Beiträge von netterlo

    Du hast zwar keine Ahnung, ..

    Nuja, wenn's nur eine Ahnung wäre, was ich habe...

    Aber zur Sache: das was Du zitiert hast, bezog sich auf die Außenwirkung, der oberen Parteiriege.

    Meine Anmerkungen, dass es durchaus integere (im Sinne der Verfassung) Parteimitglieder gibt, die die im Parteinamen steckende Chance loyal vertreten hast Du leider übersehen oder nicht verstanden. Ich halte meine Darstellung für sehr sachlich.

    Nicht minder sachlich habe ich dargestellt, was mir persönlich dort nicht gefällt. Wenn ich mich an irgendeiner Stelle verguckt habe, wäre jetzt an der Zeit mir zu zeigen, dass ich den Linkspopulisten auf den Leim gegangen bin und mir den korrekten Sachverhalt darzustellen. Ich bitte drum, das auch zu tun.


    Dass Du stattdessen mich als Verfasser eines dialektischen und zumindest vermeintlich relativierenden Beitrags anpinkelst, macht Dich auf die Ferne eingeschränkt sympathisch.


    Vielleicht habe ich auch nur zuviel von meiner persönlichen Ansicht preisgegeben, persönliche Beobachtungen auch noch bewertet. Ich komme immerhin zu dem Schluss, dass es etwas wie die AfD geben muss - aber man muss nicht so polternd prollig auftreten, wie die Alphamännchen und Alphaweibchen in dem Laden. Wenn der Auftrag durch den Wähler ist, Deutschland zum Positiven zu verändern, dann ist die konstruktive Entwicklung von Konzepten angesagt und nicht die destruktive Blockierung des Tagesgeschäfts. Und man muss auch nicht aus verfassungsrechtlicher Sicht fragwürdige Gruppierungen einladen oder unterstützen... das sieht nicht nur kacke aus, das kann tatsächlich irgendwann nach hinten losgehen.


    Ich bleibe dabei: nicht jeder Hund ist ein Dackel - und ich ergänze: aber Dackel gehen garnicht! (sorry, wenn jetzt jemand hier einen oder mehrere Dackel hat - soll nur eine Metapher sein! Dackel sind mir eigentlich komplett wurscht...)

    Parteibashing nützt ja nix und persönliche Beleidigungen bzw. Angriffe sind eh eher was für den Stammtisch.


    Dem Namen nach ist eine "Alternative für Deutschland" imho so notwendig wie wenig anderes.


    Ich denke, dass es durchaus klar denkende und nicht rechtsnationale Menschen gibt, die sich den Parteinamen zum Denkkonzept gemacht haben. Das ist grundsätzlich ehrenwert, solange tatsächlich alternative Konzepte entwickelt und dargestellt werden.


    Was dann von den Sprechorganen dieser Partei gesagt wird, geht leider in eine Richtung, die oftmals grenzwertig (oder darüber hinaus) ist und wohl dazu taugen soll, Wahlvolk aus trüben Gewässern ins Netz zu locken. Grundsätzlich gegen alles, was nicht deutsch oder zumindest abendländisch ist... wobei zumindest mir unklar ist, wie sich dieses "deutsch" definiert... ich sehe da nur einen kulturellen Prozess... die Spätfolgen eines willkürlich angezettelten und verlorenen Weltkriegs: die unkritische Hinnahme eines Wirtschaftssystems, das auf Ausbeutung beruht und bereits kurz nach dem Shutdown '45 für einen erklecklichen Wohlstand gesorgt hat, die derzeitige Betäubung durch allerlei absurden Konsum... vieles was ich für deutsch halte sollte imho überdacht und verfassungskonform geändert werden.


    Was man der real wirkenden AfD ankreiden muss, ist die Blockadehaltung zum Zweck der Störung des Regierungsalltags. Leider hört man selten von dieser Seite, dass es gut ist und wichtig, ein Problem anzupacken und noch seltener kommt von dieser Seite ein durchdachtes Konzept, wie vorteilhaft eingegriffen werden kann. Jede Maßnahme der Regierung wird sofort als Machtmissbrauch bezeichnet, als Einschränkung der Freiheitsrechte und ohnehin als Abzocke "von denen".


