Beiträge von netterlo

    Statt Demos mit großen Ansammlungen sollten vielleicht Infostände in den Orten mit Mororradhotspot eingerichtet werden... also in den Orten, wo die Anwohner ein Problem zu haben scheinen.

    Was nützt es denn, wenn 10000 Kradler einen Korso durch München oder Berlin organisieren, anstatt in Hintertupf mit den Leuten ins Gespräch zu kommen, die sich belästigt fühlen?


    Mit wem wollen wir denn worüber reden?

    Mit denen, die überall so fahren dürfen wollen, wo sie das für ihr Bürgerrecht halten, darüber dass es ein Freiheits- und Bürgerrecht ist, es zu tun zu dürfen?

    Oder mit denen, die von Verkehrsdichte und Rowdies angenervt sind, darüber, wie man deren Belastung ertragbar machen kann?


    Es gibt einige Orte, in denen ich nicht wohnen müssen will, weil da mindestens am Wochenende Ausflüglerterror herrscht - und wenn dann wenigstens die blöden Kradler weg wären, wär die Welt dort schon ein ganzes Stück besser...


    Wir suchen uns aus Langeweile ein Hobby, in dem wir uns vogelfrei fühlen (und teilweise auch so benehmen) und finden es skandalös, dass die, die sich davon belästigt fühlen, sich dafür einsetzen, dass Regelungen eingeführt werden, die die Belästigung reduzieren... und uns belästigen nachher die Regelungen, weil sie unsere Vogelfreiheit einschränken... aber wehe ein anderer nimmt sich Freiheiten raus, die uns auf den Zeiger gehen! Da müsste dann mal wer Regelungen einführen, die das verbieten... ist schon vertrackt...

    ... Könnte ja durch die Massen umweltunverträglich werden...

    Siehste, Monsieur, da zeigst Du selbst, dass Dein Gedanke nicht zuende gedacht ist. Wenn etwas durch "die Masse" umweltunverträglich wird, ist es das auch schon im Kleinen.

    Und dass sich ein Freizeitvergnügen nicht jeder ĺeisten können soll, ist ein Wunsch, der schon eher aus der weniger sozialen Ecke kommt - mein Ansatz war ein Anderer. Dass die, die es sich dann nicht leisten können, das Ganze mitfinanzieren sollen, ist eine Haltung, die bei mir unter "(selbstzensiert!)" läuft.

    Ich sag ja! Die Infrasruktur muss für's ungehemmte und uneingeschränkte Segeln noch angepasst werden. Und damit das Wasser nicht so schnell bergab fließt, gibt's vielleicht bald Additive... mit dem Impfstoff hat's ja auch nur ein Jahr gedauert, obwohl das ja auch nicht leicht war... da gibt's richtig gute Leute, die schon heute in den Startlöchern sitzen und nur auf ein Startsignal warten!

    Der Markt schreit jedenfalls nach Lösungen! Die möglichen Wachstumsraten sind schon jetzt deutlich erkennbar! Die Wende und der Wiederaufschwung stehen unmittelbar bevor!


    Wer erinnert sich nicht gerne an den Ersten, der versucht hat, für das Thema zu sensibilisieren? Rod Stewart damals in den 70ern mit "I am sailing..." ...damals haben wohl noch alle Verantwortlichen geschlafen und die zukunftsweisende Perspektive verkannt... es wird Zeit, das neu aufzugreifen und endlich ernsthaft anzugehen!

    Kein Wort vom Segeln übrigens im Wahlprogramm der etablierten Parteien und selbst die Opposition schweigt sich diesbezüglich völlig aus. Lasst uns jetzt aktiv werden! Gründet Segelschulen, Ship-Sharing-Netzwerke, baut Werften! Sobald die Infrastruktur steht, gehören wir zu den Gewinnern und lachen über Ladestationen für Elektroautos.

    Ach Susi-Herzchen! ;-)

    Wir müssen mal wieder zusammen über den Glandon... gerne wieder mit dem tollen Tourguide und dem stimmigen Team von damals(tm). Solange die Strecke noch nicht schiffbar ist (...und Yachten so teuer sind...), müssen wir eben noch mit dem Mopped... machen wir einfach trotzdem das Beste draus. Ist ja kein Wunschkonzert...

