Gedankenspiele

  • Ich hab mich mal von den lebhaften Diskussionen in anderen Threads inspirieren lassen.

    Im Verlauf dieser Diskussionen hab ich mir mal die Forderungskataloge von Greta und FFF sowie der Initiative Motorradlärm angeschaut.


    Und in der Folge hab ich mir den Spaß erlaubt, mal einen eigenen Forderungskatalog zu beginnen. Nach Austausch mit BikerinLU ist es inzwischen zu einem gemeinsamen Beitrag geworden.


    Auch wenn dies ein sehr langer Beitrag ist, erlaubt uns bitte trotzdem ein paar einleitende Worte.


    Wie ich oben geschrieben habe... ich habe mir den Spaß erlaubt.


    Wir nehmen das selbst nicht bierernst und bilden uns auch nicht ein, dass dieser Katalog irgendwann irgendwo anders landen wird, als in diesem Forum, auch wenn der eine oder andere Punkt zumindest unserer Meinung nach eine Überlegung wert wäre.


    Die Schreibweise des ganzen ist angelehnt an die oben erwähnten Forderungskataloge, auch um zu verdeutlichen, wie diese Protagonisten ihre Forderungen an den Mann/die Frau bringen... Diese kompromisslose Radikalität entspricht weder unserer Wesensart noch unserer inneren Überzeugung. Es soll lediglich aufzeigen, wie die Gegenseite (z.B. bei Fahrverboten) vorgeht.


    Know your enemy.


    Wir haben bewusst Themenfelder gewählt, die nichts mit den Fahrverboten zu tun haben.

    Da steht inzwischen genug im Netz und da haben sich schon viel

    Klügere als ich die Finger wund geschrieben.


    Solltet ihr das folgende langweilig, uninterressant und/oder überflüssig finden, sind wir euch bestimmt nicht böse. Dann ignoriert es einfach (gibt zweifelos Wichtigeres im Leben).


    Solltet ihr eine Meinung zu dem einen oder anderen haben, würde uns diese interressieren, egal ob zustimmend oder ablehnend.



    Forderungskatalog



    Geschwindigkeit


    Forderung: Für motorisierte Zweiräder muss außerorts die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 119km/h erhöht werden.


    Begründung:

    Aktuell gelten für verschiedene Fahrzeuge verschiedene Geschwindigkeitsbegrenzungen.


    LKW über 7.5 Tonnen dürfen 60km/h, Lkw zwischen 3.5 und 7.5 Tonnen 80km/h und Kraftfahrzeuge unter 3.5 Tonnen 100km/h außerhalb geschlossener Ortschaften fahren.


    Begründet wird dies mit der steigenden Gefahr für ANDERE Verkehrsteilnehmer, desto mehr Masse ein Fahrzeug besitzt.


    Da Motorräder eine deutlich geringere Masse als PKW besitzen und auch nachweislich die Gefahr für ANDERE Verkehrsteilnehmer um ein Vielfaches geringer ist als die von PKW, ist eine Gleichbehandlung dieser beiden Verkehrsarten nicht zu rechtfertigen.


    Da es nach aktueller Rechtsprechung nicht möglich ist, Fahrzeuge ab einer Geschwindigkeit von 81km/h regelkonform zu überholen, soll die erlaubte Geschwindigkeit für Motorräder auf 119km/h erhöht werden. (§5 Absatz 2 StVo "Überholen darf ferner nur, wer mit wesentlich höherer Geschwindigkeit als der zu Überholende fährt." Laut Gerichtsurteil bedeutet das, mindestens 20km/h schneller als der zu Überholende). Dies ermöglicht es grundlos langsam fahrende Fahrzeuge regelgetreu zu überholen, aber verbietet das Überholen von schnell fahrenden Fahrzeugen.


    Zwar sind Motorradfahrende einem erhöhten Verletzungsrisiko ausgesetzt, aber Gesetze und Verordnungen haben in erster Linie dem Schutz der Allgemeinheit zu dienen und NICHT dem Schutz vor sich selbst, somit kann dies NICHT als Gegenargument gelten.

    So wie eine Impfpflicht nur angeordnet werden kann, um die Ansteckung ANDERER zu verhindern, und nicht zum Selbstschutz. Dieser basiert immer auf Freiwilligkeit.