    Die AfD hat sich das in Grundzügen wohl bei den Linken abgeschaut und perfektioniert nun das Verfahren. Gesellschaftlich gesehen ist das nicht vorteilhaft und verdient eine gewisse Skepsis. Dass zudem das Wohl und das "freie Entfaltungsrecht" des Einzelnen über dem Erhalt einer intakten Umwelt (Umwelt: Natur, wirtschaftliche Subsysteme, gesellschaftliche Subsysteme u.a.) zu stehen scheint, ist m.E. ein derbes NoGo... ebenso die pauschale Abgrenzung gegenüber Menschen aus anderen Kulturen.


    Alle AfD-Anhänger als braunen Nazischaum zu bezeichnen ist imho zu einfach gedacht - wenngleich die Sprechorgane der Partei immer wieder durch ihre Äußerungen mit diesen Inhalten kokettieren... wohl um auch das Wahlvolk rechts des Eckpfostens abzugreifen. Trotzdem: Nicht jeder Hund ist ein Dackel...


    Wir brauchen Alternativen - am Besten nicht dogmatisch egozentrisch, sondern gesellschaftlich und wirtschaftlich vertretbar, sowie ökologisch nachhaltig. Oft werden leider nur Säue durch's Dorf getrieben... die Presse freut sich dann, Ängste werden geschürt und das Volk gespalten.


    Ich fänd's gut, wenn wir uns über belastbare Argumente (nicht über "xyz hat gesagt" oder "DIE wollen doch nur..."!) austauschen. Und wenn wir dann noch schaffen zu sagen "ich teile Deine Meinung nicht und habe andere Argumente" anstatt "Du bist ein Vollhorst", dann zeigen wir, dass wir eine Kultur haben, die es zu bewahren lohnt.

    Aufhören zu träumen. Die SS125 wär irgendwann so langweilig wie die Hausstrecke von heute. Manch einer tät vom Odenwald träumen, wenn er den nur vom Urlaub kennen würde, weil's da einfach besser ist ...

    Unbenommen, in D sind die Strecken gezählt, auf denen man mal 30-40km ohne nervende Ortsdurchfahrten spaßigen Straßendarm hat - andererseits ist dadurch ja auch nach spätestens 15 Minuten der Rettungwagen da... unvergessen die Sprühschrift an einer Stützwand am Col de Rousset "prochaine hopital a 140km"...


    Möge uns genug Demenz geschenkt werden, dass die langweilige Strecke vor der Tür jedesmal neu und aufregend erscheint, aber so wenig, dass wir nachher wieder heimfinden und vorher dran gedacht haben ein Bier in den Kühlschrank zu stellen.


    Tipp: Hausrunde mal andersrum fahren - ist ganz was anderes!


    @Manfred: made my day :-)

    Eben kommt mir DIE Lösung. Da wir ja alle für Fahrverbote sind (räusper), machen wir das konsequent so, dass Samstags nur die Autos dürfen und Sonntags nur die Dosen, das vielleicht noch im wöchentlichen Wechsel. (Applaus!)


    Weil viele Kradler ja ein Saisonkennzeichen haben und somit von der Fahrerlaubnis im Winter nichts haben, könnte man z.B. von Juni bis September die Dosen wochenends vollständig vom Straßenbetrieb ausschließen und dafür im Januar sowie Februar die Wochenenden für Kradler sperren. Die jeweils Anderen dürfen dann das ganze Wochenende. (noch mehr Applaus!)


    So würden alle ihren Beitrag leisten und keiner käme zu kurz. Für Wochenendarbeiter gäb's dann Passierscheine für definierte Strecken, damit die 7/24-Dienste nicht in Not geraten - daran ist also gedacht.


    Das Fahrverbot würde alle einheitlich treffen und wäre somit gerecht. Naiv wie ich bin, denke ich, dass es niemanden gibt, der diesen Vorschlag nicht ganz toll findet.