    Tipp: Sachen nicht kaufen, die "zu teuer" sind. Dinge die man kauft, sind dann immer den Preis wert. Ob die nun viel Geld kosten, oder wenig, ist eher nebensächlich. Und natürlich hat man, wenn man Geld für irgendwas ausgegeben hat, dieses Geld nichtmehr um was anderes zu kaufen. Wer einen unendlichen Vorrat an Geldmitteln hat, ist selbstverständlich im Vorteil.


    Ich finde übrigens auch die Preisentwicklung bei Segelyachten in den letzten Jahrzehnten ziemlich asozial... gerade unter Umweltaspekten (klimaneutraler Individualverkehr!), sollte es jedem Kleinverdiener möglich sein, sowas zu kaufen... Da diese bisher eher nicht in Erwägung gezogen hatten, sich sowas zu kaufen, würde eine Preissenkung auf sozialverträgliches Niveau einen Boom ungeahnten Umfangs auslösen und die Wirtschaft würde durch die Decke gehen. Dann könnten sich alle genug Sprit leisten, egal wie sich der Preis entwickelt.

    Natürlich müsste dann an der Infrastruktur nachgebessert werden - gerade im Binnenland gibt's derzeit für die Schifffahrt noch nahezu unerreichbare Ecken. Skandalös!


    Statt über die Spritpreisentwicklung besorgt zu sein, sollten wir die wahren Probleme lösen! Einen logisch nachvollziehbaren Ansatz habe ich ja jetzt geliefert.

    Outing? Nagut...

    Im Zivildienst 1984 hab ich 380 Mark Sold bekommen, der Sprit hat afair um 1,20DM gekostet. Ich hatte Kost und Logis umsonst und habe gut gelebt. Auto war halt nur ein R4. Um 1988 erstes Lehrjahr 730DM, Miete, Auto. Zweites Lehrjahr (1989) 890DM, da war dann eine gute gebrauchte XS650 drin, statt Auto - damit war ich King of the road... naja, hab mich halt so gefühlt. Drittes Lehrjahr (1990) 1020DM und zum Mopped kam ein T1 Bj. 1962 oder '63.


    Könnt mich in den Hintern beißen, dass ich den hergegeben habe. Die XS gibt's noch.


    Die 1020 Mark sind jedenfalls grob umgerechnet 510€ und waren damals brutto. Wenn ich heute Miete zahle, mich ernähre, soviel feiern will wie damals, ein Wohnmobil unterhalten will und ein Motorrad, dann brauch ich aber schon um die 3-4000€ brutto, also etwa 6-8mal soviel Kohle... oder? Sprit kostet heute etwa 1,50-1,60 - das ist im Verhältnis gerademal das zweieinhalbfache von 1984... bitte.


    Rechnung und Werte gelten für das ehemalige Westdeutschland. Ich bleib dabei, im Verhältnis ist das ganze Zeug billiger - wir glauben halt dass wir viel mehr Zeug brauchen und dafür wär's praktisch, wenn alles noch billiger würde... und genau das wird bedient. Kaffee hat damals 8-10 Mark gekostet und heute 4€ identischer Preis trotz Inflation! 50g Tabak etwa 3 Mark und 30g heute 5€... ok halbe Menge zum vierfachen Preis... der ist geldwertbereinigt also ungefähr gleich geblieben, vielleicht sogar leicht gestiegen. Who cares... das spart man beim Sprit.

    Nicht der Benzinpreis ist auf dem Weg zu 2€ pro Liter, sondern die Inflation entwertet das Geld , so dass irgendwann der Geldwert von 2€ gerade noch für einen Liter Sprit reicht.

    Das coole daran: die Zahl auf dem Gehaltszettel ist dann auch größer.


    Wer sich noch erinnern kann: zu Lehrzeiten hatte man gerademal ein Zehntel von der Kohle, die man 30 Jahre später für "normal" hält... und damals konnte man auch schon Motorrad fahren und Urlaub machen, wohnte irgendwo und ernährte sich... was kümmert mich der Spritpreis... je teurer alles wird, desto mehr Kohle bekommen wir für Nine2Five-Jobs. Mein Vater hat übrigens in seiner ersten Vollzeitarbeitsstelle nur halb soviel D-Mark bekommen, wie ich in meiner Lehrzeit... klar war da der Sprit billiger... für einen Stundenlohn bekam man etwa 3 Liter. Heute müsste der Spritpreis bei 3-5 Euro liegen, um für einen Geringverdiener so "billig" wie damals zu sein... wo war jetzt genau das Problem?

