Hallo Jens,
deinen Wunsch kann ich sehr gut nachvollziehen und er ist mir nicht unbekannt, denn ich betreue ehrenamtlich (früher auch beruflich) Menschen mit Behinderung. Die häufigste und praktikabelste Lösung ist das Motorrad mit Beiwagen, aber das ist ja nicht dein Ziel.
Vor einigen Jahren haben wir mal überlegt, ob es mit einer Serienmaschine möglich ist, Menschen als Sozius mitzunehmen die wenig oder keine Kontrolle über Hüfte und Beine haben. Letztlich haben wir dies aber aufgegeben, denn jede Lösung einer Teilanforderung brachte neue Probleme.
Das fixieren auf der Maschine ist schon schwierig, denn mit ein paar "Spanngurten" ist es nicht getan. Den wirkenden Kräften kann man damit nicht wirklich sicher entgegenwirken. Eine auf Seitenkoffer und Top-Case basierende Unterstützung bringt die Anforderung als Fahrer in den Sattel zu kommen. Im Kern bräuchte man einen "Kindersitz" für Erwachsene, aber bei einem Sturzszenario kann sich der Sozius dann nicht von der Maschine trennen.
Empfehlen würde ich dir daher den Kontakt zum Verein Einarmhelden & Einbeinhelden e.V. (die gemeinsame Homepage läuft noch nicht, daher über Einarmhelden und Einbeinhelden zu erreichen).
Die wissen wie es geht, haben an die persönlichen Bedürfnisse angepasste Maschinen (z.B. mit einklappbaren hydraulischen Stützrädern) die nicht nur das eigenständige Fahren, selbst mit Querschnittslähmung, ermöglichen, sondern auch eher den Bedarf für einen entsprechenden Sozius miteinschließen.
Bei diesen Spezialisten findest du eher eine praktikable und sichere Lösung, Hilfen und Tipps, als bei Otto Normalmotorradfahrer, der zu dir nur einfach mal nett sein möchte.
Gruß
Siggi