    Eventuell könnte man dann auch noch Wochenendflugverbote erteilen - Samstags für Propellermaschinen, Sonntags für Strahltriebwerke - und natürlich den Wasserverkehr - Samstags nur Personentransport, Sonntags nur Güter - man könnte in der Gastronomie neue entsprechende Regeln einführen wie z.B. Samstags nur Tassen/PommesMajo, Sonntags nur Kännchen/PommesKetchup... ach, was wär das schön... nie mehr Konflikte, nie mehr Diskussionen, einfach alles geregelt. Fast so schön wie in China... aber am wichtigsten: es trifft alle und wir haben zumindest dieDiskriminierungsdiskussion vom Tisch. Ah, die Radler vergessen... das gibt Ärger... Radeln verbieten wir dann einfach Wochentags - da sinken dann die Radfahrunfälle signifikant... auch gut, die werden begeistert sein.

    Nuja, Kontrollen werden von vielen abgetan als "Abzocke". Eine Überschreitung offizieller Regeln macht ja jeder nur, wenn er das irgendwie für vertretbar und angemessen hält - oder sich ansonsten zu sehr in der freien Entfaltung behindert sieht, die ja offenbar ein elementares Grundrecht ist.


    Bezahlen zu müssen, weil es Regeln gibt, die der freien Entfaltung entgegenwirken, oder vermeintlich vertretbares Verhalten vermeintlich ungebührlich einschränkt, wird mancher als staatlichen Übergriff und Beutelschneiderei empfinden. Was machen "wir" denn mit "denen"?


    Und wie bewirken wir, dass nicht Limits so gesetzt werden, dass zwar Mobilität noch möglich ist, aber das Grinsen ausbleibt... sowas wie generell Tempo 60 auf Landstraßen... da wären dann die Abschnitte echt rar gesät, die da noch halbwegs mit Spaß fahrbar wären - und alles mit über 10PS (in Worten Zehn) wäre ziemlich realitätsferner Overkill ;-)


    Die imho entscheidende Frage ist: Wer sind "wir" und gibt es einen Konsens, was die Ziele und Kompromisse angeht? Und sind "wir" dann (wenn es uns gelingt einen vermeintlich tragbaren Kompromiss zu finden) für manchen von "uns" einer von "denen", die immer alles geregelt haben wollen und völlig unnötige Einschnitte beschließen, um Geld in "unsere" Kasse zu bekommen? Wen interessiert noch, dass man Sonntags fahren darf, wenn man dann nicht überall so schnell und so laut darf, wie man selbst für vetretbar hält?


    Mein Eindruck ist, dass jedes "wir" angreifbar ist und angegriffen wird, das sich nicht durch "gegen alles, was uns in irgendeiner Weise einschränkt" definiert. Es gibt mindestens eine politische Partei die mir namentlich bekannt ist, deren Werbebotschaft genau dieses vermittelt: "Hauptsache dagegen"...

    "Wir" Motorradfahrer, wie ich "uns" erlebe, sind nicht viel anders... ein paar lobenswerte Ausnahmen ausgenommen... aber vielleichtseid "ihr" ja doch anders als es in den Argumentationen scheint.

    SixtyOne: freilich. Ich hab's nur angemerkt, weil ich zwar mit dazu gezählt werde, aber keiner "von denen" bin und daher ein gewisses Problem mit "wir" und "uns" habe. Ich weiß da nie, wer damit gemeint ist.


    Mancher schreibt "wir" und schließt die Krawalltütenfahrer aus - der andere schreibt "wir" fährt selbst selbst Krawalltüte und findet das garnicht schlim, weil es ja ein Grundrecht zur freien Entfaltung gibt, weil der Nachbar mit dem Rasenmäher mehr nervt und der dritte schreibt wir, weil der DB-Eater ja normalerweise auch drin ist, wenn er nicht nur ebenmal kurz die Hausrunde knallen will... alles Wortklaubereien und unterschiedliche Perspektiven, die zu nix führen. Nix für ungut.

    SixtyOne: in mehr als 90% der Anwendungsfälle fahre ich Motorrad als Verkehrsmittel. Leidenschaft... weiß nicht. Das Ding bringt mich mit viel Spaß von A nach B und nach der Erledigung auch wieder von B nach A - gelegentlich aus Jux und Dollerei über C. Die anderen 10% sind Urlaubs- und Wochenendunternehmungen. Anders als für viele hier ist Motorradfahren für mich also kein "Hobby".


