selbst nehme ich - wenn auf der Strecke noch Zeit bleibt - immer wieder gern mit, finde aber, er ist mit Vorsicht zu genießen, denn die Straßen sind gerne mal etwas rutschiger, was den Fahrspaß schon etwas hemmt...
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| StraßenbreiteWelche Straßenbreite herrscht auf der Strecke hauptsächlich vor? | normal |
| FahrbahnbeschaffenheitWelche Beschaffenheit hat die Fahrbahnoberfläche meist? | rutschig |
| Offroad-AnteilAnteil nicht asphaltierter Strecke | 0 % |
| LandPrimäres Land der Route | Italien |
| SchwierigkeitWie schwer wird der Pass für einen durchschnittlichen Motorradfahrer eingeschätzt? | mittelschwer |
| Mautpflichtige StraßeFällt zusätzliche Maut bei Benutzung der Strecke an? | Nein |
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