Passo San Rocco – vom Gardasee über den Lago di Valvestino zum Idrosee
Gargnano - Fienili Ballotello- Idro.gpx
Details zum Track
Die kurvenreiche Verbindung zwischen Gardasee und Idrosee führt über den Passo San Rocco, der in manchen Karten auch Passo di Capovalle genannt wird. Die Passhöhe liegt bei etwa 946 Metern unmittelbar südlich von Capovalle. Es handelt sich dabei nicht um eine einzige durchgehend gleich nummerierte Straße: Von Gargnano verläuft die Strecke zunächst auf der Strada Provinciale 9 „Gargnano–Valvestino–Magasa“, am oberen Ende des Lago di Valvestino wechselt sie auf die SP 58 „Idro–Capovalle“ und führt über Capovalle hinunter zum südlichen Teil des Idrosees. Je nach gewähltem Endpunkt ist die Verbindung ungefähr 40 bis 43 Kilometer lang.
Die gesamte Strecke liegt in Italien, in der lombardischen Provinz Brescia. Sie durchquert die Prealpi Bresciane e Gardesane, also die Berglandschaft zwischen Gardasee und Valle Sabbia, und verläuft teilweise im Parco Alto Garda Bresciano. Von Gargnano steigt die Straße zunächst zügig aus dem mediterran wirkenden Uferbereich des Gardasees hinauf. Schon nach wenigen Kilometern verschwinden Palmen, Olivenhaine und Zitronengärten, während Wald, Felswände und tiefe Seitentäler das Landschaftsbild übernehmen. Anschließend folgt die Straße dem schmalen, fjordartig wirkenden Lago di Valvestino, überquert mehrere Brücken und windet sich durch weitgehend unbewohntes Bergland.
Für Motorradfahrer ist besonders der starke Wechsel des Streckencharakters interessant. Auf der Seite von Gargnano und am Stausee ist die Straße eng, unübersichtlich und ausgesprochen verwinkelt. Viele Kurven liegen unmittelbar hinter Felsvorsprüngen, die Radien wechseln ständig und längere Geraden gibt es kaum. Ab Molino di Bollone beginnt der eigentliche Anstieg zum Passo San Rocco. Die Straße gewinnt in mehreren Kehren an Höhe und erreicht bei Capovalle die Wasserscheide zwischen dem Einzugsgebiet des Gardasees und dem des Idrosees. Die westliche Rampe in Richtung Idro ist etwas großzügiger ausgebaut und bietet flüssigere Kurvenkombinationen sowie einen beleuchteten Tunnel unterhalb der Sella di Preonde.
Historisch ist die Gegend ungewöhnlicher, als es die heutige Lage mitten in Norditalien vermuten lässt. Die Val Vestino gehörte lange zum Habsburgerreich und später zu Österreich-Ungarn. Erst im Mai 1915 wurde das abgeschiedene Tal von italienischen Truppen besetzt. Die Einwohner sollen von diesem Wechsel nicht durchweg begeistert gewesen sein, denn unter österreichischer Herrschaft genossen sie bestimmte Handelsprivilegien und mussten sich nun an eine andere Währung, andere Gesetze und eine neue Verwaltung gewöhnen. Noch heute erinnern Grenzsteine aus dem Jahr 1753 an die frühere Grenze zwischen dem Herrschaftsgebiet Maria Theresias und der Republik Venedig.
Ein weiterer Fun-Fact betrifft den Lago di Valvestino selbst: Der See ist kein natürlicher Bergsee, sondern entstand durch die 1962 fertiggestellte, 124 Meter hohe Staumauer von Ponte Cola. Das Wasser versorgt das Wasserkraftwerk von Gargnano, das zwischen 1960 und 1964 errichtet wurde. Bei niedrigem Wasserstand tauchen im Stausee gelegentlich Mauerreste und Fundamente älterer Gebäude auf, die vor der Flutung des Tales hier standen.
Die Verbindung ist durchgehend asphaltiert, die Qualität des Belags ist jedoch nicht überall einheitlich. Auf der SP 58 zwischen Idro und Capovalle findest Du überwiegend griffigen, relativ ebenen Asphalt. Rund um den Lago di Valvestino und auf der SP 9 wechseln gute erneuerte Abschnitte mit älteren Reparaturstellen, Bodenwellen und stellenweise etwas rauem oder geflicktem Belag. Nach starken Regenfällen können außerdem Kies, kleine Steine oder Laub in den Kurven liegen. Die Strecke wird wegen Felssicherungs- und Instandsetzungsarbeiten regelmäßig abschnittsweise saniert.
Eine amtlich veröffentlichte, durchgehende Breitenangabe für die komplette Verbindung ist nicht verfügbar. Nach Auswertung von Straßenbildern, Fahrvideos und den behördlichen Hinweisen zur reduzierten Fahrbahnbreite misst die nutzbare Fahrbahn auf der SP 9 überwiegend ungefähr 3,5 bis 5 Meter. Einige Abschnitte am Fels und entlang des Stausees wirken nahezu einspurig, sodass zwei Autos nur langsam oder an verbreiterten Stellen aneinander vorbeikommen. Die SP 58 auf der Idro-Seite ist meist etwas breiter und erreicht häufig etwa 5 bis 6 Meter, verengt sich in Kehren und an Stützmauern aber ebenfalls deutlich. Für Motorräder ist die Straße problemlos befahrbar, Du solltest jedoch jederzeit mit Gegenverkehr auf Deiner Fahrbahnhälfte rechnen.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| StraßenbreiteWelche Straßenbreite herrscht auf der Strecke hauptsächlich vor? | schmal |
| FahrbahnbeschaffenheitWelche Beschaffenheit hat die Fahrbahnoberfläche meist? | griffig |
| Offroad-AnteilAnteil nicht asphaltierter Strecke | 0 % |
| LandPrimäres Land der Route | Italien |
| SchwierigkeitWie schwer wird der Pass für einen durchschnittlichen Motorradfahrer eingeschätzt? | anspruchsvoll |
| Mautpflichtige StraßeFällt zusätzliche Maut bei Benutzung der Strecke an? | Nein |
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