Endlich war's so weit - das "traditionelle" WarmUp im Trentin, das letztes und vorletztes Jahr coronabedingt leider ausgefallen war, konnten wir wieder durchführen. Leider gab es dann doch etwas, was zumindest meine Vorfreude etwas getrübt hat: Der Wetterbericht... der leider nichts Gutes für die vier Tage verheißen wollte. Aber egal: Gebucht ist gebucht, da musst man dann durch!
Für mich ging es am Sonntag los, manche waren da bereits schon in Italien vor Ort. Die Videos / Bilder vom Starkregen vor Ort machten nicht gerade Mut. Auch nicht, dass sich am Sonntag Vormittag beim Packen es dann bei mir zu Hause ebenso stark zum Regnen und zum Hageln anfing. Am Fensterbrett stapelte sich schon der Hagel-Schnee-Matsch.
Daher erst mal etwas abwarten und dann ein Blick in das Regenradar: Am Nachmittag zeichnete sich eine Wolkenlücke das Altmühltal entlang ab. Auf direktem Weg sah es eher schlecht aus. Also ein paar KM mehr eingeplant, eine schöne Tour draus gemacht und dann am Nachmittag bei wieder trockenen Straßen losgefahren. Nach ein paar Tropfen bei Augsburg ging es dann zwar auf nassen Straßen aber wieder ohne Regen weiter bis nach Saulgrub, wo ich - wie auch die anderen Gäste - vor Ort sehr herzlich empfangen wurde.
Nach guten Gesprächen, leckerem Essen und einer Runde Magengaudi gings dann in die Kiste. ![]()
Montag Morgen - bei besten Wetteraussichten - gings dann weiter ins Trentin. Dezibel-bedingt fiel leider die früher übliche Namlos-/Hahntenjoch-Runde aus und über Plansee, Fernpass und Ötztal waren wir dann am Timmelsjoch.
Nun wurde es leider doch Zeit für die Regenkleidung, am Ende hatten wir am Timmelsjoch bei 0 Grad Schneefall und nicht mehr wirklich griffige Straßen. Nach etwas Strecke in Italien war's aber wieder besser und wurde trocken.
Anschließend ging es über das Penser Joch, um dann ein paar schnelle Kurven im Eggental mitzunehmen.
Über die SS612 ging es dann nach Richtung Trento und am Ende nach Ischia weiter, wo Adriana uns empfangen und sich schon gewundert hat, dass wir tatsächlich so früh und pünktlich zum Abendessen da waren - ja, vermutlich etwas ungewohnt
. Die ursprünglich geplante Route hatten wir aber tatsächlich um etliche km und Pässe gekürzt, weil wir davon ausgegangen waren, dass uns das Wetter nicht gut mitspielt.
Dank Adriana und Gustavo gab's generell auch immer gleich die passenden Getränke zum Zieleinlauf und anschließend auch für alle ein leckeres und reichliches 3-Gänge-Abendessen.
Fahrstrecke: 410 km.
Rundtour Richtung Monte Grappa
Die Aufteilung ist ja im WarmUp fast schon Tradition - einmal in Richtung Osten, einmal in Richtung Westen. Wetterbedingt sah es am ersten Tag für den Osten besser aus, also ging es auch dorthin.
Da ich auch einmal ein paar neue Straßen und Pässe ausprobieren wollte, ging es erst einmal Richtung Süden über den Kaiserjägersteig, anschließend über den Monte Campomolon zum Passo Coe, über den Dos del Chero dann Richtung Bassano del Grappa. Straßen, die nicht immer ganz optimal, aber dennoch durchaus schön zu fahren waren. Und vor allem: Wir waren fast alleine in den Bergen dort unterwegs.
Von dort ging es dann hinauf auf den Monte Grappa, um die (normalerweise grandiose Aussicht bis zur Lagune von Venedig zu genießen. Naja, oben am Gipfel war die Sicht etwas eingeschränkt
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Wer Venedig findet, darf es behalten ![]()
Auch die andere Gruppe - wir hatten uns die Tage etwas aufgeteilt - traf ein und nach einer Stärkung ging's weiter in Richtung Norden, einmal um den Monte Avena herum, um dann über den Brocon zum Rollepass zu fahren. Zumindest meiner Gruppe (die andere plante dann um) machte jedoch eine Straßensperrung bei Canal san bovo einen Strich durch die Rechnung, so dass wir unfreiwillig die Tour verkürzen mussten. Nach einem Abstecher zum Manghenpass - auf der Südseite mit einem neuem und sehr guten Straßenbelag - ging es dann zur Unterkunft zurück.
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Das Verkürzen kam mir aber durchaus gelegen, denn leider hatte ich mich mit der Laufleistung der Reifen (Michelin Power Cup 2) meiner neuen Duke verschätzt (es war noch der erste Reifensatz und eigentlich waren nur die 1000km Einfahren und 500km Touren im bayr. Wald am Tacho, als ich losgefahren bin sah auch der Reifen noch ganz gut aus...). Der Sportreifen fährt sich schneller ab, als man gucken kann., dafür war (im trockenen zumindest) der Grip wirklich sehr gut... Aber nach jedem Pass war die Verschleißmarke plötzlich näher und dann erreicht... Und dabei stand doch eigentlich noch die Gardaseetour und eine Heimfahrt mit vielen Pässen am Programm...
