Grimselpass
Oberwald - Guttannen.gpx
Details zum Track
Der Grimselpass, in der Schweiz häufig einfach die Grimsel genannt, führt auf 2.164 Metern über den Alpenhauptkamm. Er verbindet das Haslital im Berner Oberland mit dem Goms im Kanton Wallis und liegt genau auf der Kantonsgrenze zwischen Bern und Wallis. Gleichzeitig verläuft hier die europäische Wasserscheide: Nördlich fließt das Wasser über Aare und Rhein zur Nordsee, südlich über die Rhone ins Mittelmeer.
Für Motorradfahrer ist vor allem die lange Nordauffahrt ab Innertkirchen beziehungsweise Guttannen interessant. Die Straße folgt zunächst dem engen Aaretal, passiert bei Handegg mehrere Tunnel und gewinnt anschließend in weiten Kurven und Serpentinen deutlich an Höhe. Oberhalb der Baumgrenze prägen blanke Granitfelsen, Staumauern und die türkisfarbenen Wasserflächen von Räterichsbodensee und Grimselsee das Bild. Vom Grimselhospiz folgen noch einmal mehrere Kehren bis zur Passhöhe am kleinen Totesee. Die südliche Rampe nach Gletsch ist wesentlich kürzer, bietet dafür kompakte Serpentinen und einen weiten Blick ins obere Rhonetal sowie hinüber zur Furkapassstraße.
Die Grimsel war bereits im Mittelalter eine wichtige Handelsverbindung. Eine sicher belegte Nutzung durch Säumer ist aus dem 14. Jahrhundert bekannt. Im Jahr 1397 vereinbarten die angrenzenden Talschaften und Städte sogar eine gemeinsame Säumerordnung, die einen sicheren Handelsverkehr und die Unterhaltung des Weges gewährleisten sollte. Nach Norden wurden unter anderem Wein, Reis, Salz und Öl transportiert, in Richtung Süden vor allem Käse und Vieh. Mit der Eröffnung der Gotthardbahn verlor die Route als Handelsweg an Bedeutung, wurde aber zunehmend für Reisende und den frühen Alpentourismus interessant.
Die heutige Fahrstraße wurde 1894 eröffnet – die offizielle Eröffnungsfahrt fand ausgerechnet bei Schneetreiben statt. Kurz darauf verkehrten Pferdepostkutschen über den Pass. Für die Strecke von Meiringen nach Gletsch benötigten sie rund sieben Stunden, in der Gegenrichtung immerhin noch fünfeinhalb Stunden. Ein weiterer ungewöhnlicher Teil der Grimselgeschichte ist die kontrollierte Sprengung des instabilen Felssporns Chapf im Jahr 2001: Dabei wurden etwa 150.000 Kubikmeter Gestein gelöst, seinerzeit die größte Sprengung dieser Art in der Schweiz.
Die Grimselpassstraße ist durchgehend asphaltiert und grundsätzlich zweispurig ausgebaut. Der Belag ist überwiegend eben und gut befahrbar, kann nach der winterlichen Schneeräumung jedoch örtlich Frostschäden, Reparaturstellen oder Splitt aufweisen. Die Fahrbahn ist auf den meisten Abschnitten ungefähr sechs bis sieben Meter breit; modernisierte Bereiche wurden mit sieben Metern ausgeführt. In einigen älteren Tunneln, Felspassagen und engen Kurven wirkt die nutzbare Breite geringer, insgesamt gehört die Grimsel aber zu den großzügiger ausgebauten Hochalpenstraßen.
Trotz der guten Straßenführung solltest du mit Ausflugsverkehr, Postautos und starken Temperaturwechseln rechnen. Die Passstraße unterliegt normalerweise einer Wintersperre von etwa Oktober bis Mai. Besonders reizvoll ist eine Runde in Kombination mit Furka- und Sustenpass – dann bekommst du auf vergleichsweise kurzer Strecke drei sehr unterschiedliche Schweizer Hochalpenpässe geboten.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| StraßenbreiteWelche Straßenbreite herrscht auf der Strecke hauptsächlich vor? | normal |
| FahrbahnbeschaffenheitWelche Beschaffenheit hat die Fahrbahnoberfläche meist? | normal |
| Offroad-AnteilAnteil nicht asphaltierter Strecke | 0 % |
| LandPrimäres Land der Route | Schweiz |
| SchwierigkeitWie schwer wird der Pass für einen durchschnittlichen Motorradfahrer eingeschätzt? | einfach |
| Mautpflichtige StraßeFällt zusätzliche Maut bei Benutzung der Strecke an? | Nein |
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