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Heiße Bremse

  • gruftipeter
  • 29. Januar 2014 um 00:32
  • gruftipeter
    Gast
    • 29. Januar 2014 um 00:32
    • #1

    So hielt ich es für zweckmäßiger einen neuen Thread aufzumachen. Der urprüngliche : "Pannenstatistik" begann arg abzudriften. Mal wieder ein bischen rechnen. Da wir so schön bei Bremsen waren und deren Wärmeentwicklung. So habe ich ausgerechnet: Ein Motorrad mit 400 Kg Gesamtgewicht (Fahrer, Gepäck, Sozi) bewegt sich mit 100 Km/h. Seine in Form von Bewegung gespeicherte Energie beträgt dann 310000 Joule entsprechend 0,085 KWh. Beim Bremsen bis zum Stillstand wird diese Energie in Form von Wärme wieder frei. Die reicht aus um 1 Liter Wasser um 74°C zu erhitzen. (Alles theoretisch, Luftwiderstand und Motorbremse nicht berücksichtigt!) Allerdings tobt sich diese Wärme nicht an der armen Bremsflüssigkeit aus, das weitaus meiste muß die meist aus Stahl bestehende Bremsscheibe aufnehmen. Die hat eine hohe Wärmekapazität. Sehr deutlich nimmt deren Temperatur zu. Wenn die Bremsanlage nun zu wenig Zeit zum Abkühlen hat, dann erwärmt sich durch die eigentlich träge Wärmeleitung auch die Bremsflüssigkeit. Damit wären wir wieder beim alten Problem. Nun bitte nicht Temperatur mit Wärme(menge) verwechseln. Bei Unklarheiten frag unsere Frau Bundeskanzler, die hat Physik studiert! Den genauen Rechengang erspare ich euch, nur soviel, EXCEL ist dabei sehr nützlich. Und natürlich das alte Physikbuch. Ich habe das mal hier geschrieben damit man mal eine Ahnung davon bekommt mit welchen Energien wir es hier zu tun haben. Nicht um als "Professor Oberschlau" zu gelten. Wer einen Fehler in der Berechnung entdeckt möge sich melden. Das ist eben das schöne an Naturgesetzen, die ändern sich nie. Gruß in die Runde: Peter

  • 7h3kewb0rz
    Gast
    • 29. Januar 2014 um 22:19
    • #2

    Und jetzt? 400kg? Ich rechne mal so: bike (nass) 200kg, fahrer 70kg, freundin 55kg = 325kg + NichtBremsen = Fahrgefuehl Und wenn man dann auch noch die 2 uralten Regeln dazunimmt: Wer spaeter bremst, ist laenger schnell und das Bremsen muss auch erst dann sein, wenn man Gott sieht. :yahoo: :wacko: :negative: :scratch: Da wird doch keine Bremse heiss!

  • gruftipeter
    Gast
    • 29. Januar 2014 um 23:03
    • #3

    Oh, manno! Ich versuche hier mal etwas ernsthaftes zu publizieren. Also die Gewichte stimmen bei dir gar nicht. Oder sitzt ihr nackt auf dem Motorrad? Die unbedingt nötige Bekleidung kommt hinzu. Das sind gut 10Kg pro Person. Nicht vergessen was man sonst noch so herumschleppt. Also 400Kg sind realistisch. 438035 Stimmt. Diese Regel ist aber eher für Rennfahrer. Im normalen Straßenverkehr bringen die so gewonnenen Sekundenbruchteile gar nichts. Wer also unbedingt optimale Bremsen braucht (Rennfahrer), der darf an der Bremsflüssigkeit nicht sparen. Aber auch Normalverbraucher sind gut beraten wenn die Bremse optimal ist. Immerhin kann die Leben retten. Womit wir wieder beim ursprünglichen Thema wären: Heiße Bremse. Peter

