Route des Grandes Alpes - der „Col de la Cayolle“

Die die „Gorges du Verdon“, das Ubaye-Tal, die Seealpen, das „Plateau de Valensole“, das Val d’Allos…und…und…- die Provence ist ein Reiseziel mit überwältigender Natur und dazu ein Paradies für Motorrollertouren.


Der « Col de la Cayolle » und die « Gorges de Daluis »


Die zur Route des Grandes Alpes gehörende Strecke über den „Col de la Cayolle“ verbindet Barcelonette im Norden mit Saint-Matrin-d’Entraunes im Süden und ist eine der landschaftlich schönsten und abwechslungsreichsten Pässe der Seealpen auf dem Weg in Richtung Mittelmeer. Lange Geraden führen uns südwärts. Zwischen Uvernet-Fours und Saint-Laurent, nach dem Abzweig zum Col d’Allos, schlängelt sich das Straßenband auf etwa 5 km durch die enge „Gorges du Bachelard“. Ist die Strecke zuerst noch zweispurig, verengt sie sich bald auf nur eine Fahrspur. Die Straße mit unübersichtlichen Kurven und wenig Ausweichstellen schmiegt sich eng an den Fels. Verstärkte Aufmerksamkeit ist angesagt. Glücklicherweise hält sich Verkehr hier in Grenzen. Erst spät macht sich ein wirklicher Anstieg bemerkbar, der in wenigen, recht gut ausgebauten Kehren zum 2.327 Meter hoch gelegenen Scheitel führt. Doch plötzlich werden wir ausgebremst. Eine Schafherde bricht unerwartet durchs Gebüsch. Die Tiere ergießen sich wie eine Welle über Straße und Hang. Mäh…Mäh…Mäh…in allen Tonlagen, dazu eindringliches Glockengeläut. Kein Durchkommen! Also einfach den Anblick genießen; wir sind schließlich nicht auf der Flucht.


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Auf der Passhöhe erwarten uns Einsamkeit, wilde Romantik und eine karge Hochgebirgskulisse. Motor abstellen und einfach die Ruhe und das Panorama genießen.

Die Abfahrt ist das komplette Gegenteil. Kehren über Kehren sowie einige recht steile Passagen lassen Fahrspaß auf der 21 Kilometer langen Südrampe hinunter nach St. Martin-d’Entraunes aufkommen. Der Asphalt hat den Grip eines Karamellbonbons, das zwischen den Backenzähnen klebt. Im Ort erwartet uns eine unbeschilderte, leicht zu übersehende 180 Grad-Kehre. Zahlreiche Bremsspuren belegen, wie oft diese schon verpasst wurde.


Col de la Cayolle


Auf der sehr gut ausgebauten D2202 entlang der „Var“ probieren wir noch einmal die Gashand aus, dann stoßen wir hinter Guillaumes auf ein einzigartiges Naturwunder, die „Gorges de Daluis“. 12 Kilometer auf teils überhängenden Trassen, hoch über dem silbernen Band der Var, liegen vor uns. Jetzt in den späten Nachmittagsstunden, wenn das Sonnenlicht schräg auf den Schiefer einfällt, wirkt der Kontrast des rostroten Gesteins und dem Grün der Vegetation besonders intensiv. Hinter jeder Kurve scheint sich ein neuer Abgrund zu öffnen. Die Straße bohrt sich Mal um Mal durch enge, kurze Tunnel. Dazu über allem das Blau der Provence. Ein grandioser Anblick, der uns immer wieder zu einem Fotostopp zwingt.


Am Ausgang der Schlucht lassen wir heute das mittelalterliche Städtchen Entrevaux „links liegen“ und folgen der N202 zu den smaragdgrünen Wassern des „Lac de Castillon“ inmitten der Berge „Colline du Cheiron“ am Oberlauf des Verdon. Zügig doch entspannt nehmen wir das gut ausgebaute Teerband nach Digne-les-Bains und Sisteron gegen die untergehende Sonne unter die Räder. Schön war`s!


Weitere Tourinfos, GPX-Daten und eine Bildergalerie findet ihr auf meiner HP >>>

Kommentare 1

  • Ich war auch schon mehrere male dort und kann es nur bestätigen: eines der schönsten Motorrad-Reviere, die ich kenne. Ich bin fast immer im September dort gewesen. Vorteil: Saison ist zu ende, d.h. kaum Verkehr auf den Strassen, tagsüber warm, Abends/Nachts kann es schon mal frostig sein. Nachteil: nur noch wenige Übernachtungsmöglichkeiten.

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