    Neulich hab ich dem TT (das 50er) nur das Ziel vorgegeben und ihm aufgetragen, da eine "spannende Tour" hinzufahren. Das war echt spannend, als ich dann zwischen AB und MIL durch jedes Kaff gelotst wurde, die alle auf den Durchgangsstraßen fast ausnahmslos 30 haben. :rolleyes:

    (Fast) genau diese Funktion heißt bei Garmin "Adventurous Routing"... scheitert komplett in versiedelter Landschaft und findet meine erprobten Hausstrecken auch im weniger besiedelten Raum nicht... für unterhaltsame Touren ist's schon besser, man macht sich selbst ein paar Gedanken wo man lang will...

    Fahre den Road5 als "Winterreifen" auf einem Fahrzeug mit angeblich 185 Kilo fahrfertig. In der Regel hat's keine 30 Grad im Schatten, wenn ich damit fahre. Für meine Huddel ist die Reifendruckempfehlung je nach Quelle im Bereich 2.3/2.5 vorne und 2.5/2.9 hinten.

    Ich persönlich mag die Michelins nicht, wenn Luft fehlt - da sind sie mir nicht präzise genug und ich habe Sorge, dass mir im Sportmodus die Flanke wegknickt.

    Im genannten Bereich funktionieren die Reifen imho gut und sie werden bei zügiger Fahrt (mit "OMCC" auf Stufe 1... old-mans-chill-control nahezu disabled...) auf der Hausstrecke im Bereich der Kante eher leicht bröselig, als dass was schmilzt oder aufreißt. Mir persönlich ist für's Handling v/h 2.4/2.8 lieber als v/h 2.3/2.5... aber ich hab ja auch einen sauschweren Panzer und für's ernsthafte Spiel warte ich auf schönes Wetter und die Sommerreifen aus dem Sportregal, die bei gleichem Reifendruck und höheren Temperaturen ein bisschen mehr können und eher ich in Verlegenheit gerate, als das Gummi...


    Bei einem Kringeltraining kam mal eine Mitstreiterin mit ihrem "empfohlenen" Luftdruck v/h 1.8/2.1 an M7RR nicht zurecht, ist dann aber mit 2.2/2.5 recht amtlich unterwegs gewesen. Okok, ganz anderer Reifen, ganz andere Anwendung, ganz anderer Fahrer... ganz schlechtes Beispiel... und ich hab keine Ahnung, wie dort das Reifenbild aussah...

    Nur noch angemerkt: ich finde diese Unterfahrdinger richtig gut - allein, ich habe keinerlei Anspruch darauf, dass mir die irgendwer dorthin baut, wo ich sie "sinnvoll nutzen" kann... besser ist allemal, ich brauch die Dinger nicht und ein kleines bisschen kann ich ja auch selbst dazu beitragen, dass sie mit höherer Wahrscheinlichkeit unnötig sind. Und freilich freue ich mich, wenn ich im Falle der Fälle wegen solcher Dinger weniger Schaden nehme...


    Rege an, dass wir uns wieder auf das eigentlich Thread-Thema konzentrieren, anstatt Nebenschauplätze aufzureißen. Mehrsi und die Leitplanken hatten wir schon anderswo wimre...

    Nix gegen Unterfahrschutz und so... aber wenn's mich selbstverschuldet in so eine Häckselmühle schmeißt, dann muss ich das so akzeptieren... ich hab ja auch Eier und die sind nicht dazu da, dass ich so lange lamentieren kann, bis die Allgemeinheit teure Installationen bezahlt, die ich für meinen unbeherrschten Übermut benötige, um zu überleben. Alles was recht ist, aber entweder dicke Eier, oder Mimimi. Beides geht ja garnicht!


    Wenn mich ein anderer dazu bringt, mich in eine Leitplanke zu werfen, dann ist's freilich bitter... aber das Schicksal einer unterdrückten und zu wenig wertgeschätzten Minderheit, hab ich ja mit meiner Entscheidung auf's Mopped zu hocken selbst gewählt.