    Auch mit den entstehenden Kosten im Gesundheitswesen durch verunfallte Motorradfahrende lässt sich kein Schutz der Allgemeinheit vor finanziellem Schaden begründen.


    2018 beliefen sich die Gesamtausgaben für Gesundheit auf 390,6 Mrd Euro.


    Die Kosten für Verunfallte im Strassenverkehr machten davon 9.4 Mrd Euro aus, 13% davon waren Motorradfahrende.


    Also 1.2 Mrd Euro bzw. 0.3% der Gesamtgesundheitsausgaben. Allein die auf körperliche Inaktivität zurückzuführenden Ausgaben betragen regelmäßig mehr als 2% (je nach Berechnungsweise werden sogar 16% genannt), die Kosten für Sportverletzungen liegen bei ca. 0,8% (andere Berechnungweise: 6,1%).



    Überholen:



    Forderung: Änderung der Bedeutung des Verkehrszeichens "Überholverbot"


    Begründung:


    Aktuell beinhaltet dieses VZ das Verbot für alle Kraftfahrzeuge, mehrspurige Kraftfahrzeuge, sowie Motorräder mit Beiwagen zu überholen.


    Dies führt dazu, dass ein Pkw ein Motorrad überholen darf, ein Motorrad einen Pkw aber nicht.


    In beiden Fällen ist der beanspruchte Straßenraum unter Einhaltung des seitlichen Sicherheitsabstandes derselbe.


    Die Begründung, dass man an einem Motorrad besser vorbeischauen kann, als an mehrspurigen Fahrzeugen, um zu beurteilen, ob der Überholvorgang sicher durchgeführt werden kann, ist irrelevant, denn ein Überholvorgang ist IMMER rechtswidrig, wenn nicht übersehen werden kann, dass während des gesamten Überholvorgangs eine Behinderung des Gegenverkehrs ausgeschlossen werden kann.


    Zudem ist ein Überholvorgang mit einem Motorrad wesentlich einfacher und schneller durchzuführen, da Motorräder in der Regel über ein besseres Beschleunigungsverhalten verfügen als Pkw.

    Somit verkürzt sich die Zeit, die der Überholende im Gegenverkehr verbringt, erheblich, was unter Sicherheitsaspekten zu begrüßen ist.


    Darüber hinaus stellt dieses VZ eine unrechtmäßige Ungleichbehandlung dar.


    Da in der Verordnung von Kraftfahrzeugen die Rede ist, Fahrräder aber keine sind, sondern Fahrzeuge bedeutet dies das Fahrradfahrende z.B. auf Bergabstrecken auch im Bereich des VZ alle anderen überholen dürfen.

    Das ausgerechnet die einzige Fahrzeugart die keinerlei Ausbildung oder Fahrerlaubnis bedarf, sich aber, zumindest zeitweise, auch mit höheren Geschwindigkeiten bewegt, vom Überholverbot ausgenommen ist, kann nicht im Sinne der Verkehrssicherheit sein.


    Daher sollte die Bedeutung des VZ abgeändert werden in:


    Verbot für alle Fahrzeuge, ausgenommen motorisierte Zweiräder ohne Beiwagen, andere mehrspurige Kraftfahrzeuge sowie Motorräder mit Beiwagen zu überholen.


    Damit wäre es möglich, dass Pkw nach wie vor Motorräder überholen dürfen. Und - das wäre neu - Motorräder Pkw überholen dürfen.


    Da die allgemeinen Überholregeln davon unberührt bleiben, bleibt das Überholen an unübersichtlichen Stellen oder mit zu geringem Seitenabstand oder Behinderung des Gegenverkehrs natürlich weiterhin regelwidrig.


    Wenn in Einzelfällen notwendig, kann ein neues Verkehrszeichen eingeführt werden, welches das Überholen speziell für Motorräder verbietet, wie es im Umgekehrten Fall durch VZ 277.1

    ja bereits erfolgt ist.




    Weitere Forderung:


    Erhöhung des Bußgeldes bei Verstößen gegen das Rechtsfahrgebot beim Überholvorgang auf Straßen mit einem Fahrstreifen in jeder Richtung.


    Bei vorsätzlichem Handeln und gleichzeitiger Gefährdung, Einordnung als Straftat.