  • Gelöschter Benutzer
    Gast
    • 30. Januar 2014 um 00:25
    • #4

    438040 Na Peter, was hast Du erwartet. Etwa, daß hier jemand mit der Formel für die kinetische Energie kommt, und die dann gemäß dem 1. Hauptsatz der Thermodynamik mit der Formel der Wärmeenergie gleichsetzt, um dann letzendlich die Temperatur der Bremsscheibe zu bestimmen?? :scratch: :scratch: Wie du bemerkst gibst Leute wie 7h3kewborz die eine grundsätzlich andere Auffassung bzgl. der Behandlung dieses Themas haben. :yahoo: :yahoo: Aber Spaß beiseite, an der Berechnung habe ich auch keine Lust, zumal die Kühlkomponente (Fahrtwind) auch berücksichtigt werden muß, und, ähnlich dem Fahrwiderstand, sicher exponentiell mit einfließt. Wird sicher ne Exponentialfunktion. Trotzdem werde ich es aufgrund deiner Idee mal messen. Sollte eigentlich kein Problem sein. Denke an 100 km/h, kalte Bremsscheibe(n), gleichmäßige mittlere Verzögerung. Mal sehen was rauskommt. Infrarotthermometer hab ich. Gruß Volker

  • Gelöschter Benutzer
    Gast
    • 30. Januar 2014 um 00:46
    • #5

    Und die 400 Kilo sind schon ganz gut. Wenn ich nicht gerade auf Campingtour unterwegs bin, also als Leichtgewicht, passt das schon. Moped 240 kg, Ich 110 kg (eher mehr) :whistle:, Sprit 20 kg, Bekleidung 10 kg, Kiste Bier 15 Kilo. Und die 5 Kilo, die jetzt fehlen, hab ich bei mir weggelogen. Gruß Volker

  • gruftipeter
    Gast
    • 30. Januar 2014 um 13:06
    • #6

    438045Zumindest nicht veralbert zu werden. Na schön, ich möchte mich hier nicht als Schulmeister aufspielen. Aber da um diese Jahreszeit kaum fahrerische Aktivitäten sind kann ich doch schon mal etwas spröde Themen ansprechen. So z.B. Motorradfahren auf dem Mond. Da kam heraus: Es ist für den selben Kurvenradius auf dem Mond eine wesentlich größere Schräglage erforderlich. Noch nicht ausgerechnet habe ich wie der Bremsweg sich auf dem Mond verlängert. Da die Reifen durch die geringe Schwerkraft weniger auf den Boden gedrückt werden kann die Bremse nicht so wirksam sein wie hier auf Erden. Volker, die Temperatur der Bremsscheibe nach einer Bremsung aus hoher Geschwindigkeit mal messen, das ist eine gute Idee! Teilst du mir dann das Ergebnis mit? Ich kann das nicht, mit einem normalen Kontakt-Thermometer wäre die Bremse wieder abgekühlt bevor ich ein Meßergebnis habe. Ein IR-Thermometer habe ich nicht. Gut, mit furchtbar wissenschaftlichen Formeln will ich euch nicht piesaken. Bin kein Wissenschaftler. Nur die Effekte aufzeigen die irgendwas mit Motorradfahren zu tun haben. So wäre es vielleicht ganz interessant: Was passiert mit einem heißen Motor wenn er plötzlich mit kaltem Wasser überschüttet wird? So wie bei einer Flußdurchfahrt etwa. Das muß doch beträchtliche Spannungen im Metall geben. Auch wenn das Motorgehäuse nicht gleich platzt, ungesund ist das alle Male! Abschätzung: Das Motorgehäuse besteht meist aus Aluminium. Das hat einen Wärmeausdehnungsfaktor von 0,000023 pro K. Das bedeutet in der Praxis: 100°C Temperaturzunahme bewirken eine Ausdehnung um 0,23%. Ein 40 cm langes Motorgehäuse wird also knapp 1mm länger. So könnte eine plötzliche Abkühlung durch ein Wasserbad doch einiges Unheil anrichten! Mal am Rande, große Schiffsmotoren mit Zylindern in den man stehen kann müssen drei Stunden lang hochgefahren werden. Sofort nach dem Anlassen volle Leistung, das wäre der Tod des teuren Motors. Ursache ist eben die vertrackte Wärmedehnung. Erst wenn alle Teile etwa gleich warm sind kann der Käptn Gas geben. Ich kenne es auch noch aus dem Kraftwerk. Die Turbine muß nach dem Abschalten noch drei Tage weiterdrehen damit die sich gleichmäßig abkühlt. Dafür gab es eine Wellendrehvorrichtung. Die wurde per Elektromotor mit niedriger Drehzahl angetrieben. Ebenso beim Anfahren. Die mußte schön langsam aufgeheizt werden, sonst millionenteurer Schrott. Wieder zurück zum Motorrad. Man soll ja nach dem Start des kalten Motors nicht wie ein Schwachbegabter gleich losrasen. Erst muß der schön gleichmäßig auf Betriebstemperatur kommen, das dauert eben ein paar Km. Peter