    Mich gegen die Mehrheit zu stellen und dann als Minderheit Sonderrechte einzufordern... weiß nicht... da könnt ja jeder kommen. Ist mir irgendwie zu einfach argumentiert.


    Vor einigen Jahren ging auch mal so ein Leitplankending sehr schief. Da war bei mir ums Eck eine Polizeikradfahrschule in Formation auf gut ausgebauter, kurviger, aber stark geschwindigkeitsreglementierter Strecke (70) unterwegs. Und es kam, wie es kommen musste, irgendein privater Kradler kannte die Strecke und wusste auch, dass die locker mit 140-160 fahrbar ist. Jedenfalls ist er dann scheitelnah mit nennenswertem Geschwindigkeitsüberschuß effektvoll in die Beamtenformation gekegelt und bei 4 von 5 Beteiligten war das Ding dann gelaufen. Hätte man freilich mit einer Spezialleitplanke glimpflicher machen können, aber was war jetzt genau die Ursache, die es zu finden gilt, anstatt den Schuldigen zu suchen?


    Stelle zur Diskussion:

    a) die Fahrschule war gefährlich unterwegs (aber immerhin vermutlich regelkonform)

    b) der Hobbykegler mit exakter Streckenkenntnis war überrascht, dass sich irgendwer an die Regeln hält

    c) schon Jahre vorher hätte "man" vermuten können, dass es mal so kommen wird und einen Unterfahrschutz anbringen müssen


    ich weiß es wirklich nicht, woran es gelegen hat und womöglich gibt es weitere denkbare Ursachen.

    So. Ich glaub es ist geklärt. Manches von uns Spielkindern findet Manöver rücksichtslos und asozial, die wir selbst nicht auf der Pfanne haben (löbliche Ausnahme mal wieder unsere susi, die dem Vernehmen nach nix kann, aber gerne wollen würde ;-)).


    Da ich ja selbst das Risiko auf zwei Rädern spazierenfahre und nicht immer 100%ig regelkonform unterwegs bin, ist es heikel, Übertretungen anderer zu bewerten... manchmal scheint mir aber schon, dass einige der Helden sich noch nicht hinreichend weh getan haben und das Glück bislang auf ihrer Seite war. Wenn's dann irgendwannmal schief geht, wünsche ich denen einen glimpflichen Ausgang und vielleicht werden dann die spektakulären Heldenmanöver etwas weniger... und wenn vorher der Aufsichts- und Ordnungsbeamte zuschlägt, dann ist es eben ein ganz normaler, ggf. kostenpflichtiger Verwaltungsakt. mit sicherlich weniger Lehrpotential als ein mißratender Stunt.


    Mir sind übrigens in meiner direkten Umgebung die Leute mit Fahrzeugbeherrschung und brauchbarer Umweltwahrnehmung angenehmer (selbst wenn die "verbotene" Dinge tun), als solche, die sich streng an Regeln und Schilder halten, egal was um sie herum gerade passiert. Hab genug "regelkonform" umgemähte Radfahrer gesehen und habe selbst im Krad-Alltag genug zu tun mit den schildergläubigen Dosenträumern... oder mit hochgerüsteten Kradlern mit Weltmeisterbike und Blickführungsdefizit.


    Wer Grenzen übertritt, muss damit klar kommen, wenn er dabei erwischt wird. Das scheint immerhin gegeben. Aber das Dicke-Eier-Gesabbel... Alter! Nein, ich bin nicht neidisch, dass ich was nicht kann, was mich 4000€ kostet, wenn mich einer dabei erwischt.. und wenn ich's könnte, tät ich vermutlich nicht über die Eiergröße diskutieren...auch wenn es augenscheinlich sehr wichtig ist, die Dicksten zu haben. Von Pavianen weiß man das ja auch... aber das ist ja eine ganz andere Geschichte.

    Anderes Bild:


    Drehmoment:

    große Schaufel (viel Nm)

    kleine Schaufel (wenig Nm)


    Leistung:

    100 kleine Schaufeln in der gleichen Zeit, in der man 1 große Schaufel schaufelt sind vielleicht mehr...


    nur mal laut gedacht... Schaufeln, Sandkasten und Messeimerchen vorhanden?


