Monte Bondone - Auffahrt von Osten / Trient
Trient - Villaggio Cielo Aperto- Trient.gpx
Details zum Track
Die Bezeichnung Monte Bondone ist etwas irreführend, denn sie meint in erster Linie das gesamte Bergmassiv westlich von Trient. Der höchste Punkt der durchgehenden Straße wird auf Italienisch meist Valico di Monte Bondone genannt. Er liegt bei der Ortschaft Vason auf rund 1.650 Metern Höhe. Die hier beschriebene östliche Auffahrt beginnt am Rand von Trient und folgt der Strada Provinciale 85 del Monte Bondone, kurz SP85, über Sardagna, Candriai, Vaneze und Norge bis nach Vason. Ab dem Beginn der Provinzstraße sind es ungefähr 18 Kilometer, vom Zentrum Trients aus knapp 20 Kilometer. Die gesamte Strecke liegt in der Autonomen Provinz Trient im italienischen Trentino und berührt kein weiteres Land.
Schon kurz nach dem Abzweig aus dem Etschtal beginnt die Straße kräftig anzusteigen. Die ersten Kehren führen oberhalb von Trient durch steile, teilweise felsige Hänge, wobei sich immer wieder Ausblicke auf die Stadt und das breite Etschtal öffnen. Nach Sardagna taucht die SP85 zunehmend in den Wald ein. Über Candriai und Vaneze folgt eine lange Folge aus Kehren, engeren Kurven und kurzen Geraden, bevor die Landschaft rund um Norge und Vason offener wird. Die Auffahrt überwindet mehr als 1.300 Höhenmeter und weist über weite Teile Steigungen zwischen sechs und neun Prozent auf. Für Motorradfahrer ist sie weniger wegen extremer Einzelkurven interessant als wegen ihres gleichmäßigen Rhythmus und der ungewöhnlich großen Zahl direkt aufeinanderfolgender Richtungswechsel.
Historisch ist diese Straße vor allem durch die Trento–Bondone bekannt. Die erste Austragung fand am 5. Juli 1925 statt und wurde damals noch als zeitlich gewertete Ausfahrt für Automobile und Motorräder beschrieben. Heute führt das Bergrennen über rund 17,3 Kilometer bis Vason und wird von den Veranstaltern als längstes Bergrennen Europas bezeichnet. Auf dem klassischen Verlauf liegen rund 42 Kehren und zahlreiche weitere Kurven – weshalb die Strecke in der Bergrennszene gelegentlich auch als „Universität der Bergrennen“ bezeichnet wird.
Eine zweite berühmte Geschichte stammt aus dem Radsport. Beim Giro d’Italia 1956 erreichten die Fahrer den Monte Bondone in einem Schneesturm. Der Luxemburger Charly Gaul setzte sich trotz eisiger Kälte ab, gewann die Etappe und legte damit den Grundstein für seinen späteren Gesamtsieg. Die Fahrt gilt bis heute als eine der härtesten und bekanntesten Bergetappen in der Geschichte des Giro d’Italia.
Die SP85 ist auf der gesamten Auffahrt asphaltiert. Der Belag ist im Allgemeinen ordentlich bis gut und für eine viel genutzte Zufahrt zu Wohnorten, Ausflugszielen und dem Skigebiet vergleichsweise gepflegt. Reparaturstellen, kleinere Unebenheiten und Schäden nach dem Winter sind dennoch möglich. Rennunterlagen des Giro d’Italia beschreiben die Straßen am Monte Bondone als Fahrbahnen mittlerer Breite mit guter Asphaltdecke; auch motorradspezifische Streckenerfassungen bewerten den überwiegenden Teil als breit und gut ausgebaut.
Die Fahrbahn ist größtenteils zweispurig und ungefähr 5,5 bis 7 Meter breit. Dieser Wert ist eine aus den dokumentierten Fahrstreifenbreiten und Rennunterlagen abgeleitete Näherung, da für die gesamte Auffahrt keine einheitliche amtliche Breitenangabe veröffentlicht ist. Auf vielen Abschnitten können zwei Fahrzeuge problemlos aneinander vorbeifahren. Enger wirkt die Straße vor allem in einigen Ortsdurchfahrten, an älteren Stützmauern und in den Innenradien einzelner Kehren. Eine ausgeprägte Passhöhe mit freier Rundumsicht gibt es in Vason nicht: Du erreichst vielmehr einen kleinen Höhenort mit Hotels, Liften und Abzweigungen innerhalb des Skigebiets.
Dieser Pass steht, wenn ich in der Gardasee / Trentino-Region unterwegs bin, bei mir immer auf der To-Do-Liste. Er ist einfach schön, im Sommer auch mit wenig Verkehr und durch die verschlafenen Wintersportorte am Berg zu fahren ist auch immer etwas gespenstisch ![]()
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| StraßenbreiteWelche Straßenbreite herrscht auf der Strecke hauptsächlich vor? | schmal |
| FahrbahnbeschaffenheitWelche Beschaffenheit hat die Fahrbahnoberfläche meist? | griffig |
| Offroad-AnteilAnteil nicht asphaltierter Strecke | 0 % |
| LandPrimäres Land der Route | Italien |
| SchwierigkeitWie schwer wird der Pass für einen durchschnittlichen Motorradfahrer eingeschätzt? | mittelschwer |
| Mautpflichtige StraßeFällt zusätzliche Maut bei Benutzung der Strecke an? | Nein |
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