    Ich versuch das im Sinne von Artikel 2 GG jedenfalls i.d.R. so zu tun, dass ich nicht unnötig die Ansprüche und Rechte meiner Mitmenschen auf ihre ungestörte Entfaltung z.B. auf ihrer Terrasse verletze.

    Von uneingeschränktem Recht Motorrad zu fahren lese ich im zitierten Artikel jedenfalls nix. Aber trotzdem danke für das Teilen Deiner Literaturrecherche.

    Nönö, lokale Streckenverbote führen zu Mehrbelastung der Ausweichstrecken und dann sieht's dort besonders düster aus - muss dann auch gesperrt werden. In Folge werden die Ausweichstrecken immer weniger, die Verkehrsdichte dort immer höher, die Entwicklung ist pandemieartig und der einzige way out ist totaler Lockdown (endlich die Sprache, die jeder versteht).

    Ich bin gegen lokale Streckensperren auch am Wochenende, aber das schaffen wir nur, wenn wir kooperativ sind und die Interessen der Anwohner an unseren Lieblingsstrecken respektieren und uns selbst hier und dort am Riemen reißen.


    "Auspuffkönner" mit falschen (nichtzulässigen) oder kaputtoptimierten Anlagen müssen gnadenlos aus dem Verkehrsgeschehen ausgeschlossen werden. Vielleicht gibt's irgendwann "Lärmblitzer" in denen keine statischen Photos mit Zahlen, sondern Videos mit Tonspur erzeugt werden und die dann vielleicht zu einer Zwangsvorführung an einer amtlichen Messstelle verpflichten... wär doch gut, wenn dadurch alle überall und immer fahren dürften und lediglich bei akustischer Auffälligkeit mal kurz prüfen lässt, ob man da einen technischen Defekt hat, oder ob es sich nur um eine Fehlmessung handelte.


    Dass das Mopped bei 100 im fünften/sechsten auf der Bundesstraße wohl nicht lauter ist, als bei 80 im ersten oder zweiten im Spieleland musss man dann auch mal irgendwann erklären... aber mal ehrlich wer's schnell braucht soll auf die Autobahn oder den Kringel - es gibt schon noch Straßen wo man mit 80+-10 richtig Spaß haben kann - und genau die dürfen eben nicht gesperrt werden!

    Beraubung von Grundrechten, Inquisition - das klingt ja als müssten wir gegängelten und unterdrückten Helden der Freiheit so langsam an atomare Aufrüstung denken.


    Ich habe bisher noch nirgends gelesen, dass es hierzulande ein Grundrecht ist, Motorrad zu fahren. Vielleicht lese ich nicht genug. Welcher Paragraph ist das genau?


    Wenn Motorradlärm das Kernproblem von Fahrverboten ist... und auf einem Haufen stehen tausende von laufenden Motoren, dann soll diese Demonstration wohl die Akzeptant gegen die Geräusche erhöhen... wenn ich keine Pommes mag (warum auch immer das so sein könnte) dann ändertz sich meine Meinung vermutlich nicht, wenn einer einen Baulaster Pommes vor meine Haustür kippt.


    Die Idee Parkplätze zu blockieren gefällt mir dagegen gut. Das macht keine anstößigen Geräusche und ist echt blöd störend, wenn kein SUV einen Parkplatz mehr bekommt und das Shopping daher ausfallen muss. Da wird manchem lieber sein, die "Idioten" gehen wieder im Kurvenparadies spielen anstatt die Parkinfrastruktur zu überfordern.

    Die Anwohner im Kurvenparadies muss man freilich auch noch irgendwie abholen. Da fehlt mir bisher jede Idee und auch von anderen habe ich noch kein schlüssiges Konzept entdeckt - außer akki's Aufruf zur Rücksichtnahme und Kompromissbereitschaft.


    Solange es Kradler gibt, die sich nehmen was sie wollen, und sich nicht nehmen lassen wollen, was ihnen nicht gehört, so lange wird es Kritik an der Gesamtheit der Kradler geben. Obwohl sich jeder für sehr individuell hält, ist die Außenwirkung "lauter Bock, dunkle Klamotten, Vollverschleierung". Und das in einer Gesellschaft, die sich schon allein durch dunkle Klamotten und Vollverschleierung bedroht fühlt.