    (Boah ey, die 9-jährigen richten uns Alten ihren abgelegten Spielecomputer ein, damit wir ins Internet können... und ich erzähl was von Förmchen und Schäufelchen... ROFL... aber das Bild stimmt. Und wenn der Bengel nicht zu arrogant für so Sandkastenkinderkram ist, dann kapiert er's vielleicht auch! Und zu doof darf er auch nicht sein!)

    Moin Basti. Wenndst magst, rollern wir mal bei Gelegenheit eine meiner Nordschwarzwaldhausstrecken (ganz grob zwischen KA und FDS) ab... ob's bei mir für sportlich reicht, musst Du dann selbst sehen... entspannt rund eben...und grundsätzlich StVO-orientiert...

    Netsrac: Was willst mir sagen? Da ich in der 30er Zone 30+ fahre, kann mich dort keiner überholen wollen, der kein Blaulicht auf dem Dach hat. Und wenn ich 10m vor dem 50 Schild ans Gas gehe, um niemanden hinter mir in seinem Freiheitsdrang zu behindern und zeitnah auf die zulässige Geschwindigkeit zu beschleunigen, bin ich wohl einigermaßen regelkonform unterwegs. Was will der Knecht denn überholen? Wieso sollte ich bremsen? Ich fahr einfach 30 wo man 30 darf und 50 wo man 50 darf. Soll er doch überholen, wenn er will und kann. Ist sein gutes Recht, mit 80 durch den Blitzer zu fahren. Wollt er dann aber doch nicht - und deshalb soll ich bremsen? Was'n des für'n Richter, von dem Du da sprichst? Korrekt wäre, mich abzuschießen? Und Du mein Freund, würdest da keine Gnade kennen? Sachen gibt's!


    Dass der Pfosten nicht einfach nach rechts gezogen hat, fand ich eine wirklich faire Geste. Bin ihm daher auf ewig zu Dank verpflichtet - so wie allen, die mich bisher noch nicht umgebracht haben, weil sie dadurch 2 Sekunden sparen hätten können... und das sind viele!


    Wenn ich merke, dass einer schneller ist, lasse ich den üblicherweise unkompliziert vorbei - aber wenn mich einer penetrant am Rücklicht kitzelt um mich zu einer Geschwindigkeitsübetretung zu motivieren, kann's schon sein, dass mich das juckt. Und freilich war das Geschilderte von mir keine Heldentat... verbuchen wir das unter "zwei Idioten treffen sich auf der Straße und gefährden andere".

    Ich glaube mich zu erinnern, dass es einen statischen (rein additiven) und einen prozentualen Vorlauf gibt, der gefordert ist.

    Das war mal afair um anno domini 2000 etwa so:

    statisch +3 km/h

    prozentual +2-6%


    Bei exakt 30 würde dann mindesten 30+3+2%von30 also mindestens 33,6 km/h angezeigt und maximal 34,8 km/h.

    Bei exakt 100 würde dann mindesten 100+3+2%von100 also mindestens 105 km/h angezeigt und maximal 109 km/h.

    Bei exakt 200 würde dann mindesten 200+3+2%von200 also mindestens 207 km/h angezeigt und maximal 215 km/h.


    Allein der Reifenumfang bei neuem/abgefahrenem Profil gibt schon etwa 1% Fehlschätzung her, dann noch der Reifendruck, der ja auch ein bisschen den Reifenumfang ändert... mit geringem Reifendruck und abgefahrenen Reifen ist man zahlenmäßig also schneller...

    Gesetzlich vorgeschrieben ist m.W., dass ein Geschwindigkeitsanzeiger nie weniger anzeigen darf, als tatsächlich gefahren wird. Vermutlich ist mittlerweile die gesetzliche Vorgabe etwas enger gefasst, da die Messtechnik ja nicht schlechter wird...

