Sucht euch schon mal ein neues Hobby

  • Was wir brauchen ist Bestandsschutz. Die Politik kann ruhig über die Hesteller gehen damit die künftig nur noch "leise" Motorräder herstellen. Aber bereits zugelassenen und legalen Motorrädern ein Fahrverbot erteilen geht einfach nicht.

    Ein generelles Fahrverbot droht nicht. Man darf eben nicht mehr überall (und jederzeit) fahren. Das gibt's schon heute, z.B. keine Durchfahrt für Motorräder in manchen Kurorten zwischen 20 und 6 Uhr. Oder am Wochenende auf bestimmten Strecken (z.B. Schauinsland). Oder Saisonabhängig.


    Nun werden auch nicht alle Motorräder sanktioniert, sondern nur ein kleiner Teil. Nachrüstungen in Sachen Detuning wären auch machbar.


    Mein Bauchgefühl sagt mir, dass Klagen damit nur wenig Aussicht auf Erfolg haben. Aber ich bin nur blutiger Laie.

  • Na ja, Du wohnst in dem Gebiet und darfst fortan dein Motorrad nicht mehr nutzen? Das ist jetzt ein Spiel zwischen Politik und Hersteller auf dem Rücken der Motorradfahrer. Die Hersteller interessiert das bis dato herzlich wenig, verweisen auf EU-Richtlinien und Normen und unterm Strich ist denen der Erlass in Tirol völlig schnurz. Ich meine mich zu erinnern das Suzuki als einziger Hersteller bis jetzt einen Willen zu ernsthaften Diskussionen und Überlegungen angedeutet hat. Mir persönlich ist Tirol ebenso völlig egal. In den betroffenen Gebieten halte ich mich nie auf. Da gibt es genug Ausweichmöglichkeiten. Nicht zuletzt haben wir das Debakel auch den vielen grenzüberschreitenden Tagesmotorradtouristen mit deutschem Kennzeichen zu verdanken. Allein die Willkür der Politiker die so etwas unsinniges und an der Realtät vorbei entscheiden ist sehr kritisch zu betrachten. Ob diese Einschnitte ins Persönlichkeitsrecht tatsächlich legal sind bleibt abzuwarten. Das muss auch nicht in der EU geklärt werden sondern auf nationaler / regionaler Ebene.

    Verwirrt mich nicht! 😤

  • Na ja, Du wohnst in dem Gebiet und darfst fortan dein Motorrad nicht mehr nutzen?

    Habe ich bewusst weggelassen. In diesem Fall muss der Eigner selbst Klage einreichen und die Auswirkungen eines temporären Nutzungsverbots erläutern. Vielleicht muss er auch die Frage benatworten, was gegen den Tausch der Maschine gegen eine andere spricht oder gegen ein Sound-Detuning.


    Ich habe mich zur rechtlichen Seite geäußert und nirgends behauptet, dass ich diese Maßnahmen billige. Beim Kauf meines letzten Motorrads war mir dennoch ein niedriges Standgeräusch wichtig, denn ich möchte sowohl weiter nach Tirol wie auch in der Schwarzwald fahren.

  • however... ich finde es schon bedenklich wenn der Bestandsschutz einfach mal so von heute auf morgen ausgehebelt wird...


    bisher galt immer Bestandsschutz und ich konnte mit meinem Oldtimer BJ 1935 immer noch fahren...

  • Zumindest der Käufer eines neuen Motorrads hat es ja in der Hand.

    Und wenn dann die Hersteller ihre Moppeds nicht mehr loswerden...

    Es gibt es z.B. einen Auspuffhersteller, der an ein aktuelles Modell einen deutlich leiseren Auspufftopf schraubt. Ergebnis (laut Bericht MO): 94 statt 98 dB Standgeräusch bei einer BMW GS 1250 LC, bei einem Verlust von 8 bis 10 PS. Bis 6.000 U/min verlaufen die Kurven deckungsgleich.


    Also: wem wäre das geschätze 500 € wert, wer würde sich am Verlust von "8-10 PS Leistung" stören?


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  • Das is jetzt, aber schon sehr an den Haaren herbeigezogen. Warum soll ein Ansässiger jetzt plötzlich seine legale, seit Jahren zugelassene Maschine umbauen lassen? Oder gar verkaufen und was anderes kaufen? Weil Grüne auf Stimmenfang gehen wollen? Und wer zahlt ihm/ihr das?