    Ettlingen-Gernsbach über Loffenau versuche ich so gut es geht zu umgehen - die Beschilderung macht aus einer ehemals schönen entspannt fahrbaren Strecke eine fade Rollerei.

    Die Geräuschbelastung an der Ortsausfahrt Loffenau ist schön geschildert - das nächste Mal nimmst Du Dir ein Kaffeeplätzchen im Ortskern von Loffenau - z.B. in der Sonne... in der engen Durchfahrt hallt es sehr "schön" von den Hauswänden und speziell der "Freundeskreis Milwaukee" hat in diesem natürlichen, historisch gewachsenen Hallraum besondere Freude an niedrigtourigen Last- und Drehzahländerungen.


    Interessant fand ich die "Gefährdungsbetrachtung" - deckt sich auch weitestgehend mit meinen Wahrnehmungen. Dosen auf der falschen Fahrspur (zumindest teilweise) sehe ich recht weit vorne. In Kombination mit den vielen Kradlern, die zwar die Funktion des Drehgriffs verstanden haben, aber offenbar nie gelernt haben, wie das mit den Kurven funktioniert, ist das ziemlich heikel. Wenn ein unsicherer Kradler (oder ein schneller Könner ohne Plan B) vom Gegenverkehr erschreckt in die Büsche geht, gilt das wohl als Alleinunfall...


    Neben den risikofreudigen Kradlern gibt es gefühlt mittlerweile auch mehr und mehr "sicherheitsbewusste" Vierradsportler, die sich auf der Landstraße auf die große Formel1-Karriere vorbereiten und mit Geräten zwischen Twingo und 3er-BMW auf der Suche nach der schnellsten Ideallinie sind - die geht ja bekanntlich "außen-innen-außen" und hat mit irgendwelchen Fahrbahnmarkierungen nichts zu tun. Das Schneiden von Kurven ist übrigens auch gerade zur Urlaubszeit, wo die Touren länger werden, gegen Feierabend von ermüdeten Kradlern zu beobachten... mein Feindbild diesbezüglich betrifft da speziell GS-Fahrer, die mir auf Alpenpässen schon signifikant auffällig erschienen... Mutti auf der Rückbank und zügig geradeaus durch die Doppl-S-Kombination... gottlob nicht ganz so breit wie ähnlich verfahrende Wohnmobile...


    Die sportlich betriebenen Dosen haben dann auch gerne mal den Sound von wirklich gefährlichem Gerät und sind hinsichtlich der Schallemmisionen ähnlich kritisch zu bewerten, wie die grenzwertig betriebenen Kräder. Dass die allermeisten Kräder nicht grenzwertig betrieben werden, sondern im entspannten Tourmodus brabbeln, geht natürlich in der subjektiven Wahrnehmung unter, wenn alle fünf Minuten eine knallende Harley oder ein ausgedrehter Supersportler vorbeifährt... gefühlt ist der Anteil laut betriebener Kräder höher als der Anteil auffälliger Dosen... das von vielen Kradlern selbstgewählte Image als Outlaw und die damit verbundene Außenwirkung fördert die gesellschaftliche Stigmatisierung dieser Gruppe. Die ständig wiederholte Betonung, dass es sich um ein Hobby handelt, verstärkt das gesamtgesellschaftliche Empfinden, dass die negativen Begleiterscheinungen vermeidbar wären, wenn die Kradler stattdessen "was Vernünftiges" tun würden.


    Autos dagegen sind etabliert als Alltagsfahrzeug und es wird vollständig ausgeblendet, dass damit auch unnötig herumgefahren wird... und tatsächlich kaufen sich die meisten, denen ein Auto zu unauffällig ist, oder zu wenig sportlich, ein Kraftrad, mit dem sie dann als Hobby die eigene Dynamik und Sportlichkeit zum Ausdruck bringen können. Wenn das mit fahrerischen Möglichkeiten nicht geht, wählt man immerhin den Drehzahlbereich, in dem laut Fahrzeugtests Fahrdynamik möglich ist und sucht möglicherweise unterstützend nach dem Auspufftopf der klanglich den Vorstellungen von dynamischer Außenwirkung entspricht. Wie gesagt, wer aus Vernunftgründen oder aus Armut nur eine Dose hat, der baut eben einen Sportauspuff an seinen Twingo... oder kauft sich ein M-Modell, was von AMG oder was "Unterschätztes" mit starkem Auspuff... da sind die Dosenpfosten nicht besser als die Pfosten, die für das Duell mit dem Säbelzahntiger ein Motorrad mit Zubehörtopf brauchen und Drehzahlen unter denen des Leistungsmaximums für nicht artgerecht halten.