Abends habe ich dann zumindest schon einmal diverse Reifenhändleradressen zugespielt bekommen und als ich Adriana, unserer Gastgeberin, davon erzählt hatte, nahm auch sie das in die Hand. Die Chance, dass genau der passende Hinterreifen auf Lager war und schnell mal am Tag danach eingebaut werden könnte, war verschwindend gering, also habe ich schon einmal passende Kombinationen herausgesucht.
Aber auch hier: Bestes Wetter am Tag, schöne Touren und ein gemütlicher gemeinsamer Abend!
Route:
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Gefahrene (links) und ursprünglich geplante Tour
Fahrstrecke: 380 km.
Seenrunde
Für meine Gruppe ging es etwas später los, denn sobald die Reifenhändler aufmachten, setzte sich Adriana mit Gustavo ans Telefon und telefonierte und telefonierte... Am Ende hatte ich um 9 Uhr einen Termin bei einem Reifenhändler im Trento, der mir dann einen Satz Pirelli Corsa montierte. Nicht direkt das, was ich mir eigentlich ausgesucht hätte, aber egal. Hauptsache neue Reifen. Und Reifen, die bei Regen auch Grip haben, schaden eh nicht... Dort wurden wir dann auch schon erwartet und für 300€ mit Montage (günstiger als zuhause) wurden durch zwei Monteure schnell parallel die beiden Reifen gewechselt. Danke an Nordpneus Trento an der Stelle und Danke an die Gruppe für's Warten. Dafür entschädigten dann die gleich kommenden Kurven des Monte Bondone. Oben waren die Reifen ziemlich schnell dann auf jeden Fall auch vollständig eingefahren. ![]()
Eigentlich wollten wir am Monte Bondone Richtung Süden, leider war die Straße wegen Baumfällarbeiten dicht, daher ging es dann nicht die kleinen sondern größeren Straßen weiter über Dro nach Arco und dann das Westufer des Gardasees hinab.
Bevor es aber den See lang ging nahmen wir noch den Monte Velo von West nach Ost mit. Ein klasse Pass, allerdings recht eng, aber mit gutem Bodenbelag.
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In Tremosine nahmen wir die Brassa-Schlucht mit. Eine schön in den Berg gebaute Straße mit toller Aussicht auf den See. Nach einer Stärkung ging es über Tignale wieder zum Gardasee hinab.
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Einen anderen Rückweg gab es eh nicht, denn die Brassaschlucht ist (derzeit?) von 10-18 Uhr nur als Einbahnstraße zu befahren.
Weiter über den Lago die Valvestino zum Idrosee... Eine meiner Lieblingsstrecken, die man vermutlich den ganzen Tag hin- und herfahren könnte ![]()
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Weiter ging es dann den Idrosee entlang Richtung Ledrosee, zuvor noch kurz den Tremalzo hoch und wieder runter und dann über den Monte Bondone gegen 19 Uhr wieder zurück in die Pension und wieder einmal wurde wir von Adriana perfekt verköstigt.
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Am Tremalzo.
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Gemütliches Ausklingen-lassen... Und von morgens bis abends bestes Wetter!
Route:
Link zur Route auf kurviger.de
Gefahrene Strecke: 385 km.
Rückfahrt
Auch wenn's Spaß macht, irgendwann muss es wieder heim gehen... Hier haben wir uns aber ziemlich verstreut, da manche noch in verschiedenen weiteren Ecken in den Dolomiten oder im Trentin geblieben sind.
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Tschüß Ischia und Lago Caldonazzo...
Für eine kleine Gruppe und für mich ging es dann zurück in Richtung Deutschland, manche blieben noch eine Nacht im Bayrischen Paradies in Saulgrub, für mich ging es direkt nach Hause.
Die Strecke bestand hier auch im Wesentlichen aus Manghen Pass, Eggental, Penser Joch, Jaufenpass, Timmelsjoch und Leutasch, bevor es für mich dann alleine über den Walchensee und über diverse Landstraßen wieder nach Hause ging.
Geregnet hats kaum - eigentlich nur, während wir eh am Jaufenpass Mittagspause gemacht und die dann eben etwas verlängert hatten.
Am restlichen Jaufenpass sowie am Timmelsjoch waren dann zwar die Straßen noch feucht, die Regenklamotten blieben aber eingepackt.
In Mittenwald angekommen trennten wir uns dann endgültig auf.
Um neun Uhr abends und für mich nach 2100 Gesamt-Kilometern war ich dann zuhause und muss sagen: Es hat sich gelohnt!
Route Rückfahrt:
Link zur Route bei kurviger.de
Strecke: 650 km.
Fazit:
Für mich - ich hoffe auch für Euch - war es ein schöner Urlaub! Dieses Jahr waren viele neue Gesichter dabei, wir hatten viel Spaß auf den Straßen, gemütliche Abende - also alles, was es so braucht.
Schön, dass ihr mitgefahren seid: AnyBo bmw-r-1200-gs claus001 gehtsnoch Jango Lupetto MikeAT98 Minimax triumph900 xrmecki
Bis bald mal wieder!
PS: Eine Planung für 2023 folgt dann Ende 2022 ![]()
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