Fernpass
Biberwier - Nassereith.gpx
Details zum Track
Der Fernpass liegt im österreichischen Bundesland Tirol und erreicht eine Höhe von 1.216 Metern. Die Passhöhe befindet sich zwischen den Lechtaler Alpen im Westen und dem Mieminger Gebirge im Osten. Über den Pass führt die Fernpassstraße B179, die das Außerfern mit dem Gurgltal und weiter mit dem Inntal verbindet. Als Ausgangspunkte der eigentlichen Passstrecke eignen sich im Norden Biberwier beziehungsweise Lermoos und im Süden Nassereith. Die rund 20 Kilometer lange Verbindung bleibt vollständig innerhalb Österreichs und überwindet Steigungen von maximal etwa acht Prozent.
Für Motorradfahrer ist der Fernpass weniger eine enge, verwinkelte Hochgebirgsstraße als eine zügig ausgebaute Alpenquerung. Die Strecke verläuft größtenteils durch Wald, bietet weite Kurvenradien und kommt mit nur wenigen engeren Kehren aus. Besonders eindrucksvoll ist der nördliche Abschnitt oberhalb des Blindsees, wo sich zwischen den Bäumen immer wieder Blicke auf die Zugspitze und die umliegenden Felsmassive öffnen. Südlich der Passhöhe fällt die Straße am Fernsteinsee vorbei in Richtung Nassereith und Gurgltal ab. Durch seine Bedeutung als Nord-Süd-Verbindung ist der Fernpass allerdings stark vom Reiseverkehr geprägt. An Ferienwochenenden kann die Strecke dicht befahren sein, sodass sich eine Überquerung am frühen Morgen oder außerhalb der Hauptreisezeiten empfiehlt.
Der Fernpass ist vollständig asphaltiert und deutlich breiter ausgebaut als viele klassische Alpenpässe. Die B179 besitzt in der Regel einen Fahrstreifen je Richtung und eine Fahrbahnbreite von etwa 7,20 bis 7,50 Metern, Kurvenaufweitungen nicht eingerechnet. Damit bietet die Straße ausreichend Platz für Begegnungsverkehr, auch wenn Reisebusse, Wohnmobile und Lastwagen die nutzbare Breite subjektiv einschränken können. Der Belag entspricht überwiegend dem Standard einer viel befahrenen überregionalen Landstraße; mit ausgebesserten Bereichen, Fahrbahnfugen und Verschmutzungen an den Straßenrändern musst du dennoch rechnen.
Seine heutige Landschaft verdankt der Fernpass einem gewaltigen Bergsturz, der sich vor ungefähr 4.100 Jahren ereignete und wahrscheinlich durch ein starkes Erdbeben ausgelöst wurde. Dabei bewegte sich etwa ein Kubikkilometer Gestein über eine Strecke von mehr als 15 Kilometern. Die zurückgebliebene Bergsturzlandschaft mit ihren Hügeln und Senken ist der Grund dafür, dass rund um den Pass mehrere auffallend klare Seen liegen, darunter Blindsee, Weißensee, Mittersee und Fernsteinsee.
Schon lange vor dem modernen Straßenverkehr war der Fernpass eine wichtige Alpenquerung. Die Römer führten hier die Via Claudia Augusta entlang, die Norditalien über den Reschenpass, das Inntal und das Außerfern mit dem Raum Augsburg und der Donau verband. Der römische Weg verlief teilweise wesentlich geradliniger als die heutige Straße: Nach Angaben des Via-Claudia-Projekts kam die Römerstraße im gesamten Tiroler Abschnitt mit nur vier Kurven aus, weil für Fußgänger und Saumtiere der direkte Weg wichtiger war als eine geringe Steigung. Zwischen 1540 und 1543 entstand eine neuere, für Fuhrwerke besser geeignete Straße, deren Verlauf bereits näher an der heutigen Passquerung lag.
Ein weiterer kleiner historischer Fun-Fact betrifft den Namen: Im Mittelalter wurde der Übergang als „mons Vern“ bezeichnet. Vermutlich hängt diese Bezeichnung mit dem mittelhochdeutschen Wort für Fahren oder Fortbewegung zusammen – sinngemäß war der Fernpass damit schon damals ein „Berg, über den man fährt“. Passender könnte der Name für eine seit Jahrtausenden genutzte Verkehrsverbindung kaum sein.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| StraßenbreiteWelche Straßenbreite herrscht auf der Strecke hauptsächlich vor? | breit |
| FahrbahnbeschaffenheitWelche Beschaffenheit hat die Fahrbahnoberfläche meist? | normal |
| Offroad-AnteilAnteil nicht asphaltierter Strecke | 0 % |
| LandPrimäres Land der Route | Österreich |
| SchwierigkeitWie schwer wird der Pass für einen durchschnittlichen Motorradfahrer eingeschätzt? | sehr einfach |
| Mautpflichtige StraßeFällt zusätzliche Maut bei Benutzung der Strecke an? | Nein |
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