    Martin70: ich zeig Dir gerne mal, wie man sehr hübsch Loffenau umgehen kann und kurz hinter Ettlingen auf eine weniger reglementierte Strecke nach Gernsbach abbiegt - schätze aber Du kennst den Weg, den ich meine.

    Hier in meiner Homezone gab es eine recht spaßige Verbindungsstrecke zwischen zwei Dörfern, an deren Endpunkten sich Horden von kleinkalibrigen Supersportlern getroffen haben, um dann paarweise um die Wette zu eiern. Ein gutes Jahr lang wurde auf 70 begrenzt und regelmäßig kontrolliert. Effekt: Die Dangerfreaks sind weg. Jetzt ist wieder offen... also 100. Viel mehr geht dort angesichts der Streckenführung auch nicht


    Übrigens: Wenn auf einer mit 70 beschilderten Strecke weiterhin zu schnell gefahren wird, passieren eben genau so viele Unfälle, wie wenn man da 100 dürfte. Es zerbrezelt die Kerle die ohnehin 130 fahren und sich eine Scheiß drum kehren, ob man da theoretisch 100 oder theoretisch 70 darf. Denen ist teilweise sogar egal was physikalisch noch machbar ist, ohne dass man nachher den Schandkarren bestellen muss.


    Und dann gibt's eben noch die Leute, die ihre Wahrnehmung im Verkehr auf das Lesen und befolgen von Schildern ("nicht schneller als...") beschränken und daher jedes Hinderniss umnieten, weil sie sich ja regelkonform verhalten haben und deshalb der Andere Schuld sein muss. Den Rest regelt der Rechtschutz. So einfach ist das. Wer darüber jammert ist im letzten Jahrtausend hängen geblieben...


    Mir sind aufmerksame Raser letztlich um einiges lieber, als schlaftrunkene orientierungslose Schleicher die die Geschwindigkeitsbeschränkungen übererfüllen und glauben sie seien gute Autofahrer weil sie irgendwie geschafft haben, die Führerscheinprüfung zu bestehen. Die paar übermotivierten Raser die nicht wissen was sie tun, sind eh nicht lange Gegenstand irgendwelcher Betrachtungen...

    Motorisierter Individualverkehr wird nicht abgeschafft - dazu haben wir viel zu viele Leute, die irgendwie zur Arbeit müssen und das nicht jeden Tag mit Öffi oder Fahrrad schaffen. Einkaufen ist auch kaum mehr zu Fuß machbar, da Tante Emma tot ist.


    Die Verkehrsdichte würde signifikant profitieren, wenn mehr Leute von der Dose auf ein Zweirad umsteigen würden... und Darwin hätte dann auch seinen Spaß.

    Wie?! Da ruft die AfD zum Widerstand auf und es kommen nur rund 100 Hansel? Das ist schwach. Offenbar ist unser Rückhalt dort doch nicht so doll.

    Boah ey, die Anderen machen den Dreck wir doch nicht. Wenn Anuks Poolboy nicht wär, täten wir alle im Dreck der Anderen ersticken...


    Was ist schon eine Bierdose am Baggersee gegen 10tkm unsinniges Moppedfahren? Je nach fahrdynamischem Anspruch ein oder zwei Satz Reifen - ok, "umweltfreundlich" rückgeführt, wohin auch immer, mir doch wurscht - und 500-1000l Sprit - natürlich auch "umweltfreundlich" am KAT vorbeigeführt, wird schon sauber genug sein... und falls nicht, ich hab den Drecksbock ja nicht gebaut.