    Zulassung von Kameraaufnahmen zu Gerichtsverwertbarkeit bei obig genannter Straftat.



    Begründung:


    Für alle Verkehrsteilnehmer, aber insbesondere für Zweiradfahrende, stellt das Nichteinhalten des Rechtsfahrgebotes durch den zu Überholenden mitunter sogar eine lebensbedrohende Situation dar.


    Während das Überholen „nur“ erschwert wird, wenn extrem nah an der Mittellinie gefahren wird, wird es sogar lebensbedrohlich, wenn der Überholte absichtlich nach links zieht, um das überholen zu blockieren.


    Wird diese Situation vorsätzlich vom zu Überholenden herbeigeführt, nimmt dieser bewusst schwere Verletzungen oder den Tod des Überholenden in Kauf.


    Dieses, unter Umständen einem Totschlag bzw. nach den „Raserurteilen“ sogar einem Mord ähnliche, Verhalten wird bislang mit 80 Euro geahndet und im Falle eines tatsächlich eintretenden Unfalls mit 100 Euro.


    Dies ist weder unter dem Gesichtspunkt der Abschreckung, noch unter der Berücksichtigung der möglichen Folgen angemessen.

    Ein bewusster Anschlag auf Leib und Leben anderer muss als Straftat geahndet werden.

    Auch eine Überprüfung der charakterlichen Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen ist geboten.


    Da dieser Tatbestand in der Realität kaum zu beweisen ist, muss in diesem Fall die Nutzung von Filmmaterial Gerichtsverwertbar gemacht werden.

    Einmal editiert, zuletzt von Martin70 ()

  • Fortsetzung : ( bitte beim ersten Beitrag anfangen)

    Geht leider nicht anders da max 10000 Zeichen pro Beitrag möglich sind



    Weitere Forderungen:


    § 5 Absatz 5 StVO muss ersatzlos gestrichen werden.


    § 5 Absatz 4 StVO muss ergänzt werden.


    § 5 Absatz 6 StVO ist von den zuständigen Behörden effektiver zu kontrollieren und in den Bußgeldkatalog aufzunehmen.


    Begründung:


    Absatz 5)

    "Außerhalb geschlossener Ortschaften darf das Überholen durch kurze Schall- oder Leuchtzeichen angekündigt werden. Wird mit Fernlicht geblinkt, dürfen entgegenkommende Fahrzeugführende nicht geblendet werden."


    Hier muss der Realität Rechnung getragen werden.


    Ein Hupen oder die Benutzung der Lichthupe zum Ankündigen der Überholabsicht bewirkt im besten Falle nichts und im schlechtesten Fall eine aggressive Reaktion des zu Überholenden.


    Daher ist dieser Absatz ersatzlos zu streichen.



    Absatz 4)


    " Beim Überholen muss ein ausreichender Seitenabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern, insbesondere zu den zu Fuß Gehenden und zu den Rad Fahrenden sowie zu den Elektrokleinstfahrzeug Führenden, eingehalten werden."


    Dieser Absatz ist auszuweiten auf ALLE Zweiradfahrenden, da im Falle von zu geringem Seitenabstand beim Überholen ALLE Zweiradfahrende mit ähnlich gravierenden Folgen zu rechnen haben wie die anderen oben genannten Gruppen.


    Alternativ könnte der Absatz gekürzt werden:

    Beim Überholen ist ein ausreichender Seitenabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern einzuhalten.


    Zur Präzisierung könnten, wie jetzt schon für die Fahrräder geschehen, konkrete Angaben eingefügt werden.



    Absatz 6)


    "Wer ein langsameres Fahrzeug führt, muss die Geschwindigkeit an geeigneter Stelle ermäßigen, notfalls warten, wenn nur so mehreren unmittelbar folgenden Fahrzeugen das Überholen möglich ist. Hierzu können auch geeignete Seitenstreifen in Anspruch genommen werden; das gilt nicht auf Autobahnen."


    Verstöße gegen diese Vorschrift sind im Bußgeldkatalog nicht erwähnt und werden in der Praxis von den zuständigen Behörden weder kontrolliert noch gerügt.


    Da die Umsetzung dieser Vorschrift viele Überholmanöver vermeiden und somit die Sicherheit aller erhöhen würde, wird die Regierung aufgefordert, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, die es ermöglichen, dass diese Vorschrift in die Praxis umgesetzt wird.