    Ich heule ungern mit den Wölfen. Ich kaufe und fahre das was mir Spaß macht bzw, an dem ich Spaß habe. Ohne darauf zu achten, ob jetzt ein Literchen mehr durch die Vergaser rinnt oder, ob ich mit einer legalen UND politisch korrekten Lautstärke unterwegs bin. Legal ja, politisch korrekt kann mir den Buckel runterutschen. Wenn sich das aus meinen angelegten Maßstäben für ein Motorrad ergeben sollte ist das Zufall, aber nicht gezielt. Ich könnte mir nicht mal vorstellen vor dem Objekt meiner Begierde zu stehen, bei dem alles passt, bei dem der gehtsnoch-Willhabeneffekt getriggert wurde um dann abzuwinken weil es ein paar dB zu laut sein könnte oder ich 100km weniger Reichweite erzielen würde. Oida wozu? Ich fahr eh schon das ganze Jahr Öffis oder Fahrrad. Sparsamer geht's nur noch durch Home-Office...ääähh stimmt.... mache ich ja auch ;) Außerdem bin ich hier derart von Gegend umzingelt, dass ich weder Tirol noch ein anderes "gefährdetes" Gebiet benötige. Bleiben wir eben weg. Wie weiter oben von jemanden angedeutet regelt das schon die regionale Wirtschaft auf Dauer. Siehe Südtirol in der Vergangenheit und jetzt nach den ganzen Lockdowns erst recht. Ich kann mein Geld auch woanders sehr gut ausgeben, in sagenhaften Regionen und in denen man als Motorradfahrer immer noch willkommen ist. :)

    Verwirrt mich nicht! 😤

  • Bei der Debatte drehen wir uns im Kreis.


    Fakt ist: Lärm wird unterschiedlich empfunden.

    Fakt ist auch, Lärm ist Stress und kann zu Schädigungen des Gehörs führen.


    Wenn ich meine Susi auf dem Hof einen Moment laufen lasse, ist das Musik für mich, die Nachbarn sehen das sicher anders.


    Wenn ein Kurort die nächtliche Durchfahrt des Ortes durch Motorräder sperrt, ist es ebenso. Schon ein Schwachkopf reicht da doch aus, zahlreichen Kurgästen den Nachtschlaf zu rauben.


    Wer sich von uns regelmäßig auf Rennstrecken aufhält, findet es geil und da gehört der „Sound“ dazu. Aber andere Freizeitnutzende wie Mountainbiker, Wanderer haben dort in der Nähe sicher auch eine andere Meinung.


    Im Internet liest man „Sind wir etwa auf längere Sicht einem Lärmpegel von 85 Dezibel ausgesetzt (etwa durch sehr laute Fahrzeuge oder Schleifgeräte), kann es zu Hörschäden durch Lärm kommen.“


    Wenn nun in manchen betroffenen Gebieten noch 95 dB genehmigt sind, macht die Dosis den Ärger. Täglich hunderte oder tausende Motorräder in dieser Lautstärke würde ich als Anwohner auch nicht ertragen müssen wollen.


    Ohne Regulierung auf vielbefahrenen Strecken wird kein Motorradfahrer auf dem Standpunkt beharren können, er hätte ein uneinschränkbares Recht sein Hobby ausüben zu wollen, auch wenn andere damit belästigt oder gar geschädigt werden.


    Wenn Anwohner Streckensperrungen fordern, wird sich jeder Lokalpolitiker für sie in’s Zeug legen. Es sind schließlich seine Wähler, die touristischen Krachmacher sind es nicht. Die sind für das Übel verantwortlich und damit „Feindbild“


    Dann wird es Erwägungen geben, welchen Nutzen bedeuten Motorradfahrer wirtschaftlich für die Region oder sind sie eher durch bauliche und Überwachungsmaßnahmen aufwändiger. Dann wird der Vergleich mit sanftem Tourismus gezogen, irgendwer behauptet laute Motorräder verschrecken die Wanderer und so reimt sich eins zum anderen.


    Ich denke, alles Jammern und alle Demos werden wirkungslos sein. Laute Motorräder finden keine Lobby, die Gegner sind breiter aufgestellt und deren Argumente ziehen.


    Über kurz oder lang muss es leise, eben „verträgliche“ Motorräder geben. Die Politik wird langsam aber sicher den Lärmschutz voran treiben. Die Hersteller werden reagieren müssen, wenn sie das Segment sportliche Motorräder bedienen wollen.

    sollte es oben nicht stehen, ich grüße immer herzlich.