  • Gelöschter Benutzer
    Gast
    • 30. Januar 2014 um 14:57
    • #7

    438055 Sicher, mache ich. Schreibe ich hier in deinen Beitrag. Lass mir etwas Zeit. Bei mir geht im Moment nichts. Bronchien sind total dicht. Übrigens, so ein IR-Thermometer ist wirklich sehr hilfreich. Zündaussetzer lassen sich recht leicht finden. den kalten Motor starten und beobachten welcher Auslaßbereich am wenigsten warm wird. Egal ob Auto oder Motorrad. Die Überprüfung des Kühlsystems ist ein Kinderspiel. Überprüfung der Öffnungstemperatur des Thermostates oder des Lüfterschalters geht Ruck Zuck. Meins ist von Conrad, ca. 30 Euro Gruß Volker

  • Heiner
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    • 30. Januar 2014 um 15:51
    • #8

    438055 Das gilt auch bei Scheibenbremsen (nicht drei Tage), das Motorrad nicht mit heißen Bremsscheiben abstellen, sondern auf den letzten km vorm Abstellen der Bremse Zeit zum abkühlen geben. Wird sie zu heiß abgestellt, dann kühlt sie unterschiedlich schnell ab, da die Wärme im Bereich der Bremsbeläge nicht so abgegeben werden kann wie beim Rest der Scheibe. Folge kann dann ein Verzug sein und die Bremse wird dann rubbeln.

  • gruftipeter
    Gast
    • 30. Januar 2014 um 16:18
    • #9

    Jau, Heiner. Alles immer gleichmäßig. So soll man auch einen heißgefahren Motor nicht abrupt abstellen, weiterlaufen lassen bis das Kühlgebläse sich abschaltet ist gesünder. Die Temperatur tötet einen Motor selten. Es sind die Temperatur-Unterschiede. Das gilt auch für die Bremse. Immer etwas Zeit lassen. Das ist in unserer schnellebigen Zeit zuweilen gar nicht so einfach! Peter

  • Gelöschter Benutzer
    Gast
    • 30. Januar 2014 um 22:16
    • #10

    Turbo-Lader-Tod. Ein ganz heißes Eisen - und das im wörtlichen Sinne. Unterwegs auf der freien Bahn mit Vollgas. Der Abgasturbolader schaufelt mit vollem Ladedruck die Frischluft in Richtung Einlaßventile. Mit zunehmender Dauer bei der Verrichtung seiner Arbeit beginnt er zu glühen, bis die Tanknadel ihn zur Unterbrechung seiner Arbeit auffordert. Also runter von der linken Spur, nur kurz auf die Rechte und sofort auf den Verzögerungsstreifen zur Tankstelle, maximale Verzögerung bis direkt vor die Säule. Karre aus und sofort an die Zapfpistole. UND, das wars (manchmal), warum?? Turbolader werden ölgekühlt und laufen ölgelagert. In dem o.g. Fall bricht sowohl die Kühlung als auch die Lagerung abrupt zusammen. Aufgrund des fehlenden Ölkreislaufs steigt die Temperatur des Öls im Turbolader derart stark, daß es zum Sieden bzw. zu Verkokungen auf der Turboladerwelle kommen kann, die dann widerum einen Lagerschaden auslösen können. Deswegen empfiehlt es sich, kurz vor dem Tankvorgang mit mäßiger Geschwindigkeit unterwegs zu sein, und den Motor im Stand noch ca 1 Minute laufen zu lassen. Die Verwendung des vorgeschriebenen Öls und die Einhaltung der Wechselintervalle sind obligatorisch. Gruß Volker

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