    Nuja, kürzlich in der 30er-Zone mit Tachoanzeige 36 schiebt ein SUV von hinten an mein Nummernschild. Na, denke ich mir, der hat's wohl eilig... ich auch. Tachoanzeige bleibt. 30m bevor die 30er Zione aufgehoben wird, brüllt hinter mir der 6-Zylinder auf und die Automatikkupplung ist hörbar zwischen Trekschnkontrol und Beschleunigungsanforderung am Regeln... ganz schön zäh, bis so ein Zweeinhalbtonner in Fahrt kommt. Schließlich ist er auf gleicher Höhe, 30 ist aufgehoben und ich mach das dann auch mit einem Zupfer rechts auf 50. Da Gegenverkehr kommt, muss der SUV schauen, wie er wieder auf seine Fahrbahnhälfte kommt - für Beschleunigung ist er etwas zu träge, der Gegenverkehr kommt näher und ich bin ja nun auch bereits mit Tacho >50 unterwegs und in 100m steht ein Gelegenheitsblitzer... na, vielleicht war ich da ein bisschen zu sehr Hilfs-Sherriff... aber wenn einer nicht 30 fahren will, wo's hingehört, trotz Gegenverkehr innerorts überholen muss, dann ist er sicherlich auch ein Held, wenn ein Plan nicht so aufgeht.


    Wir haben uns dann 3 Landstraßenkilometer weiter wieder getroffen, wo ich an einer Ampel halten musste. SUV fährt links neben mich, lässt die Scheibe runter und das hübsche Mädchen auf dem Beifahrersitz ruft mir zu, dass ich's wohl nötig hätte... doch kein Held, hab ich mir gedacht. Mimimi, aber voll die fette Karre fahren und einen auf Wilder-Westen-das-Gesetz-bin-ich machen... wie arm ist das denn... und ich Idiot hab ihm nicht alle Rechte gegönnt, die er sich ohne mich hätte nehmen können... der wird jetzt wohl grün wählen, damit endlich die Motorradspackos von der Straße kommen.

    Bei der ganzen Diskussion scheint es zwei Lager zu geben. Die Einen sagen, wenn die Welt in Gefahr ist, dann lass uns heute etwas an unserem Verhalten ändern. Und die anderen sagen, wir können eh nicht rechtzeitig stoppen, wozu dann bremsen.


    Ich denke eben, wenn man das mit dem Bremsen nicht versucht, kann's ja auch nicht klappen. Unsere Mobilität ist sicherlich ein Steinchen, da können wir durch wahlweise Einschränkungen (z.B. kein Motorrad oder kein Auto, oder keine Flüge bzw. alles drei nur reduziert nutzen) durchaus ein bisschen was erreichen - kompletter Mobilitätsverzicht wird weder globalwirtschaftlich funktionieren noch ist er erstrebenswert (Szenario kalte Höhle und die Mammuts schon vor Jahren ausgestorben...). Das meiste an unserem Energiekonsum wird in den kleinen Alltagssünden liegen... Obst, Gemüse, Früchte zu den unpassendsten Zeiten von weither eingeflogen, billige Chinaspielzeuge, die wir weder brauchen noch wertschätzen, die nach zweimaliger Nutzung in den Müll gehen... ungeachtet des Umstands dass darin Ressourcen stecken und dass weitere Ressourcen bei der Herstellung verbraucht wurden. Wieviele Nice-to-haves wir haben, die nach Jahren der Nichtbenutzung in die Tonne gehen, weil es mittlerweile "moderneres" gibt... oder das ab Werk irepable Ding sich einfach kaputtgelegen hat... wir sind hier schon ganz schön schräg drauf und weil wir befürchten, dass andere die gleichen Fehler machen könnten, sobald wir aus unseren gelernt haben, weigern wir uns, uns unsere Fehlleistungen einzugestehen und etwas zu ändern bzw. den Schaden kleiner zu halten...


    Wenn wir nicht bereit sind uns einzuschränken - und das ist offenbar nicht jeder - sehe ich keine Änderung, die irgendwas verbessern könnte. Wenn wir weiter nur Konsum und willkürliche Verschwendung von Ressourcen optimieren und an der Beschleunigung (aka Wirtschaftswachstum) von verschwenderischen Prozessen arbeiten, dann ist die Menschheit wohl mittelfristig ein Fall für die darwinsche Theorie... im verfügbaren Lebensraum nicht überlebensfähig.

    Schade, dass so viele den Lebensraum nicht erhalten bzw. und die Lebensweise nicht mitgestalten möchten, die uns das Überleben auf lange Sicht ermöglicht. Aber bei mir dauert's ja eh nichtmehr lang, bis alles rum ist, kann mir eigentlich egal sein....