    Okok, moppedfahren ist eine psychohygienische Notwendigkeit... aber da gäb's auch was von Ratiopharm... alternativ Puzzles und die bewährte Briefmarkensammlung. Und natürlich ist es blöd seinen Müll liegen zu lassen... aber so richtig konsequent sind wir selbst ja auch nicht. Im Zweifelsfall (unter)schreiben wir eine Petition, dass unser Dreck erlaubt bleibt - und wir versprechen hoch und heilig, keinen Müll am Badesee liegen zu lassen.

    Was haltet ihr den von folgender Idee:


    Wir gründen eine Partei und wenn wir dann mal was zu sagen haben, wird bei jedem der Kontostand mit -1 multipliziert. Das ändert ja nichts an der real vorhandenen Geldmenge, aber alle die ihr Konto überzogen haben sind anschließend wieder flüssig. Die, die jetzt ein fettes Plus haben, stehen dann zwar im Minus, aber die Prozesse, die zu dem bisherigen Plus geführt haben laufen ja weiter und so erholen die sich sehr schnell wieder. Vermutlich steigt deren Gewinn, weil ja die Armen, die bisher nicht konsummieren konnten jetzt wieder pralle Geldbeutel haben - es werden Arbeitsplätze geschaffen, das Land blüht allerorten.


    Außerdem werden die Schulden, die das vaterländische System (sorry Mädels, Mutterland gibbet nich) bisher in unverantwortlicher Weise gemacht hat einfach gestrichen. Mit den Fehlern unserer Vorgänger haben wir nichts zu tun - wir starten neu, wir starten durch.


    Außerdem wird zukünftig 1+1=3 gelten. Das ist gerade beim Streben nach mehr, ein großer Schritt nach vorne. Die Mathematiker werden einige ihrer bisherigen Beweise überdenken müssen, aber sie werden ein abgeschlossenes System finden, in dem sich konsistent arbeiten lässt.


    Außerdem erlauben wir Motorräder (bzw. Fahrzeuge aller Art), die beliebig Lärm machen - hohe Schallpegel führen zu einer Adaption des Hörapparats (vulgo ertauben) und letztlich zu einer Gesellschaft die für akustische Störungen weniger anfällig ist.


    Außerdem erlauben wir natürlich freie Fahrt für freie Bürger an beliebigen Orten mit beliebiger Geschwindigkeit mit beliebigen Fahrzeugen.

    Ich hab noch mehr Ideen... und wenn ihr aufgepasst habt, dann bin ich nicht gegen irgendwas, sondern für einen Aufbruch in eine neue Wirklichkeit, die wir selbst schaffen, so wie sie sein sollte. Schrankenlos, frei mit einer intuitiven und individuellen Logik.


    Und wer dagegen ist, oder sonstwie anders, der kriegt eine in die Fress... äh... naja, da überlegen wir uns noch was...


    Was meint ihr? Hat Potential, oder? Gut 50% der Wähler sehe ich auf unserer Seite, weil plötzlich das Konto wieder stimmt... selbst wenn Einige skeptisch bleiben, wird's locker für eine starke Opposition reichen... und das Wahlgeld versaufen wir dann auf der nächsten Netbiker-Party. Wie sieht's aus, hat einer Bock? Oder füttert ihr lieber andere Polit-Trolle, stottert Schulden ab und lasst euch von irgendwelchen dahergelaufenen Demagogen abzocken und jeden Spaß verbieten?

    Wenn ich bin, was ich sein will, bin ich dann trotzdem ignorant, wenn ich nicht loslasse? Ich könnte ja viel glücklicher sein, wenn ich bisher Ungedachtes denke und tue... und von wem übernehme ich dann die bisher ungedachten Gedanken? Es gibt so viele Propheten...


    Muss mal mit meinem Therapeuten drüber reden...

    Also wenn man dem ADAC beitritt hat man ja auch einen Verband, der die Interessen der Kraftfahrer vertritt. Mit dem ADAC kauft man sich auch keine fragwürdigen gesellschaftlichen Thesen ein...und der ADAC hat jetzt schon mehr Mitglieder und mobilitätsmitgestaltende Stimmkraft als die genannte politische Buhle.


    Es gibt auch andere Verbände denen man sich anschließend kann - der genannte Verein ist nur zur Verdeutlichung und stellvertretend für eine Vielzahl von Alternativen namentlich benannt.