  • ....irgendwer behauptet laute Motorräder verschrecken die Wanderer und so reimt sich eins zum anderen.

    Da hört es leider nicht auf. Da ich auch einer dieser Radfahrer bin die mir als Motorrad- und Autofahrer gehörig auf den Senkel gehen, beschäftige ich mich auch mit diesem Thema. Jetzt kommen sich Wanderer und Mountainbikefahrer auch schon in die Quere.

    Verwirrt mich nicht! 😤

  • however... ich finde es schon bedenklich wenn der Bestandsschutz einfach mal so von heute auf morgen ausgehebelt wird...


    bisher galt immer Bestandsschutz und ich konnte mit meinem Oldtimer BJ 1935 immer noch fahren...

    Kannst Du immer noch ... auch nach Tirol.

  • Aber angeblich sind 70% der Anwohner gegen eine dauerhafte Streckensperrung (laut Motorrad). Im Übrigen kommt eine Sperrung für Motorräder von April bis Oktober einem faktischen Fahrverbot gleich.

  • Bleiben wir eben weg. Wie weiter oben von jemanden angedeutet regelt das schon die regionale Wirtschaft auf Dauer. Siehe Südtirol in der Vergangenheit und jetzt nach den ganzen Lockdowns erst recht. Ich kann mein Geld auch woanders sehr gut ausgeben, in sagenhaften Regionen und in denen man als Motorradfahrer immer noch willkommen ist. :)

    Das wird nicht funktionieren. Irgendwann werden die Regulierungen von Regionen als Erfolg dargestellt, dann ziehen andere nach, dann muss calimoto ganz neue Features einbauen: kurvig und bis x dB befahrbar.


    Ich denke auch, "die Motorradfahrer" sind touristisch gar keine so attraktive Gruppe. Es zieht immer mehr Menschen, auch wegen Corona, immer häufiger in deutsche Urlaubsregionen. Am Wochenende, zu vermehrten Kurzurlauben, gerade auch durch die Zunahme von e-Bikes.

    Das alles ist Konkurrenz.

    sollte es oben nicht stehen, ich grüße immer herzlich.

  • Das is jetzt, aber schon sehr an den Haaren herbeigezogen. Warum soll ein Ansässiger jetzt plötzlich seine legale, seit Jahren zugelassene Maschine umbauen lassen?

    Warum beschäftigen wir uns permanent mit diesem Ansässigen?

    Ein Lex Tirol hätte es seinetwegen nie gegeben.


    Ich plädiere stark dafür, mal die eigene Situation (oder den allgemeinen Fall) als Argumentationsgrundlage zu wählen.

  • Ich heule ungern mit den Wölfen. Ich kaufe und fahre das was mir Spaß macht bzw, an dem ich Spaß habe. Ohne darauf zu achten, ob jetzt ein Literchen mehr durch die Vergaser rinnt oder, ob ich mit einer legalen UND politisch korrekten Lautstärke unterwegs bin.

    Im Schwarzwald bin ich oft - nein, sehr oft. Mit Motorrad, Auto, Fahrrad, Wanderschuhen oder auf Langlaufskien. Manchmal auch zur Arbeit ... dann schnappe ich mir oberhalb 35 Grad einen Laptop und ziehe um in ein kühleres Plätzchen auf 1000 m Höhe. Also: ich kenne die Gegend gut das und aus unterschiedlichen Perspektiven.


    Die Klagen der Anwohner kann ich voll nachvollziehen. Es stört mich ebenfalls, wenn da ein Hirni kommt, den man schon zwei Täler vorher hören kann. Ich überlege seit Jahren, mir dort ein kleines Häuschen zu kaufen, aber entlang einer Motorradstrecke käme kaum in Frage.


    Warum man beim Kauf einer Machine sämliche Aspekte von Umwelt und eines harmonischen Miteinanders außer Betracht lassen sollte, erschließt sich mir nicht.

  • Es gibt es z.B. einen Auspuffhersteller, der an ein aktuelles Modell einen deutlich leiseren Auspufftopf schraubt. Ergebnis (laut Bericht MO): 94 statt 98 dB Standgeräusch bei einer BMW GS 1250 LC,

    Ööh, ich hab keine Ahnung wo diese Zahlen herkommen.

    Meine GS 1250 LC hat mit Serienauspuff 88db

    meep meep

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