    Bußgelder, Kontrollen und öffentliche Aufklärungsarbeit könnten hier geeignete Mittel darstellen.





    Es mag in diesen Zeiten absurd erscheinen, solche Dinge zu fordern.



    Andererseits erscheinen mir die Forderungen der Motorradgegner teils auch absurd....und sind dennoch bis zu Bundesregierung vorgedrungen.

    Einmal editiert, zuletzt von Martin70 ()

  • ist wie in der Einleitung geschrieben ja nicht alleine mein Werk.

    Und 3 Tage Regenwetter machens möglich.8o


    Was? Ich wars nicht ;)



    :):thumbup:


    Du scheinst viel Zeit zu haben!!!

    Aber ich bin ganz bei dir!!!8)8)


    Aber du auch, wenn du alles gelesen hast :)

    Wieviel Kaffee du dafür wohl gebraucht hast?

    Motorräder sind überlebenswichtig!

    Dinosaurier hatten keine und ZACK: ausgestorben. ;)

  • Und wo kann ich die Petition jetzt unterschreiben?





    Und sag nicht, das war nur ein Spaß ;(

    Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.


    Benjamin Franklin

  • Die wäre dann wohl zu kurz, da müsste dann auf jeden Fall auch das Thema Fahrverbote etc. rein.


    Wenn genug Ideen kommen... why not, aber momentan ist es eher Theorie als Praxis ;)

    Motorräder sind überlebenswichtig!

    Dinosaurier hatten keine und ZACK: ausgestorben. ;)

  • KLASSE: DANKE.


    Bei Punkt 1 würde ich so gar für 159 Km/h plädieren.


    Nur dass unser Bremsweg dann doch länger als der eines PKW ist könnte uns dann wieder die Suppe versalzen.


    OK: Wir haben mehr Platz um aus zu weichen. ( grins )

  • Bei Punkt 1 würde ich so gar für 159 Km/h plädieren.


    Ich fürchte, das wäre doch eher unrealistisch und würde unnötig die Bremsen abnutzen, weil du ja doch dauernd Autos vor dir hast ;)

    Motorräder sind überlebenswichtig!

    Dinosaurier hatten keine und ZACK: ausgestorben. ;)

  • Wir haben festgestellt, dass man die Forderung bezüglich des Rechtsfahrgebotes erweitern muss:


    Auch das Schneiden von Kurven gehört, wie wir gestern gemerkt haben, dazu. In Schräglage kann man einem kurvenschneidendem Auto dann doch recht schwer ausweichen.


    Wenn euch weitere Forderungen einfallen: immer her damit.

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  • Was ist mit zu leisen Elekrofahrzeugen? Ich erschrecke mich (als Fußgänger) oft wenn plötzlich ohne ein Geräusch auf einmal recht schnell ein E- Auto oder Rad an mir vorbei fährt. Bestimmt sind schon Unfälle passiert weil der Gegner nicht gehört wurde. Ob es auch bereits Schreck Herzinfarkte gab ist mir nicht bekannt.

    Lösung : Mindestgeräuch ab 6 KM/h

  • Wie soll denn da konkret die Forderung aussehen? Also aus Sicht der Motorradfahrer?


    Ansonsten gibt es das schon:


    https://www.mobile.de/magazin/…liche-und-echte-gerausche


    "Ein Gesetz schreibt deshalb vor, dass sich Elektroautos bemerkbar machen müssen. Für neue Fahrzeugtypen ist seit Juli 2019 ein sogenanntes AVAS vorgeschrieben. Die Abkürzung steht für „Acoustic Vehicle Alerting System“ – etwa: akustisches Fahrzeug-Aufmerksamkeitssystem. Ab 2021 müssen alle Elektroautos damit ausgerüstet sein. Das sind die Vorschriften:

    • AVAS: künstliches Geräusch im Bereich bis 20 km/h
    • Lautstärke zwischen 56 und 75 Dezibel
    • Ton muss zwei Terzbänder enthalten
    • Ein Terzband mit einer Frequenz von unter 1.600 Hertz für Hörbehinderte
    • Klang ist nicht festgelegt
    • Bei höherem Tempo rollen die Reifen laut genug ab."


    Ich denke, das wird es auch für Motorräder geben.

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