    Einer politischen Partei seine Stimme zu geben, macht imho Sinn, wenn die Parteil für(!) etwas ist, was man für richtig hält und die für die Umsetzung ein halbwegs schlüssiges Konzept hat. Wer gegen alles ist, für den gibt's was von Ratiopharm.

    Wohne in einem reinen Wohngebiet und finde es unblaublich wieviele Autos auf den 100m von Kreuzung zu Kreuzung in der 30er-Zone durchbeschleunigen müssen. Meine akustischen Nervfaktoren: 70% Dosen, 28% Moppeds und 2% Rollkoffer auf Trottoirpflaster.

    Bin für Rollkofferverbot in Wohngebieten.

    ...Übrigens finde ich den Hinweis auf laute Autos mit klappensteuerung nicht hilfreich. War schon immer ein dünnes Argument, von den eigenen Fehlern mit dem Hinweis abzulenken, daß es noch größere idioten gibt.

    Nö, finde ich ausnahmsweise mal nicht. Wenn die "Lauten" Idioten sind, dann gehören eben auch die Fahrer von lauten Dosen dazu und nicht nur die lauten Kradler. Nur weil die Mehrheit Dose fährt und ein Teil der Lauten Kradler sind... ich finde das Argument sehr dünn, die Kradler als besonders böse darzustellen. Sie sind "böse" aber eben nicht die Einzigen. Und wenn man das gesamtgesellschaftliche Problem lösen will, genügt es nicht eine Minderheit zu eliminieren. Ein solcher Lösungsansatz ist unlogisch.

    Die Lärm Belästigung durch uns ist real. Und nicht nur durch einige schwarze Schafe.

    Der Sound von meinem moped ist mir ziemlich wummpe. Meistens trage ich ohrstöpsel und genieße die Ruhe. Aber das heißt nicht, dass ich nicht für andere eine Belästigung bin.

    So sieht das aus. Irgendwer ist immer genervt - im Zweifelsfall ist das jemand, der Autofahren für nötig hält (zum Einkaufen, für die Arbeit und eben alles "Nötige") und besonders genervt ist man, wenn jemand wegen was "Unnötigem" aus reinem Spaß rumfährt und damit Geräusche macht und zumindest unbeabsichtigt nervt.

    Damit kommen wir nun zum Kern: die allermeisten Kradler betrachten ihr Mopped als Hobby und fahren bzw. lärmen (mehr oder weniger) vor allem zum Spaß. Dass man sowas begrenzen sollte, ist ein naheliegender Schluss... für Dosenjunkies zumindest.


    Wie wenig Autoverkehr nötig wäre, zeigt der Blick in die nähere Vergangenheit zu Beginn der Covid-bezogenen Einschränkungen. Zwei Wochen lang waren die Straßen leer, weil nur das Nötige gefahren wurde, nachdem alle Klopapier gebunkert hatten. Herrlich war das. Da scheint mir heute im wiedererstarkten "Normalverkehr" auch manche Autofahrt zum Spaß zu sein - nicht dass ich anderen ihren Spaß nicht gönne, aber die Menge von Verkehr mit seinen Begleiterscheinungen "Geräusch" und "Geruch" stresst mich dann doch gelegentlich ein kleines bisschen und ich wünsche mir die gleiche Art von Kritik, die Moppeds vorgeworfen wird auch für Dosen. Aber der Nichtkradler mit Dosenabhängigkeit wird kaum zu einer Dialektik fähig sein, in der er selbst ein bisschen zu den Bösen gehört. Das schaffen wir Kradler ja auch nur in Einzelfällen. Wir sind Teil des Problems und das sollte uns allen klar sein, aber wir sind nicht DAS Problem.


    Und natürlich gibt es Einzelne, die es cool finden, besonders aufzufallen und den Opa am Straßenrand durch spektakulären Sound aus seiner senilen Lethargie zu wecken... aber wehe der Opa nimmt dann eine Mistgabel und holt den coolen Kradler aus seiner Lethargie... wir sollten Mißverständnisse ausräumen und nicht verschärfen. Der Ausschluss von Krädern verschärft den Konflikt und ist für mich eine Maßnahme, die das eigentliche Ziel verfehlt.